Trippel, Behrens und Roßkopf siegen bei Hessens Sport-Wahl

Eduard Trippel gewann zwei Medaillen bei den Olympischen Spielen in Tokio. Der Judoka vom JC Rüsselsheim wurde vom Landessportbund Hessen zum „Sportler des Jahres“ gekürt. Foto: dpa

Drei südhessische Sportler landen bei Jahreswahl des Landessportbundes ganz vorne: Judoka Eduard Trippel, Triathlon-Juniorin Jule Behrens und Tischtennis-Bundestrainer Jörg...

Anzeige

FRANKFURT. Schwimmerin Sarah Köhler und Judoka Eduard Trippel sind Hessens „Sportler des Jahres“ 2021. Dies hatte der Landessportbund Hessen (LSBH) am Freitagabend bekannt gegeben. Bei der jährlich vom LSBH organisierten Wahl siegte Köhler mit 46,1 Prozent aller gewerteten Stimmen vor Dressurreiterin Dorothee Schneider (30,5 Prozent) und der für Bundesligist TSV Langstadt startenden Tischtennisspielerin Petrissa Solja (23,4). Noch deutlicher war das Ergebnis bei den Männern: Der Rüsselsheimer Trippel lag am Ende des Olympiajahres, in dem er zwei Medaillen in Tokio gewonnen hatte, mit 48,6 Prozent der Stimmen deutlich vor Uwe Wahlig (Segelflug/29,1 Prozent) und dem früheren Raunheimer Christian Reitz (Schießen/22,3 Prozent).

Eduard Trippel gewann zwei Medaillen bei den Olympischen Spielen in Tokio. Der Judoka vom JC Rüsselsheim wurde vom Landessportbund Hessen zum „Sportler des Jahres“ gekürt. Foto: dpa
Jule Behrens vom DSW Darmstadt wurde im Oktober Weltmeisterin der Triathlon-Juniorinnen, nun kürte sie der LSBH zur „Newcomerin des Jahres“. Foto: FPT/C.Henriques/J.Ferreira
Tischtennis-Nationaltrainer Jörg Roßkopf (Mitte), hier mit Patrick Franziska (links) und Dimitrij Ovtcharov, wurde zum hessischen Trainer des Jahres gewählt. Foto: Joaquim Ferreira

In zwei der insgesamt sechs Kategorien gab es zudem weitere Siege für südhessische Sportler. Als „Newcomer des Jahres“ wurde Triathletin Jule Behrens vom DSW Darmstadt gekürt, zum„Trainer des Jahres“ wurde der in Groß-Umstadt lebende Tischtennis-Bundescoach Jörg Roßkopf gewählt.

Der für den JC Rüsselsheim kämpfende Trippel ist mit Silber im Einzel und einer Bronzemedaille im Team-Mixed Wettbewerb einer der erfolgreichsten deutschen Teilnehmer der Olympischen Spiele von Tokio. „Diese Wahl ist eine besondere Ehre für mich und freut mich natürlich sehr“, sagte Trippel. Überrascht habe das Votum ihn „ehrlich gesagt nicht, weil ich doch viel Werbung auf den sozialen Plattformen gemacht habe, dass die Leute mich wählen. Und ich denke schon, dass ich mir das durch die zwei überraschenden Olympiamedaillen ziemlich verdient habe.“ Was er mit den 1000 Euro anfängt, die sechs der sieben Sieger aus der 6500-Gesamtprämie zugestanden werden, wisse er noch nicht: „Wahrscheinlich werde ich das liegen lassen oder irgendwo anlegen, bevor ich das sinnlos ausgebe.“

Anzeige

Der 24-jährige angehende Polizeikommissar war 2018 vom LSBH auch schon einmal als Newcomer des Jahres gekürt worden. Dieser mit 500 Euro dotierte Titel ging in diesem Jahr an Jule Behrens, die in der U20-Klasse der Triathleten alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gab: Weltmeisterschaft, Europameisterschaft, deutsche Meisterschaft. Mit dem DSW Darmstadt holte die 18-Jährige zudem Bronze bei der Mixed-Staffel-Europameisterschaft für Vereinsteams.

34 Jahre älter ist Jörg Roßkopf, der seit August 2010 Tischtennis-Bundestrainer ist und seitdem eine beeindruckende Erfolgsbilanz vorzuweisen hat. Auf Anhieb gewannen die deutschen Herren unter seiner Regie bei der Europameisterschaft 2010 die Goldmedaille im Einzel, Doppel und mit der Mannschaft. Weitere zahlreiche Titel bei Europameisterschaften kamen hinzu. Auf dreimal WM-Silber (2012, 2014 und 2018) folgte in diesem Jahre Team-Silber bei den Olympischen Spielen 2021, wo Dimitrij Ovtcharov unter der Regie von Roßkopf zudem Einzel-Bronze gewann. Und Anfang Dezember kam dann noch WM-Bronze durch den 40-jährigen Höchster Timo Boll hinzu.

Hessens Sportlerin des Jahres war Sarah Köhler bereits 2019. Bei den Olympischen Spielen in Tokio landete sie im Finale über 1500m Freistil auf dem dritten Rang und holte damit für den Deutschen Schwimm-Verband die erste olympische Becken-Medaille seit 13 Jahren.

Mit dem RSV Lahn-Dill wurde eine der weltbesten Mannschaft im Rollstuhlbasketball gekürt. Der 13-fache Deutscher Meister gewann in diesem Jahr zum siebten Mal die IWBF Champions League. Weitere Sieger sind Leichtathletik-Sprinter Felix Streng (Parasportler des Jahres/Sprintteam Wetzlar) sowie Natascha Hiltrop (Schießen/SV Lengers) und Svenja Mayer (Rollstuhl-Basketball/Rhine-River-Rhinos Wiesbaden), die sich den Titel Para-Sportlerin des Jahres mit jeweils exakt 36,2 Prozent teilten.

Die Sieger waren von Experten aus den Sportredaktionen der hessischen Medien und durch eine vom Hessischen Rundfunk durchgeführte Publikumsabstimmung gewählt worden. Die Stimmen der Experten und des Publikums flossen zu je 50 Prozent in das Endergebnis ein. „Trotz der auch im Jahr 2021 schwierigen Pandemie bedingten Situation im Nachwuchs- und Spitzensport, haben unsere hessischen Athletinnen und Athleten Herausragendes geleistet. Das wird nicht zuletzt durch die Ergebnisse von Tokio, sondern auch und gerade von den zahlreichen internationalen Erfolgen im Nachwuchsbereich unterstrichen“, sagte Lutz Arndt, LSBH-Vizepräsident Leistungssport zur Wahl der Sportler, die voraussichtlich im ersten Halbjahr 2022 im Rahmen einer besonderen Veranstaltung geehrt werden sollen.