Mainz-05-Verteidiger Stefan Bell: Die Schule war die härteste Zeit
Gleich vier Fragestellern musste Mainz 05-Spieler Stefan Bell Rede und Antwort stehen. Im Interview mit den AZ-Schülerreporterinnen vom Gymnasium Nieder-Olm verriet der Vize-Kapitän auch einiges über seine Zukunftspläne.
Von Michelle Arlt, Leonie Hilß, Tabea Hoffmann und Lilian Jaeger
Mainz-05-Trainer Martin Schmidt (hinten Mitte) nahm sich in der Opel Arena Zeit für ein Gespräch mit den AZ-Schülerreportern (hinten von links) Sophia Gumpert, Michelle Arlt, Lilian Jaeger, Moritz Eckhard, Tomke Lang, Julia De Filippo sowie (vorne von links) Leonie Hilß und Tabea Hoffmann. Das Video-Interview dazu finden Sie unter www.allgemeine-zeitung.de. Foto: Torsten Boor
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Torsten Boor)
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MAINZ - Als Stammspieler und Vize-Kapitän steht Stefan Bell beim Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 oft im Mittelpunkt. Am Donnerstag stellte er sich den Fragen der AZ-Schülerreporter vom Gymnasium Nieder-Olm, die ihn im Rahmen der Aktion „05er-Klassenzimmer“ zu einem Gespräch baten.
Wie sind Sie zum Fußball gekommen?
Stefan Bell: Ich glaube, wie die meisten kleinen Kinder bin ich direkt mit vier, fünf Jahren im Fußballverein angemeldet worden, einfach reingegangen, weil alle Nachbarskinder auch im Verein sind und dann bis heute dabei geblieben.
Tragen Sie viel Verantwortung als Vize-Kapitän von Mainz 05?
Stefan Bell: Es ist schon so, dass ich in den letzten Jahren immer mehr Verantwortung bekomme, auch weil ich schon lange hier im Verein bin. Durch die Kapitänsbinde hat sich jetzt nicht so viel verändert, außer, dass die Medien mehr Interviews machen wollen und ich mich der Öffentlichkeit stellen muss, aber in der Kabine ist es nicht so wichtig, ob man die Binde trägt oder nicht, sondern es kommt eher darauf an, wie lange man da ist und was für ein Typ man ist.
Mainz-05-Trainer Martin Schmidt (hinten Mitte) nahm sich in der Opel Arena Zeit für ein Gespräch mit den AZ-Schülerreportern (hinten von links) Sophia Gumpert, Michelle Arlt, Lilian Jaeger, Moritz Eckhard, Tomke Lang, Julia De Filippo sowie (vorne von links) Leonie Hilß und Tabea Hoffmann. Das Video-Interview dazu finden Sie unter www.allgemeine-zeitung.de. Foto: Torsten Boor Foto:
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05-Profi Stefan Bell (Mitte) berichtete den Nachwuchs-Journalisten über das Leben als Fußballer. Foto: Sophia Gumpert Foto:
Sophia Gumpert
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Sie haben zum ersten Mal in der Europa League gespielt, wie war das Gefühl, und war es eine wichtige Erfahrung für Sie?
Stefan Bell: Ja, es war schon wichtig. Ich habe selbst schon vor zwei Jahren die Quali gegen Tripolis gespielt und war jetzt froh, dass wir die Quali nicht spielen mussten und direkt in die Europa League gekommen sind. Das war schon etwas Besonderes, so viele Spiele zu haben, auch unter der Woche, das war auf jeden Fall eine Erfahrung, die man mal gerne gemacht hat.
Können Sie sich eine Karriere in der Nationalmannschaft vorstellen?
Stefan Bell: Es ist natürlich immer ein Traum, aber ich bin jetzt schon mit 25 im gehobenen Alter im Fußball. Deshalb denke ich, das Thema ist vorbei. Ich habe viele Spiele für die U-Nationalmannschafte gemacht. Dabei wird es wohl bleiben.
STEFAN BELL PRIVAT
Was ist Ihr Lieblingsessen und haben Sie ein Lieblingsrestaurant? Pizza und Spaghetti bei Pizza Pepe in der Altstadt.
Spielen sie gerne Fifa? Wenn ja, mit welcher Mannschaft am liebsten? Ich spiele kein Fifa. Wenn ich PlayStation spiele, dann andere Spiele, die nichts mit Fußball zu tun haben.
Haben Sie eine Lieblingsserie?
Stromberg ist schon lustig.
Haben Sie ein Haustier und wenn ja welches?
Ich hatte mal eine Katze, aber jetzt wohne ich in einer WG. Irgendwann wird es ein Hund werden.
Was ist ihr Wunschurlaubsziel?
Neuseeland.
Hatten Sie früher andere Berufswünsche?
