Der Reifeprozess des SV Gammelsbach

Er hat den SV Gammelsbach in den vergangenen Monaten geformt und erfolgreich gemacht: Trainer Luca di Paolo. Archivfoto: Joaquim Ferreira

Der Odenwälder B-Ligist will an die erfolgreiche vergangene Spielzeit anknüpfen. Bisher lässt die Vorbereitung auf die neue Saison durchaus aufhorchen.

Anzeige

GAMMELSBACH. Es war ohne Zweifel das Spieljahr des SV Gammelsbach, auch wenn es zum Schluss wegen des direkten Vergleichs nicht ganz zur Meisterschaft in der Kreisliga B reichte. In der neuen Saison zeigen sich die Fußballer aus dem Südzipfel des Odenwalds selbstbewusst und wollen wieder vorne angreifen.

Und was hatte diese Mannschaft aus der Oberzent nicht alles wegzustecken: Verletzungen, Coronawelle und immer wieder Spielverlegungen, die das Team in der Aufstiegsrunde nie richtig in einen Spielrhythmus finden ließen. Dennoch ging die taktisch clevere Mannschaft, so zumindest die Wertschätzung der Gegner, als Sieger der Hinrunde in die anschließende Aufstiegsgruppe. Zählt man die Punkte der Hin- und Finalrunde zusammen, dann hat der SVG fünf Punkte mehr erkämpft, als es der Sieger TSV Sensbachtal letztlich tat. "Ich will da aber auf keinen Fall Missverständnisse aufkommen lassen, der TSV hat völlig verdient den Aufstieg realisiert", sagt Thomas Gruber, Sportlicher Leiter der Freiensteiner. In den zwei Duellen mit Nachbar Sensbachtal war der SVG zweimal unterlegen, spielte wie der Rivale 29 Punkte ein und kassierte lediglich zehn Gegentreffer in den 14 Spielen der Finalrunde. Es war insgesamt ein Riesenschritt in der Entwicklung einer neuen schlagkräftigen Gammelsbacher Fußballmannschaft, aber auch eines jeden Einzelnen.

Der entscheidende Mann hinter dieser Entwicklung ist Trainer Luca di Paolo, der ein starkes Training anbietet und Ideen hat, die er mit seiner Formation auch umsetzen kann. Das zeigt sich besonders mannschaftstaktisch auf dem Platz. Luca Di Paolo bleibt auch weiterhin Trainer bei den Freiensteinern. Auf Verstärkungen wartet der Coach allerdings vergeblich. Auch, wenn der SVG im Jugendförderverein einen Anteil von 60 bis 70 Prozent stellt. So wird es noch etwas dauern, bis der Nachwuchs in den Aktivenbereich aufsteigen kann. Die Gammelsbacher wollen in der neuen Saison das Erreichte bestätigen. In jedem Fall wieder vorne mitmischen, so lautet die Vorstellung des Sportlichen Leiters, der feststellte, dass die Di Paolo-Elf wieder etwas reifer wurde. Diesen Reifeprozess zeigen auch die beiden Angreifer Nils Schneider und Robin Kreuzer, die mit wichtigen Toren den SVG nach vorne brachten. Sorgen dagegen macht der Ausfall von Innenverteidiger Thomas Fink, der selbst erklärte, dass sein Körper nicht mehr so mitmache, wie er es will und deswegen nicht zu Verfügung steht. Seine Rolle könnte der andere Routinier Andreas Lorenz übernehmen, aber diese Absage ist eine klare Schwächung des Di Paolo-Ensembels. Dennoch muss festgehalten werden, dass die jungen Spieler sich mehr zutrauen, das sei unübersehbar, meint Thomas Gruber. Dafür spricht auch die überfallartige Spielweise: "Wir versuchen immer, in der Umschaltbewegung mit einem hohen Tempo unser Spiel vorzutragen. Vor allem über die Außen, deswegen müssen wir mit unserer jungen Mannschaft auch nicht so intensiv in die Zweikämpfe eintauchen. Und hinten spielen wir es sowieso geduldig und recht souverän", beschreibt Gruber die Stärken.

In der laufenden Vorbereitung lassen erste Ergebnisse aufhorchen: 5:1 gegen FSV Erbach und 7:0 gegen den in Bestbesetzung angetretenen SV Beerfelden lassen in Gammelsbach die Vorfreude auf den Start ansteigen.