Hauchdünn am Titel vorbei

Im Ziel über 60m Hürden knapp geschlagen Zweiter: LG-Talent Charles Anagu (Mitte) bringt von den hessischen Hallenmeisterschaften in Stadallendorf zwei Medaillen mit. Foto: Raphael Schmitt

Charles Anagu, Riesentalent der LG Rüsselsheim, sprintet bei den hessischen Hallenmeisterschaften in Stadtallendorf zu Silber und Bronze.

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STADTALLENDORF. Obwohl die Talente aus dem Leichtathletikkreis Groß-Gerau viele Bestleistungen aufstellten und auch die erhofften Medaillen gewonnen wurden, stellte ein Athlet bei den Titelkämpfen der Altersklasse U16 und U20 in Stadtallendorf alle in den Schatten. Der erst 13-jährige Aaron Amenta vom TV Groß-Gerau war als HM-Fünfter der M14 über 60 m in 7,87 sek am Sonntag im Weitsprung lediglich mit den Ambitionen angetreten, seine persönliche Bestleistung von 4,85 m zu steigern und erstmals die fünf Meter zu knacken. Das gelang ihm auch gleich mit 5,13 m im ersten Versuch. Im Endkampf der besten Acht drehte Amenta dann erst richtig auf, setzte sich mit 5,50 m an die Spitze des Feldes und legte dann sogar noch unfassbare 5,65 m nach. Verständlich, dass der „Shootingstar“ auch nach der Siegerehrung noch ganz ungläubig aussah.

Obwohl E-Kaderkollege Charles Anagu (LG Rüsselsheim) hier mit 5,20 m mit dem sechsten Rang leben musste, war auch ihm Medaillenglück beschieden. Über 60 m Hürden war er in 9,14 sek zur Vizemeisterschaft geeilt. An den ersten Hürden lag er sogar in Führung, blieb dann aber an einem Hindernis hängen. Über die 60 m flach holte er zudem in schnellen 7,69 sek (ZL 7,67 sek) die Bronzemedaille. Dabei trennten ihn nur vier Hundertstel von Gold, zwei von Silber.

„Dass er ein Riesentalent ist, war bekannt, und er hat sich ja auch körperlich gut entwicklt. Deshalb hatte ich ihn im Vorfeld schon so auf den Plätzen zwei bis fünf gesehen. Aber dass er seine Leistung dann genau auf den Punkt und mit Topzeiten bringen würde, macht mich natürlich sehr froh“, sagt Tobias Hochstein. Für den sportlichen Leiter der LG-Jugendsparte ist der 13-jährige Anagu, der noch Fußball beim SV 07 Raunheim spielt, aktuell über die Hürden „trotz technischer Defizite etwas stärker als über die Flachstrecke einzuschätzen“.

Ein herausragendes Wochenende erlebte auch Marc Mercier (TV Groß-Gerau). Dessen Altersklasse M15 wird von den körperlich übermächtigen Kleta-Zwillingen vom TV Gelnhausen dominiert. Doch diesmal konnte sich der Groß-Gerauer zweimal zwischen den Beiden platzieren. Im Weitsprung zeigten die drei einen national herausragenden Wettkampf und gleichzeitig den hochklassigsten des ganzen Wochenendes, den Mercier mit 6,12 m und Bestleistung eröffnete. Im sechsten und letzten Versuch sprang er auf starke 6,47 m und sicherte sich damit die Vizemeisterschaft hinter Juan-Sebastian Kleta, der sich auf 7,05 m steigerte. Zum Vergleich: U20-Sieger Jeremy Mc Queen (TSG Wehrheim) sprang 6,92 m weit.

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Bronze statt wie erhofft Gold holte Nadine Mercier (TV GG) über die 200 m der U20, war aber mit ihrer Zeit von 26,38 sek und Platzierung alles andere als zufrieden, sie war jedoch gehemmt wegen einer Rückenmuskelverspannung. Trainingskollegin Maren Guthier zeigte über die 800 m der U20 ein starkes Rennen und sicherte sich sie in einem spannenden Finish bis auf die Ziellinie in 2:26,22 min die Vizemeisterschaft.

Als einziger Athlet war Patrick Andres (LG Bischofsheim/Ginsheim) über die 3000 m der U20 am Start, sodass kein Titel vergeben wurde. Er lief gemeinsam mit den Mädels und wurde in 9:53,96 min gestoppt. Fünfter wurde Lars Gerbig (LG Rüsselsheim) über die 3000 m der M14 in 11:40,15 min. Dessen U20-Vereinskollegen Yanik Can Enders (2:21,61 min) und Kilian Stein (2:25,87 min) belegten die Ränge sieben und acht über 800m.

Alle Ergebnisse im Internet unter https://www.laportal.net/Competitions/Details/1358/1