„Daten sind unser neuer Rohstoff“

© Fotos: Heike Döhn/StudiumPlus

Das Hologramm eines Autos mitten in den Raum stellen, die Heizung übers Internet regeln, die Arbeit von einer Sprachassistentin optimieren lassen: Am Freitag hat StudiumPlus in...

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Wetzlar. Das Hologramm eines Autos mitten in den Raum stellen, die Heizung übers Internet regeln, die Arbeit von einer Sprachassistentin optimieren lassen: Am Freitag hat StudiumPlus in Wetzlar gezeigt, wie die Welt der Zukunft in Mittelhessen und anderswo aussehen wird.

350 Studierende im fünften Semester und knapp 100 Vertreter der rund 800 Partnerunternehmen von StudiumPlus haben auf dem "Smart Teaching Workshop" in der Stadthalle Wetzlar über die digitalen Herausforderungen, künstliche Intelligenz oder auch die IT-Sicherheit diskutiert.

"Deutschland hat einen neuen Rohstoff – und der ist unendlich. Ich rede von Daten", sagte Norbert Müller, Vorstandsvorsitzender des CompetenceCenter Duale Hochschulstudien (CCD), zur Eröffnung. Das weltweite Datennetz wachse derzeit pro Sekunde um 70 Millionen Terabyte, veranschaulichte Müller weiter. "Wer aus diesen Daten das Beste machen kann, der hat die Nase vorn." Der Leitende Direktor von StudiumPlus, Prof. Dr. Harald Danne, ergänzte: "In Deutschland werden in absehbarer Zeit fünf Millionen Menschen benötigt, die digitale Grundfertigkeiten besitzen. Allein 700 000 Spezialisten werden in den Unternehmen gebraucht, um die Technologisierung voranzubringen."

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Es war eine Tagung mit Blick in die Zukunft. Zum Beispiel durch die sogenannte Augmented Reality-Brille (AR-Brille), die Frederic Pauly am Stand von Viessman, Spezialist für Heiz-, Industrie- und Kühlsysteme, vorstellte. Der 23-Jährige hat grade seinen Bachelor gemacht und arbeitet in seinem Unternehmen daran, den Mitarbeitern mit der AR-Brille computergenerierte Inhalte ins reale Sichtfeld zu rücken, um ihnen die Arbeit zu erleichtern. Der 26-jährige Sandro Clemens entwickelt bei Pfeiffer Vacuum Systeme, um Produkte des Unternehmens drahtlos ansteuern zu können. Auch er hat grade seinen Bachelor in Wirtschaftsingenieurwesen/Vertrieb gemacht. "Noch sind wir in der Testphase. Das System zur Industriereife zu bringen, ist jetzt der nächste Schritt."

Bestimmte Tätigkeiten automatisieren, um mehr Zeit für den Kunden zu haben

Werksstudent Felix Ebert entwickelt bei Bosch Thermotechnik grade einen Prototypen für die Anbindung von Heizungen ans Internet, um sie von der Ferne zu steuern. "Das ist die Zukunft", sagt der 23-jährige Informatiker und bezieht sich auf eine aktuelle Bitkom-Studie, die besagt, dass bereits 70 Prozent aller Verbraucher Geräte im Haushalt über das Internet steuern möchten. Auch die Interaktiven und die Firma linetco aus Dillenburg sind dabei, mittels Digitalisierung und Automatisierung die Arbeit für andere zu optimieren. "Wenn ich unterwegs als Vertriebler meine Dokumentationsarbeit via Sprachsystem erledigen lassen kann, habe ich mehr Zeit für den Kunden", erklärt der duale Student Philipp Conrad (20) von den Interaktiven.

Viele der anwesenden Studenten im fünften Semester gestalten schon jetzt die Zukunft in ihren Partnerunternehmen mit und sind mit ihren Anstöß;en und Ideen gern gesehen:

"Es geht nicht nur um neue Ansätze, sondern vor allem darum, Daten optimal zu nutzen. Wir Studenten können viele Ideen geben und sehr selbstständig arbeiten."(Anna-Maria Heimel, Wirtschaftsingenieurwesen, Weber Maschinenbau, Breidenbach)

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"Es geht weg von der manuellen Eingabe hin zur Automatisierung. Unsere Anstöß;e nehmen die Kollegen gerne auf." (Leonie Schwiezer, Wirtschaftsingenieurwesen, Buderus Guss, Breidenbach)

"Wir sind dabei, in unseren Unternehmen "BIM", eine Methode, mit der man Gebäude in 3D optimal planen, bauen und bewirtschaften kann, einzuführen. Ich kann führend daran mitarbeiten." (Benjamin Born, Bauingenieurwesen, Beck + Heun, Mengerskirchen)

"Ich arbeite in unserer Planungsabteilung auch an BIM, wir testen derzeit verschiedene Softwareprodukte." (David Becker, Bauingenieurwesen, Hundhausen)

"Ich arbeite daran, dass wir ein Bautagebuch nicht mehr handschriftlich, sondern digital führen können, um darauf von überall Zugriff zu haben." (Marcel Lühring aus Aß;lar, Bauingenieurwesen, KMS IG)

Von Iris Baar