TSV Langstadt: Die jüngsten Erfolge sind wohl kaum zu toppen

Geht nach langer Verletzung sicher nicht in Topform in die neue Saison: Petrissa Solja vom TSV Langstadt.  Foto: Guido Schiek

Tischtennis: Der Frauen-Bundesligist steht vor einer komplizierten Runde. Los geht es am Sonntag in Bingen, und dort warten einige Unwägbarkeiten auf die Südhessinnen.

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LANGSTADT. Gemeinhin gilt die Bundesliga als stärkste Liga Europas, in diesem Jahr ist sie durch namhafte Neuzugänge in vielen Vereinen so stark wie noch nie. Insofern wird die am Sonntag um 14 Uhr bei der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim beginnende Runde für die Tischtennisspielerinnen des TSV Langstadt eine herausfordernde.

Auch Langstadt hat mit der Hongkong-Chinesin Minnie Soo einen prominenten Zugang zu verzeichnen. Auch wenn sie nach der Neuberechnung der Weltrangliste "nur" auf Platz 154 geführt wird, so hat sie ihre Qualitäten längst unter Beweis gestellt und dürfte der Bundesliga nicht nur wegen ihrer pink-rosanen Haare einen Farbtupfer verleihen. Bei den Olympischen Spielen in Tokio hatte sie im Spiel um Platz drei mit zwei Siegen gegen Deutschland maßgeblichen Anteil an der Medaille für Hongkong gehabt.

Seit Jahren überzeugen die Südhessinnen durch eine stetige Verbesserung der Vorjahresergebnisse, doch nach dem deutschen Vizemeistertitel und dem zweiten Platz im Pokalfinalturnier scheint eine weitere Steigerung schwer. Die Gefühle der Verantwortlichen sind denn auch gemischt, erklärt der Sportliche Leiter Manfred Kämmerer. "Es gibt kein Team, das als Abstiegskandidat ausgedeutet werden kann. Alle Vereine haben sich teilweise deutlich verstärkt. Da kann die Luft für Teams eng werden, die damit bislang nicht rechnen." So müsse auch der TSV schauen, zunächst einmal genügend Punkte zu sammeln, um nicht in einen Abwärtsstrudel zu geraten. Nach der langen Verletzung von Spitzenspielerin Petrissa Solja bleibe es abzuwarten, in welcher Verfassung sie sich nach einer Zeit ohne Spiel- und Trainingspraxis präsentiert. Auch bei Tanja Krämer gelte es den weiteren Genesungsverlauf nach ihrer Verletzung abzuwarten.

Genau für solche Fälle hat sich der Verein mit Minnie Soo verstärkt, sagt Kämmerer. Wie berichtet, wird sie allerdings nicht durchgängig zur Verfügung stehen. Da gilt es, den internationalen Turnierkalender mit den Bundesligaspielen zu koordinieren, was nicht einfach ist, da die WTT-Turniere oft sehr kurzfristig anberaumt werden, wie Kämmerer ergänzt.

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Neben Chantal Mantz könne mittlerweile auch Franziska Schreiner im vorderen Paarkreuz eine gute Rolle spielen, lobt der Sportliche Leiter. "Sie hat durch ihre Finalteilnahme und der errungenen Silbermedaille bei den U21-Europameisterschaften noch einmal einen richtigen Leistungsschub bekommen." Darüber hinaus profitiere sie von einem "unbändigen Trainingsfleiß".

Angesichts der starken Konkurrenz erwartet Kämmerer kein leichtes Unterfangen, was in einer eher bescheidenen Zielsetzung zum Ausdruck kommt: "Uns ist natürlich klar, dass es sehr schwer wird, so eine tolle Saison, wie wir sie letztes Jahr hatten, zu wiederholen oder sogar zu toppen. Dazu muss immer alles optimal verlaufen, und man muss vor allem von Verletzungen verschont bleiben, was aktuell leider nicht der Fall ist." Das Minimalziel sind die Playoffs; im Pokal strebt Kämmerer erneut den Einzug in das Final-Four-Turnier an. Das Maß aller Dinge dürfte aber auch in der neuen Saison der TTC Eastside Berlin sein.