Länderkampf: Fynn Lenzner hält die hessische Fahne hoch

Fynn Lenzner (TSG Wehrheim) gewinnt mit hervorragenden 56,90 Metern das Speerwerfen, kommt dabei bis auf wenige Zentimeter an den Kreisrekord heran und holt für das Hessen-Team somit die volle Punktzahl. Foto: kie

Beim Länder-Vergleichskampf "Bayern - Württemberg - Hessen" der Altersklasse U 16 hatte die ersatzgeschwächte hessische Mannschaft dieses Mal keine Chance. Stark allerdings...

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HOCHTAUNUS. Eigentlich hatten die hessischen Nachwuchs-Leichtathleten auf eine Wiederholung des Erfolges von 2017 gehofft, konnten sie vor ziemlich genau einem Jahr in Vöhringen bei Ulm doch den traditionellen Länder-Vergleichskampf "Bayern - Württemberg - Hessen" der Altersklasse U 16 (also M/W 14/15) mit insgesamt 216,5 Punkten gegen Württemberg (194 Pkt.) und Bayern (176,5 Pkt.) klar gewinnen.

Doch das klappte nicht einmal im Ansatz. In Heuchelheim (bei Gießen) gab es für den Nachwuchs des Hessischen Leichtathletik Verbandes (HLV) eine klare Niederlage. Mit lediglich 167 Zählern war man chancenlos. In toller Form präsentierten sich die Sportler aus Württemberg, die mit beeindruckenden 230 Punkten absolut überlegen auftraten und auch die Vertretung aus Bayern (197 Pkt.) sicher auf Distanz hielten. Aufgeteilt nach Geschlecht bot sich ein identisches Bild. Die Schüler (89 Pkt.) mussten Bayern (104) und Württemberg (114 Pkt.) den Vortritt lassen. Die Schülerinnen kamen auf 78 Zähler und lagen damit klar hinter Bayern (93) und Württemberg (116).

Die beiden Jungs aus dem Taunus, die den Sprung in die Hessen-Auswahl gepackt hatten, verkauften sich jedoch teuer. Fynn Lenzner (TSG Wehrheim) warf den Speer gleich im ersten Versuch auf starke 56,90 Meter und holte damit einen von nur fünf hessischen Disziplin-Siegen bei den Jungs. Mit dieser Top-Weite fehlten Lenzner nur 79 Zentimeter zum Kreisrekord von Jan-Felix Knobel (damals LG Friedrichsdorf), der seit 2003 bei 57,69 Metern notiert ist. Danach war etwas die Luft raus, lagen die vier anderen gültigen Versuche des Wehrheimes doch "nur" im Bereich von 44 bis 49 Metern. Der Bayer Vincent Schäfer (LG Stadtwerke München) machte es dann noch einmal spannend, als er mit seinem letzten Wurf auf 56,79 Meter Lenzner arg auf die Pelle rückte.

Starker Stabhochsprung

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Der Wehrheimer ging auch beim Stabhochsprung für Hessen auf Punktejagd. Nach insgesamt elf Sprüngen stand zwar nur der sechste Platz zu Buche, doch mit überquerten 3,50 Metern (neue Bestleistung) war die Höhe wirklich top. Vergangenen Monat hätte Lenzner damit noch den Kreisrekord geholt. Den hatte sich Ende August jedoch Markus Wagenleitner geschnappt. Der Mehrkämpfer vom Königsteiner LV nahm in Heuchelheim ebenfalls den Stab in die Hand. Die 3,50 Meter meisterte er im zweiten Versuch und versuchte sich dann an 3,60 Metern. Das klappte auch - Wagenleitner flog im dritten Anlauf über die Latte, steigerte damit seinen eigenen Kreisrekord um zehn Zentimeter und wurde Fünfter. Da hatte er bereits den Weitsprung-Wettkampf in den Beinen, der mit kräftigen Böen wahrlich vom Winde verweht war. Obwohl dem Schützling von Coach Philipp Schlesinger im letzten Versuch ein Wind von - 2,2 m/sec. entgegen blies, gelang ihm ein starker Sprung. Mit tollen 5,91 Metern verbesserte Wagenleitner seine Bestmarke um zehn Zentimeter, kratzte an der "Sechs vor dem Komma" und holte als Vierter drei Zähler für die Hessenauswahl. Erwähnenswert ist, dass beide hessische Athleten beide noch dem jüngeren Jahrgang 2004 angehören, also M-14er sind und somit diverse ältere Gegner hatten.

Alexander Ries (MTV Kronberg) war ebenfalls für den Vergleichskampf nominiert und sollte über 300 Meter und beim Dreisprung eingesetzt werden. Der M-15er konnte jedoch verletzungsbedingt nicht ins Geschehen eingreifen.

Einzige Schülerin aus dem Taunus im HLV-Team war Lea Borngräber (TV Weißkirchen). Die W-15erin kam in ihrer Spezialdisziplin Speerwurf (in dieser Saison bereits 37,79 m) jedoch nicht in den Wettkampf rein. Mit lediglich 29,33 Metern fand sich Borngräber auf Rang sechs wieder. Vor dem Speerwerfen betrat Borngräber sportliches Neuland. Nachdem eine Stabhochspringerin kurzfristig ausgefallen war, musste aus dem Kreis der Hessenauswahl ein Ersatz gefunden werden. Nicht gerade ein einfaches Unterfangen, gehören Hammerwerfen und Stabhochsprung doch vom Bewegungsablauf zu den anspruchsvollsten Disziplinen in der Leichtathletik. Borngräber nahm die Herausforderung an, meisterte die Anfangshöhe von 1,80 Metern und sicherte somit dem Team einen Punkt.

Viele Ausfälle

Das hessische Team litt bestimmt auch unter der Abwesenheit einiger Leistungsträger vom ASC Darmstadt, dem TV Gelnhausen oder der LG Eintracht Frankfurt, die für ihre Vereine am gleichen Wochenende bei der Team-DM in Lage (Westfalen) im Einsatz waren. Aus dem Taunus fehlte Kaderathlet Oliver Koletzko (TSG Wehrheim) als sicherer Punktelieferant. Beim Weitsprung-Spezialist zwickt seit ein paar Wochen die Knochenhaut, sodass der TSG-Athlet in Absprache mit seinem Heimtrainer auf einen Start im Hessen-Trikot verzichtete, um seine Vorbereitung auf die Hallensaison und das nächste Jahr nicht zu gefährden.