Es geht wieder rund im Jägersburger Wald

Die Autobahnbrücke vor Einhausen ist die höchste Erhebung der Runde, auf der im Vorjahr die Profis ihren Meister ermittelten und am Sonntag wieder Renntag ist. Foto: Jürgen Pfliegensdörfer

Der neue „Förderverein hessische Bergstraße“ setzt die Tradition des Rennens „Rund um den Jägersburger Wald“ in Einhausen fort. Am Sonntag gibt es Rennen von Schüler bis Elite.

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EINHAUSEN. Es ist wahrlich keine spektakuläre Runde: elf Kilometer, lange Geraden, immer durch den Wald, flach. Aber sie hat Tradition, und sie hat ihren Reiz für Rennveranstalter. „Rund um den Jägersburger Wald“ werden Radrennen seit 1974 gefahren, wenn auch mit Unterbrechungen. Im Vorjahr fand die Geschichte ihren Höhepunkt mit der deutschen Meisterschaft der Profis. Nicht erst mit dem spektakulären Spurtsieg von Bora-Hansgrohe-Sprinter Pascal Ackermann war den Machern klar: Hier muss es weitergehen. Und es geht weiter – mit einem Mammutprogramm. Am Sonntag fällt um 9 Uhr der erste Startschuss, die letzte Entscheidung dürfte gegen 18 Uhr fallen.

„Es ging schon letztes Jahr los, als mich Olek angerufen hat und meinte, er bräuchte Helfer. Wir haben zugesagt, weil wir schon im Hinterkopf hatten, das Rennen übernehmen zu wollen.“ Mit Olek ist Algis Oleknavicius gemeint, über Jahrzehnte Motor der regionalen Radsportszene. Der Mann, der bei der Anfrage nicht lange zögerte, ist Luc Dieteren. Selbst schon lange Aktivposten bei der SSG Bensheim und zusammen mit Henning Jaecks Organisator des Crossrennens im Westpark, bei dem es auch schon um deutsche Meistertitel ging.

Straßenrennen in Einhausen, Querfeldeinrennen in Bensheim – diese Kombination soll etabliert werden. Dafür wurde der „Förderverein Radsport hessische Bergstraße“ gegründet. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Projekt Bikepark, in dem Gelände-Radler jeden Streckentyp fürs Training vorfinden sollen. Über Zuschüsse und Crowdfunding stehen bald die nötigen 30 000 Euro bereit.

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Aber jetzt geht es erst einmal um Radfahren auf Asphalt. Rund 600 Starter werden am Sonntag zu zwölf Rennen erwartet. Darunter sind die Bundesliga für Junioren und Frauen. „Ein Leitmotiv für uns ist, Radsport für Jung und Alt zu bieten“, erklärt Luc Dieteren zu dem Programm, das von einem Eliterennen abgeschlossen wird, zu dem auch Continental-Teams gemeldet haben. Schüler- und Jugendklassen gehören aber eben auch dazu. Teilweise werden mehrere Rennen gleichzeitig gefahren, was durch die relativ lange Runde möglich ist.

Verkehrstechnisch erscheint die Strecke unproblematisch, und durch die Meisterschaft im Vorjahr sollten alle heiklen Passagen geregelt sein. Das hat Luc Dieteren auch gedacht. Trotzdem gab es immer wieder Überraschungen und behördliche Auflagen. Die amtliche Genehmigung gab es gar erst vergangene Woche. „Nach der deutschen Meisterschaft gab es doch hier und da etwas Unmut wegen Sperrungen, deswegen haben wir die Strecke nochmal geändert“, erklärt Dieteren. So liegen Start und Ziel nicht in der Hauptstraße, sondern im Bereich Ring-/Almenstraße, wo im Vorjahr die Zeitfahren gestartet wurden. Somit bleibt der Ortskern für den öffentlichen Verkehr befahrbar.

Das Prädikat Bundesliga beschert dem Förderverein bei seiner ersten großen Maßnahme auch materielle Unterstützung durch den Bund Deutscher Radfahrer. Die Macher können sich auch durchaus eine qualitative Steigerung der Rennklassen vorstellen – damit es auch in Zukunft rund geht im Jägersburger Wald.