Fehlstart des TV Haßloch

Plötzlich in der Regionalliga gelandet: Haßlochs neuer Spielertrainer und Gruppenligaakteur Philipp Seisler. Foto: VF/Andre Dziemballa

Das Tennis-Herrenteam des TV Haßloch ist in seiner aktuellen Notbesetzung in der Regionalliga nur Punktelieferant. Zum Auftakt gibt es zwei klare Niederlagen.

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RÜSSELSHEIM. Der Start in die Runde der Tennis-Regionalliga ist den Herren des TV Haßloch gehörig misslungen. Gab es am Samstag beim TEC Waldau Stuttgart eine 2:7-Niederlage, so musste sich das südhessische Sextett am Sonntag daheim im Grohfeld TZ DJK Sulzbachtal sogar mit 1:8 geschlagen geben. Angesichts der Personalmisere musste sogar der neue Klubtrainer Philipp Seisler an beiden Tagen einspringen, der versicherte: „Das Team wird beim nächsten Doppelspieltag in zwei Wochen ein anderes Gesicht haben.“ Das wird auch bitter nötig sein, denn in dieser Formation ist Haßloch ein Abstiegskandidat.

TEC Waldau – TV Haßloch 7:2. In Stuttgart war die Partie bereits vor den Doppeln entschieden. Für den einzigen Einzelpunkt sorgte an der Spitze Rückkehrer Miliaan Niesten. „Er hat stark gespielt“, lobte denn auch Teamkapitän Bernd Schwenger, der nicht damit gerechnet hatte, dass mit Deni Zmak und Luca Pancaldi gleich beide Anführer der neuformierten Mannschaft verlieren. Beide hätten unglücklich agiert. Besonders gilt dies für den Italiener Pancaldi, dem im Match-Tiebreak bei ausgeglichenem Spielstand eine Saite riss und der dann, so Schwenger, „mit dem neuen Schläger nicht mehr das nötige Feingefühl hatte.“

Zugang Delf Gohlke, wie Niesten ein Linkshänder, sei bei seinem Debüt verständlicherweise etwas nervös gewesen, im Doppel habe er befreiter und auch viel stärker aufgespielt. Hier holten Pancaldi/Zmak recht souverän den zweiten Zähler für die Gäste.

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TV Haßloch – DJK Sulzbachtal 1:8. Auch hier waren die Doppel letztlich bedeutungslos, da nur Deni Zmak an Position vier sein Einzel gewonnen hatte. Dennoch mussten die Besucher ihr Kommen nicht bereuen, bekamen sie doch weitestgehend hervorragenden Sport geboten. In den technisch auf hohem Niveau stehenden Spitzenspielen zeigte der Berliner Delf Gohlke einen guten ersten und der Niederländer Miliaan Niesten einen guten zweiten Satz – zu wenig, um gegen die dynamischeren Tadeas Paroulek und Maciej Rajski zu bestehen.

Weil Pancaldi noch ein Stück von seiner Vorjahresform entfernt ist und Marek Flinner und Philipp Seisler in dieser Liga etwas überfordert wirken, war es mit der Spannung auch am Sonntag nicht weit her. Philipp Seisler freilich, der in seinen Jahren beim TEC Darmstadt bestenfalls in der Hessenliga aktiv war, gebührt ein Sonderlob, bekam er es doch mit einem der drei besten Junioren Deutschlands zu tun: Der noch immer 17-jährige Milan Welte beherrscht nahezu jeden Schlag und geht dabei hohes Tempo. Doch Seisler, fast doppelt so alt wie sein Kontrahent, mühte sich nach Kräften und durfte zu Recht jubeln, als ihm bei 0:6 und 0:5 sein einziges, überaus verdientes Spiel gelang.

„Hätte ich gestern so gespielt, dann wäre vielleicht ein Sieg drin gewesen,“ meinte der Schlaks, der als Spielertrainer eigentlich nur mithelfen soll, die zweite TVH-Mannschaft in die Verbandsliga zu hieven. Doch die Verletzungsmisere verhalf ihm zu einer unverhofften Premiere in der Regionalliga. Sein Urteil: „Es ist schon irre, wie die hier auf hohem Tempo dermaßen fehlerfrei agieren.“

Der TVH baut auf die nun anstehende zweiwöchige Pause sowie die Genesung und Verfügbarkeit von Personal. Es zeichnet sich bereits ab, dass der TSC Mainz um den langjährigen Haßlocher Kai Lemke in der Regionalliga überfordert ist, sodass Rüsselsheim nach Lage der Dinge nur noch ein weiteres Team hinter sich lassen muss, um die Klasse zu halten. So das Minimalziel des Zweitliga-Absteigers.

Waldau – TVH: Negritu – Niesten 2:6, 4:6; Kestelboim – Gohlke 6:1, 6:1; Benssoussan – Pancaldi 3:6, 6:1, 10:6; Dettinger – Zmak 7:6, 7:5; Scholl – Flinner 6:2, 6:1; Hampe – Seisler 6:0, 6:3; Negritu/Dettinger – Gohlke/Flinner 6:4, 6:3; Kestelboim/Benssoussan – Niesten/Seisler 6:4, 6:3; Scholl/Hampe – Pancaldi/Zmak 1:6, 4:6.

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TVH – Sulzbachtal: Niesten – Paroulek 1:6, 6:7; Gohlke – Rajski 4:6, 0:6; Pancaldi – Celebic 3:6, 4.6; Zmak – Crivoi 3:6, 6:3, 10:6, Flinner – Conkic 1:6, 2:6; Seisler – Welte 0:6, 1:6; Niesten/Pancaldi – Rajski/Celebic 4:6, 1:6; Gohlke/Zmak – Paroulek/Crivoi 2:6, 6:3, 7:10; Flinner/Seisler – Conkic/Welte 2:6, 2:6.

Von Ralph Baumann