Weiterer Ausfall vor Lilien-Heimspiel gegen Sandhausen

aus SV Darmstadt 98

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Hat trotz einiger Verletzte Spaß daran, über neue Aufstellungen seines Teams zu grübeln: Lilien-Trainer Torsten Lieberknecht.  Foto: Eduard Martin

Ein Offensivmann hat sich unter der Woche im Training verletzt, doch Trainer Lieberknecht geht mit gleich mehreren positiven Erkenntnissen in das erste Spiel am Böllenfalltor.

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DARMSTADT. Sorgenfalten waren zwar noch keine zu erkennen, doch etwas bedrückt wirkte er schon. Torsten Lieberknecht, Trainer des Fußball-Zweitligisten SV Darmstadt 98, hat vor dem ersten Heimspiel der Saison am Freitagabend, 18.30 Uhr, gegen den SV Sandhausen den nächsten Ausfall zu beklagen. Und das ausgerechnet im Sturm, wo derzeit sowieso schon kein personelles Überangebot herrscht. Neuzugang Oscar Vilhelmsson hat es erwischt, der Schwede hat sich Mitte der Woche im Training zwei Bänder im Sprunggelenk gerissen und wird damit erstmal fehlen. „Wir hatten noch auf einen schnellen Heilungsverlauf gehofft, aber die Schwellung am Fuß ist einfach zu groß. Wir hoffen, dass er zum Pokalspiel in Ingolstadt wieder zur Verfügung steht“, sagte Lieberknecht auf der Spieltagspressekonferenz.

Neuzugang Zimmermann eine Option

Neben Vilhelmsson stehen bekanntermaßen auch Aaron Seydel, Mathias Honsak, Thomas Isherwood und Jliohn Sesay verletzungsbedingt nicht zur Verfügung, Patric Pfeiffer ist nach seiner Gelb-Roten Karte in Regensburg gesperrt. Nicht schön, wie Lieberknecht sagt, aber grundsätzlich sei es eben Teil seines Jobs, in solchen Situationen gute Lösungen zu finden. „Dieses Grübeln macht mir auch echt Spaß, vor allem, weil wir ein geiles Heimspiel vor der Brust haben“, so der Pfälzer.

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In diesem könnte Neuzugang Christoph Zimmermann, den die Lilien am Mittwoch verpflichtet hatten, gleich sein Startelfdebüt feiern, da es neben dem Sturm ja auch in der Innenverteidigung zwickt. Sein Chef, Lieberknecht, hält sich mit einer Prognose noch bedeckt, ist aber grundsätzlich voll des Lobes über den 1,94-Meter-Hünen. „Er macht physisch einen richtig guten Eindruck und ich hatte mit keinem Spieler bislang ein so tolles erstes Gespräch. Wenn er fit bleibt, wird er uns helfen.“

Der 29-Jährige wird aber sicherlich das eine oder andere Spiel brauchen, um wieder in den Flow zu kommen. Bei seinem alten Verein, Norwich City, kam Zimmermann in der vergangenen Saison nur auf drei Premier-League-Einsätze und hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Im Heimspiel gegen Sandhausen stehen seine Chancen auf einen Einsatz dennoch gut.

Lieberknecht baut auf die Fans

Ob „Zimbo, der Vierte“, wie er gleich nach seiner Ankunft vom Trainerteam getauft wurde (er ist der vierte Zimmermann beim SV 98), direkt seinen ersten Sieg im Dress der Lilien feiern wird, bleibt abzuwarten. Trainer Lieberknecht weiß um die Schwere der Aufgabe, Sandhausen kommt nach dem 2:1-Auftakterfolg gegen Bundesliga-Absteiger Arminia Bielefeld plus positiven Ergebnissen aus der Vorbereitung mit ordentlich Aufwind ans Böllenfalltor. „Wir müssen diesen Gegner sehr ernst nehmen, wollen aber unser ganzes Potenzial entfalten, um mit einem Erfolgserlebnis in die Saison reinzukommen“, sagt der Coach.

Die ärgerliche 0:2-Pleite zum Start in Regensburg habe man unter dem Lilien-Dach ausreichend analysiert und viele positive Erkenntnisse mit in die kurze Woche genommen. „Die Jungs haben viele Dinge gut umgesetzt, wir hatten einen guten Plan und konnten sogar in Unterzahl Druck aufbauen. Das zeigt, dass wir fit sind“, sagt Lieberknecht.

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Zudem sei nochmals klarer geworden, dass Stürmer Phillip Tietz noch wertvoller für das Team ist, wenn er einen Sturmpartner an seiner Seite hat. Dumm nur, dass der einzige potenzielle Partner, Vilhelmsson, nun fehlt. Magnus Warming sei eher ein Allrounder, der in Regensburg viel unterwegs war und einen guten ersten Eindruck hinterließ. Vielleicht rücken Tobias Kempe oder Marvin Mehlem weiter nach vorne, um Tietz zu unterstützen, eine echte zweite Spitze wird es aber zumindest gegen Sandhausen nicht geben.

Dafür aber ein ausverkauftes Böllenfalltor. Sicherlich keine große Überraschung, Lieberknecht freut´s trotzdem. „Wir brauchen die Fans schon am zweiten Spieltag massiver als vielleicht in den vergangenen Jahren. Wir wollen einen besseren Start hinlegen als in der letzten Saison und haben nach dem Spiel in Regensburg auch ein bisschen Wut im Bauch“, sagt Lieberknecht, der mit den Anhängern einen „heißen Tag“ erleben will. Das wird es so oder so, bei Anpfiff sind in Darmstadt noch rund 30 Grad gemeldet. Dann heißt es: kühlen Kopf bewahren, Fehlstart vermeiden. Leicht wird das nicht.

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