Nein, ich bin froh, dass ich mich nie entscheiden musste. Ich hatte mich mal als Bürokaufmann beworben.
Wollten Sie früher in einer anderen Sportart Profi werden?
Nein, ich war immer fußballgeprägt.
Gab es eine besondere Spielsituation, an die Sie sich noch erinnern beziehungsweise die Sie bis heute geprägt hat?
Stefan Bell: Was man sich als Verteidiger behält, sind natürlich oft die Tore, weil man nicht so viele macht. Was mir immer in Erinnerung bleibt, ist das Spiel gegen Schalke, in dem ich zwei Tore gemacht habe. Das war das Spiel, das uns damals die Saison gerettet hat.
Gibt es in der Mannschaft Spieler, mit denen Sie gut befreundet sind und auch privat Kontakt haben?
Stefan Bell: Am meisten gemacht habe ich eigentlich mit Christoph Moritz und Julian Koch, aber die sind beide in den vergangenen Jahren gewechselt. In der aktuellen Mannschaft sind es Alexander Hack und Fabian Frei zum Beispiel, mit denen ich viel unternehme.
Haben Sie gute Freunde in anderen Vereinen? Und ist es ein komisches Gefühl gegen sie zu spielen?
Stefan Bell: Durch die Jugend Nationalmannschaften kennt man schon viele Spieler mittlerweile, ich kenne fast in jedem Bundesliga-Verein einen Spieler. Für die 90 Minuten selbst hat es selten oder gar keinen Einfluss. Aber vor dem Spiel unterhalten wir uns und nach dem Spiel telefonieren wir auch mal miteinander.
Sie sind Präsident von ihrem Heimatverein FV Vilja Wehr. Wie engagieren Sie sich dort?
Stefan Bell: Ich bin erster Vorsitzender und meine Aufgabe ist es, den Verein etwas zusammenzuhalten. Als großes Projekt wollen wir ein Kunstrasenplatz bauen. Dafür treffen wir im Moment die Vorbereitungen.
Wie war Ihre Schulzeit? War es schwer Schule und Fußball zu vereinbaren?
Stefan Bell: Ich habe mein Abitur auf der IGS Bretzenheim gemacht. Ich hatte teilweise bis fünf Uhr Schule und musste danach noch ins Training. Am Wochenende war ich immer unterwegs, samstags im Training und sonntags beim Spiel. Es war schon die härteste Zeit damals.
Stefan Bell: Meine Familie wohnt von hier ungefähr 70 Minuten entfernt, und es ist machbar ein bis zweimal im Monat hinzufahren.
Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit außer Fußball spielen?
Stefan Bell: Ich würde gerne mehr anderen Sport machen, zum Beispiel Tennis und Badminton, aber es ist schwierig, es oft zu verbinden.
Wie hat es sich angefühlt am Rosenmontag auf dem Wagen von Mainz 05 mitzufahren? Sind Sie Fastnachtsfan?
Stefan Bell: Ja, aber früher mehr, es hat die letzten Jahre etwas nachgelassen. Der Rosenmontagszugszug war schon beeindruckend, Ich bin noch nie mitgefahren auf dem Zug, und es ist unfassbar, was das für Menschenmassen sind, durch die man da durchfährt. Es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht, vor allem bei dem guten Wetter und auch, weil wir das Spiel davor gewonnen haben.
Wie ist Ihr Gefühl für die Saison? Auf welchen Tabellenplatz erhoffen Sie sich am Ende zu stehen?
Stefan Bell: Ich denke, wir stehen gut da. Wir haben sechs Punkte Vorsprung nach unten auf den Abstiegsplatz und das ist sehr wichtig für uns, dass wir so wenig wie möglich mit dem Abstiegskampf zu tun haben. Wenn wir den Abstand bis zum Ende der Saison halten und sie sicher in der Mitte die Tabelle beenden, bin ich sehr, sehr glücklich.
Welche Erwartungen haben Sie zum Spiel am Wochenende gegen Darmstadt?
Stefan Bell: Wir fahren da natürlich hin, um zu gewinnen, aber wissen, dass es nicht so einfach wird, wie es in der Tabelle aussieht. Jeder weiß, wie der SV Darmstadt 98 spielt und wie es dort zu Hause aussieht. Sie spielen einen sehr kampfbetonten Fußball, wo es dann auch mal nicht so sehr über das Spielerische geht, sondern viel über Zweikämpfe.
Ihr Vertrag beim FSV Mainz 05 läuft 2018 aus. Haben Sie schon genaue Zukunftspläne?
Stefan Bell: Nein, aktuell nicht. Es sind zwar noch eineinhalb Jahre, aber gefühlt ist es kurz vor dem Auslaufen. Ich gehe davon aus, dass es am Ende der Saison im Sommer ein Gespräch gibt, aber im Moment ist das für mich kein Thema.