Ernüchterung vor Geisterkulisse

Kein Vorbeikommen: Löwe Hendrik Pekeler (hinten) gerät mit Szegeds Balogh Zsolt aneinander. Foto: dpa  Foto: dpa

Die Chance auf den Gruppensieg in der Champions League haben die Rhein-Neckar Löwen verspielt. Nun droht dem schon lange für das Achtelfinale qualifizierten...

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FRANKFURT/MANNHEIM. Die Chance auf den Gruppensieg in der Champions League haben die Rhein-Neckar Löwen verspielt. Nun droht dem schon lange für das Achtelfinale qualifizierten Handball-Bundesligisten aber gar der Absturz auf Rang vier – und damit ein deutsches Duell mit dem THW Kiel. „Wir wollten Gruppensieger werden, davon sind wir jetzt meilenweit entfernt“, sagte am Mittwochabend der Sportliche Leiter Oliver Roggisch nach der deprimierenden Vorstellung des deutschen Meisters bei der 24:30 (12:14)-Niederlage gegen Pick Szeged in Frankfurt.

Der ungarische Vize-Meister zog in der Tabelle der Gruppe B an den Nordbadenern vorbei. Für die Löwen ist theoretisch allerdings noch Rang zwei drin – aber auch nur, wenn Vive Tauron Kielce am Samstag gegen Meshkov Brest unentschieden spielt und es zu einem Dreiervergleich zwischen Szeged, den Löwen und Kielce kommt. Das ist aber ein unwahrscheinliches Szenario, wie auch Trainer Nikolaj Jacobsen glaubt.

Trainer Jacobsen rechnet nur noch mit Rang vier

Vielmehr droht Rang vier – und ein Achtelfinal-Duell mit dem THW Kiel. „Das Rennen ist gelaufen, wir werden Vierter“, sagte der Däne. Dann käme es im Achtelfinale zum deutsch-deutschen Kracher. „Das ist das Szenario, das wir unbedingt vermeiden wollten“, sagte Hendrik Pekeler.

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Bei einem Weiterkommen würden die Löwen im Viertelfinale ziemlich sicher auf den FC Barcelona treffen, der zuletzt 2015 die Champions League gewann. „Wir haben uns für den schweren Weg entschieden“, sagte Rechtsaußen Patrick Groetzki. Er dachte dabei auch noch einmal an die Niederlage in Celje vor einer Woche. Damals ließen die Löwen die erste Chance aus, zumindest Platz zwei zu sichern.

Erneut trug das Jacobsen-Team die Begegnung nicht in der Mannheimer SAP-Arena aus, sondern in der Frankfurter Fraport-Arena. Gerade einmal 1230 Zuschauer verloren sich in der Halle – und die sahen einen gruseligen Auftritt der Löwen. „Mit sechs Toren zu Hause zu verlieren, das ist eine kleine Katastrophe“, haderte denn auch Spielmacher Andy Schmid.

Am Samstag müssen die Löwen in der Bundesliga eine Pflichtaufgabe absolvieren: Gegen Minden sind die Mannheimer Favorit. „Wichtig ist, das wir mit großer Konzentration an die Aufgabe gehen“, betonte Patrick Groetzki. Los geht es um 19 Uhr in der SAP-Arena.

Von Rudolf Schiffmann