HANDBALL ESG Crumstadt/Goddelau wird für fehlende...

Widerstand spüren Patrick Hauptmann (links) und die Handballer der ESG Crumstadt/Goddelau (rechts Sebastian Avemarie), denn am Ende der Saison werden ihnen sieben Punkte abgezogen.Foto: Uwe Krämer  Foto: Uwe Krämer

Zum Saisonende werden den Handballern der ESG Crumstadt/Goddelau sieben Punkte wegen fehlender Schiedsrichter abgezogen. „Wir mussten vor der Saison entscheiden, wie wir die...

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CRUMSTADT/GODDELAU. Zum Saisonende werden den Handballern der ESG Crumstadt/Goddelau sieben Punkte wegen fehlender Schiedsrichter abgezogen. „Wir mussten vor der Saison entscheiden, wie wir die Punkte verteilen“, erklärt Volker Seybel vom Vorstand der Riedstädter Spielgemeinschaft.

Wenn man vor der Saison geahnt hätte, wie starke das Herrenteam spielt, wäre die Verteilung des Abzuges wohl anders verlaufen, erklärt Seybel. Vor dieser Spielzeit war aber unter dem neuen Trainer Michael Hauptmann nicht zu erwarten, dass der Umbruch so gut verlaufen wird. Das Damenteam der ESG dagegen braucht jeden Punkt im Abstiegskampf der Bezirksoberliga.

Punktabzüge betreffen das klassenhöchste Team

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Die Abzüge betreffen jeweils das Team des Vereins, das in der höchsten Klasse spielt. Spielen die Männer- und Frauen auf gleicher Ebene muss nach der Schiedsrichterordnung der Verein vor Beginn der Hallenrunde die Verteilung der Punktabzüge festlegen.

Inzwischen sehen die Verantwortlichen der ESG Crumstadt/Goddelau jedoch Licht am Ende des Tunnels. So gelang es, aktive Handballer dazu zu bewegen, das Amt des Schiedsrichters auszuüben.

Allerdings bleibt abzuwarten, ob diese dabei bleiben. Als großes Problem sieht Seybel, dass viele junge Schiedsrichter durch Eltern oder Trainer oder sonstige Funktionsträger am Spielfeldrand beschimpft oder beleidigt werden, wodurch sie die Lust am Schiedsrichteramt verlieren.

So ist es nicht verwunderlich, dass im Bezirk Darmstadt meist Schiedsrichter mit höherem Alter die Spiele leiten. Allerdings würde sich Seybel wünschen, dass die Verantwortlichen für die Schiedsrichter im Bezirk Darmstadt flexibler gieren, wenn Schiedsrichter auch zugleich aktive Handballer sind.

„Für jede Erwachsenenmannschaft, die an der Hallenrunde teilnimmt, müssen zwei Schiedsrichter gemeldet werden“, so Seybel. Zudem ist jede am Spielbetrieb teilnehmende Handballspielgemeinschaft verpflichtet zur Sicherung des Spielbetriebs der Jugend auf Bezirksebene zwei Schiedsrichter zu melden. Ein weiterer ist zu melden, wenn die Jugendmannschaften auf Verbandsebene spielen. Inzwischen hat es sich eingebürgert, dass Schiedsrichter von anderen Vereinen abgeworben werden, um die Strafen zu umgehen.

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Steigerung der Geldstrafe von 200 bis 800 Euro

Dies allerdings löst das Problem der fehlenden Unparteiischen nicht. In den ersten Jahren, wo das Schiedsrichtersoll nicht erfüllt wird, müssen lediglich Geldstrafen bezahlt werden: Wird das Schiedsrichtersoll von einem Verein bzw. einer Handballspielgemein- schaft nicht erfüllt, so muss der Bezirksvorsitzende eine Geldstrafe in Höhe von 200 Euro je fehlendem Schiedsrichter im Verein aussprechen.

Wird das Schiedsrichtersoll nach einer Bestrafung auch in den folgenden Hallenrunden nicht erfüllt, so wird für jeden im Wiederholungsfall fehlenden Schiedsrichter eine Geldstrafe in Höhe von 400 Euro ausgesprochen. Daneben ist für jeden im Wiederholungsfall fehlenden Schiedsrichter bei der obersten im Bereich des HHV spielenden aktiven Mannschaft ein Punkt abzuziehen. Pro Verein oder HSG dürfen allerdings nicht mehr als acht Punkte abgezogen werden.

Wird das Soll nach einer Bestrafung auch im dritten Jahr nicht erfüllt, sind pro fehlendem Unparteiischem 800 Euro fällig. Daneben wird für jeden im erneuten Wiederholungsfall fehlenden Schiedsrichter bei der obersten im Bereich des HHV spielenden Mannschaft ein Punkt abgezogen.

„Wir müssen auch noch mit rund 3000 Euro Strafen rechnen“, erklärt Volker Seybel. So bleibt die Hoffnung der ESG, dass das Schiedsrichtergespann Norbert Pudel/Norbert Roth weiterhin aktiv bleibt und seine Karriere nicht beendet. Pudel/Roth werden am letzten Spieltag der Bezirksliga A am 29. April bei der Partie HSG Bensheim/Auerbach gegen TV Trebur eingesetzt, wo die Entscheidung über den Aufsteiger in die Bezirksoberliga Darmstadt fallen kann.