Ein Traumtor und ein Doppelpack: SV 98 besiegt Werder klar

aus SV Darmstadt 98

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Bremens Niklas Schmidt (l) uns Darmstadts Tobias Kempe kämpfen um den Ball. Foto: dpa/Uwe Anspach

Der vierte Heimsieg in Serie ist perfekt. Der SV Darmstadt 98 gewinnt gegen Werder Bremen deutlich mit 3:0. Fabian Holland und Luca Pfeiffer ebneten den Weg für die drei Punkte.

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DARMSTADT. Der SV Darmstadt 98 ist in der Zweiten Bundesliga zu einer richtigen Heimmacht geworden. Die Lilien bezwangen Bundesligaabsteiger Werder Bremen am Sonntag mit 3:0. Fabian Holland leitete mit einem Traumtor kurz vor der Pause den Sieg ein. Luca Pfeiffer machte mit einem Doppelpack binnen sechs Minuten (65. und 71.) im zweiten Durchgang dann den Sack zu. Mit Werder Bremen war ein großer Name zu Gast am Böllenfalltor. Das Duell zwischen den Lilien und den Norddeutschen gab es bisher nur im Fußballoberhaus. Bei der Premiere in der Zweiten Liga musste Darmstadts Trainer Torsten Lieberknecht auf den an Corona erkrankten Klaus Gjasula verzichten. Er wurde von Fabian Schnellhardt vertreten. Für Brisanz sorgte die Rückkehr von Ex-Lilien-Coach Markus Anfang, dessen Abgang im Juni Richtung Bremen in Südhessen für ordentlich Wirbel und Ärger gesorgt hatte. Die Darmstädter Anhänger nehmen Anfang dies noch immer übel und begrüßten den 47-Jährigen entsprechend mit lautstarken Pfiffen an seiner einstigen Wirkungsstätte.

Die Darmstädter hatten vom Anpfiff weg keine Angst vor dem Bundesliga-Absteiger und starteten deutlich besser in die Partie als die Gäste. Werder kam in den ersten Minuten der Partie kaum über die Mittellinie. Denn die Lilien pressten hoch, griffen den ballführenden Spieler meist schon in der eigenen Hälfte an, erstickten so die Bremer Angriffsbemühungen oft schon im Keim. Und kamen dadurch immer wieder in die Nähe des Bremer Strafraum. Was in der ersten Viertelstunde fehlte, waren die eindeutigen Torchancen. Die bekamen die 13.000 Zuschauer am Böllenfalltor dann in der 23. Minute zu sehen. Luca Pfeiffer schaltete schnell um, hatte das Auge für den mitgelaufenen Matthias Bader, der den Ball gefährlich in den Sechzehner brachte. Bevor Phillip Tietz seinen Fuß ans Spielgerät bekommen konnte, klärte ein Bremer allerdings zur Ecke. Nur vier Minuten später der nächste gute Angriff der Hausherren. Diesmal war es Benjamin Goller, der scharf in die Gefahrenzone flankte. Wieder verhinderte ein Bremer Bein einen Abschluss. Der folgende Eckball von Tobias Kempe fand den Kopf von Tietz. Dessen Abschluss war aber kein Problem für Bremens Schlussmann Michael Zetterer. Deutlich näher am Führungstreffer war in der 31. Minute Tietz Sturmpartner Pfeiffer. Ex-Darmstädter Lars Lukas Mai hinderte Pfeiffer, der einschussbereit im Fünfmeterraum stand, jedoch gerade noch an einem sauberen Abschluss.

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Holland mit Traumtor

Die Lilien hatten sich inzwischen also ein deutliches Chancen-Plus erarbeitet und die Führung wäre inzwischen verdient gewesen. Die Druckphase der Darmstädter ließ dann allerdings nach. Das Spiel plätscherte ein wenig vor sich hin. Bis zur 45. Minute. Da rüttelte Kapitän Fabian Holland, der bis hierhin durch die eine oder andere Unkonzentriertheit aufgefallen war, mit einem Traumtor alle wieder wach. Aus etwa 20 Metern fasste Holland sich ein Herz, nachdem Mai unsauber klärte und seine ehemaligen Kollegen damit beschenkte, ließ den Ball lässig von der Brust abtropfen und zog aus dem Lauf volles Rohr ab. Der Ball schlug im rechten oberen Toreck ein. Für die Akteure auf dem Feld gab es kein Halten mehr. Geschlossen sprinteten sie alle in Richtung Bank und jubelten gemeinsam mit Trainern und Auswechselspielern.

Nach der Pause fiel dann auch den Bremern ein, dass sie zum Fußballspielen und nicht nur Zuschauen nach Darmstadt gereist waren. Trainer Anfang brachte mit Felix Agu und Romano Schmid zwei neue Kräfte. Seine Mannschaft kam spritziger aus der Kabine als die Lilien und hatte in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit deutlich mehr Ballbesitz. Doch die Defensive um die Viererabwehrkette der Lilien stand sicher, sodass die Gäste die statistische Überlegenheit nicht in gefährliche Torchancen ummünzen konnten. Zumindest bis zur 59. Minute, als es ein kräftiges Durcheinander im Darmstädter Strafraum gab und der SV 98 den Ball einfach nicht geklärt bekamen. Die Folge: Marcel Schuhen rettete mit einer Glanzparade gegen den eingewechselten Schmid die Führung.

Pfeiffer trifft doppelt - Schmähgesänge für Anfang

Und wie es so oft im Fußball ist, wenn man die eigenen Chancen nicht nutzt, dann wird das bestraft. Und in diesem Fall eiskalt. Ex-Lilie Nicolai leistete sich in der 65. Minute einen katastrophalen – und völlig unnötigen – Rückpass, der eigentlich für seinen Keeper gedacht war. Der Pass geriet deutlich zu kurz und wurde zur Steilvorlage für Pfeiffer, vor Zetterer cool bleibt und fast schon lässig zum 2:0 einschiebt. Mindestens genauso lässig, aber in der B-Note noch schöner, war nur sechs Minuten später das 3:0 von jenem Pfeiffer. Nach einer langen Freistoßflanke von Holland, netzt der Goalgetter aus spitzem Winkel zur Vorentscheidung ein. Das siebte Saisontor der Darmstädter Nummer 16. Die Lilien-Fans verfielen in völlige Ekstase, feierten ihre Mannschaft leidenschaftlich und konnten es sich nicht nehmen lassen, nochmal gegen Anfang zu sticheln: „Siehst du Anfang, so wird das gemacht“ hallte es durchs Stadion. Doppelpacker Pfeiffer durfte sich drei Minuten vor Abpfiff seinen verdienten Sonderapplaus. Für ihn kam Aaron Seydel in die Partie. Die verbliebenen Minuten waren aber nur noch Kür. Es blieb beim verdienten 3:0 für den SV 98.

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