Was für ein Kampf: SV 98 siegt 2:1 gegen Mainz

aus SV Darmstadt 98

Thema folgen
Kapitän Aytac Sulu nach seinem Treffer zum 1:0.  Foto: Huebner/Ulrich

Der SV Darmstadt 98 feierte mit einem 2:1-Sieg gegen Mainz 05 den vierten Dreier in dieser Saison. Es war beeindruckend, wie ein schon (fast) als Absteiger feststehendes Team...

Anzeige

DARMSTADT. Der SV Darmstadt 98 feierte mit einem 2:1-Sieg gegen Mainz 05 den vierten Dreier in dieser Saison. Es war beeindruckend, wie ein schon (fast) als Absteiger feststehendes Team die Mainzer niederrang. Nach einer frühen 2:0-Führung verdauten die Lilien sowohl den 1:2-Anschlusstreffer kurz vor der Pause als auch eine Gelb-Rote Karte in der 59. Minute gegen Mario Vrancic. Das Motto "Du musst kämpfen", mit dem die Darmstädter zum Gedenken an Jonathan Heimes angetreten waren und ein Sondertrikot trugen, wurde mit Leben erfüllt.

Mit einigen Minuten Verspätung startete das Derby, da die Mainzer Fans mit Pyros das Stadion eingenebelt hatten. Doch die Lilien bewahrten den Überblick und versetzten die Darmstädter Fans in ungläubiges Staunen. Nach der Niederlage in Bremen ist zwar der Klassenerhalt in fast unerreichbare Ferne gerückt, doch der SV 98 zeigt sich davon unbeeindruckt. Ja vielleicht befreit das die Lilien gar von großem Druck. Bereits nach fünf Minuten zappelte der Ball im Netz der Mainzer. Nach einem Eckball von Mario Vrancic erzielte Aytac Sulu mit seinem ersten Saisontreffer die Führung - es war zudem der erste Saisontreffer nach einem Eckball. Und es sollte noch besser kommen. Andre Ramalho, der in der Anfangsphase der große Unsicherheitsfaktor in der Mainzer Abwehr war, foulte Gondorf. Sidney Sam brachte den SV 98 per Foulelfmeter mit 2:0 nach vorn. Welch ein Auftakt.

Anzeige

Die Lilien, bei denen Sven Schipplock den an der Wade verletzten Antonio Colak im Sturm ersetzte, machten weiter Druck. Glück hatten die Mainzer, dass Ramalho nach einem Foul an Sam (18.) nur Gelb statt Rot sah. Vrancic (20.), dessen Freistoß Torhüter Lössl gerade noch so über die Latte lenkte, hätte fast gar noch das 3:0 erzielt. Zudem hätten sich die Mainzer nicht beschweren dürfen, wenn Schiedsrichter Willenborg nach einem Foul an Jerome Gondorf erneut auf Elfmeter entschieden hätte.

Doch die Mainzer fanden nach und nach in die Partie. Fabian Holland rettete auf der Linie gegen De Blasis und verhinderte den Anschlusstreffer (44.), der in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nach einer weiteren Ecke der Mainzer dann doch noch fiel. Quaison brachte die 05er zurück ins Spiel.

Wie im ersten Abschnitt legte auch der SV 98 nach dem Wechsel los wie die Feuer. Vrancic (51.), vor allem aber Schipplock (52.), der nach einem Missverständnis in der Mainzer Abwehr frei aufs Tor zulief, aber an Lössl scheiterte, hätten wieder für ein Zwei-Tore-Polster sorgen können. Doch dann wurde es bitter für die Lilien. Vrancic, der nach einer Schwalbe kurz zuvor Gelb gesehen hatte, musste nach einem Allerweltsfoul mit Gelb-Rot vom Platz (59.). Gut 30 Minuten in Unterzahl - eine schwere Hypothek für die Lilien.

Vor dem Platzverweis Quasion (54.), dann Öztunali (65.) hatten erste Mainzer Chancen in einer immer ruppiger werdenden Partie. Schiedsrichter Willenborg verlor völlig den Faden. Nach einem absichtlichen Handspiel von Cordoba, der bereits Gelb gesehen hatte, zückte er nicht Gelb-Rot (80.) - inkonsequenter kann man nicht pfeifen. Aber die Darmstädter waren angestachelt und kämpften, als gäbe es kein Morgen - und brachten das 2:1 über die Zeit.

Anzeige

!function(d,s,id){var js,fjs=d.getElementsByTagName(s)[0],p=/^http:/.test(d.location)?'http':'https';if(!d.getElementById(id)){js=d.createElement(s);js.id=id;js.src=p+"://platform.twitter.com/widgets.js";fjs.parentNode.insertBefore(js,fjs);}}(document,"script","twitter-wjs");

Von Jens-Jörg Wannemacher