Bensheimer Bornert bei Schanzenlauf-Weltmeisterschaft

Begeisterter Läufer: Sven Bornert aus Bensheim startet bei der Schanzenlauf-Weltmeisterschaft in Innsbruck.  Archivfoto: Pfliegensdörfer

Am Samstag (27.) schlägt für den Bensheimer Sven Bornert die große Stunde: Er startet bei der Schanzenlauf-Weltmeisterschaft auf der legendären Bergisel-Skisprungschanze in...

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BENSHEIM. Am Samstag (27.) schlägt für den Bensheimer Sven Bornert die große Stunde: Er startet bei der Schanzenlauf-Weltmeisterschaft auf der legendären Bergisel-Skisprungschanze in Innsbruck. Schanzenlauf, das heißt: 400 Meter nur bergauf vom Zielbereich über den Schanzentisch bis hinauf zum Start, der Höhenunterschied beträgt 130 Meter. Im Aufsprungbereich sind bis zu 75 Grad Neigung zu überwinden - viele Läufer müssen sich hier mit Armen und Beinen auf allen vieren nach oben arbeiten. Bis zu 35 Grad sind es dann noch beim "Endspurt" auf dem rund 90 Meter langen Anlauf-Bereich.

Nach Blitzstart geht die Kraft aus

Die erste 400-Meter-Schanzen-WM fand 2011 auf dem legendären "Kulm" ebenfalls in Österreich in Tauplitz (Salzkammergut) statt. Letztmals ging das Event vor der Corona-Unterbrechung 2020 auf der Paul-Außenleiter-Schanze in Bischofshofen über die Bühne. Nun ist es also in Innsbruck wieder soweit und wieder auf einer der großen, von der Vierschanzen-Tournee bekannten Rampen. Der Start der erwarteten rund 2000 Teilnehmer erfolgt bei den Männern in Gruppen zwischen 12.20 und 14.45 Uhr, anschließend folgen die Frauen und die Staffeln, die Siegerehrung ist gegen 17.30 Uhr vorgesehen. Den Rekord bei den Männern hält übrigens der Österreicher Jakob Bayer mit 3:15 Minuten aus dem Jahr 2018.

Sven Bornert hat sich schon im vergangenen Jahr in Frankreich für die WM qualifiziert. In diesem Jahr lief der 29-Jährige bereits im Montafon zum zweiten Mal bei der dort ausgetragen X-Challenge an der Skisprungschanze Tschagguns. 350 Meter mit 106 Höhenmetern waren dort die Herausforderung. Diesmal sorgten Regen und ein Wolkenbruch kurz vor dem Start des Halbfinals für schwierige Bedingungen, da der Aufsprunghügel und der Schanzentisch rutschig geworden waren und absolute Konzentration forderten. Als der Startschuss fiel, hatte Bornert - wie er im Nachhinein lachend berichtet - einen kurzen Blackout. Er startete viel zu schnell und riss eine Lücke zu seinen Verfolgern. Dadurch verlor er deutlich mehr Kraft als geplant und rettete sich knapp ins Finale. In diesem entwickelte sich für die Zuschauer ein spektakulärer Dreikampf um den Sieg, bei dem sich der Bensheimer mit dem dritten Platz begnügen musste, über den er sich aber trotzdem freute.