Schott nach Elfer-Drama im Finale

In der 5. Minute jubeln die Spieler des TSV Schott erstmals. Hier feiert Silas Schwarz mit Torschütze Etienne Portmann (rechts) das 1:0. Am Ende sind die Mainzer strahlende Sieger vom Punkt. Foto: Klaus Landry

In einem umkämpften Verbandspokal-Duell siegt der Mainzer Regionalligist bei FV Dudenhofen. In 120 Minuten lieferten sich die beide Teams einen packenden Pokalfight.

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DUDENHOFEN. Nach 120 Minuten und 18 Elfmetern war es geschafft. Der TSV Schott Mainz hat sich ins Finale des Fußball-Verbandspokals gezittert. 1:1 stand es nach 90 und 120 Minuten beim FV Dudenhofen. Je ein Feldverweis hüben wie drüben, ein vergebener Elfmeter mit Abpfiff und fünf weitere danach sorgten für viele Emotionen bei den 605 Zuschauern in der Pfalz. 7:6 siegte Schott im Elfmeterschießen. Der Held des Abends war Keeper Jonas Weyand, der zwar das 1:1 verschuldete, dann aber den finalen Elfer hielt.

Es ging prima los für den TSV. Beim ersten Angriff über die rechte Seite kam Leon Kerns Flanke noch zu druckvoll (3.). Dafür flatterte Silas Schwarz' Distanzschuss genau auf Etienne Portmanns Stirn. Keeper Philipp Schilling sprang ins linke Eck, der Ball schlug rechts von ihm ein (5.). Die frühe Führung. Es schien alles in die Richtung des Favoriten zu laufen. Bis Minute zwölf.

Der FVD spielte sich über rechts durch, Steckpass auf den einkreuzenden Marvin Sprengling, unten ein Kontakt mit Schwarz, Rot wegen Notbremse für den Vorlagengeber (12.). Der TSV war nun im 5-3-1 auf eine enge, tiefe Defensive aus, was eigentlich auch gut klappte. Zwingende Chancen spielten sich die Pfälzer bis zum Seitenwechsel nicht heraus. Doch einmal durfte Standard-Spezialist Steffen Straub aus über 20 Metern zum Freistoß antreten. Jonas Weyand schien den Flatterball fangen zu wollen – und ließ ihn dabei passieren (21.).

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Wer nach dem 1:1 dachte, nun fliegt der Favorit aus der Kurve, irrte sich. Schott blieb stabil und setzte Nadelstiche. Bei Christian Hahns Flanke stand Sho Sannomiya frei (25.), Nicklas Schlossers Distanzschuss strich knapp vorbei (33.). Der FVD probierte es über Sprengling gefährlich aus 20 Metern, nun war Weyand sicher (28.).

Pause, neu sortieren. Das gelang dem TSV gut, die Mainzer waren in Unterzahl phasenweise sogar tonangebend in einem Spiel mit vielen zerfahrenen Momenten. Kern hatte, von Jost Mairose per Freistoß in Szene gesetzt, vor dem Keeper (53.) und per Flugkopfball (60.) die ersten guten Chancen. Dann wurde es laut. Das Mainzer Abseitstor (81.) war noch klar. Eine weggepfiffene XXL-Chance Hahns und vor allem das vermeintlich gelbrotwürdige Foul des Dudenhofeners Pascal Thiede brachten in der Schlussphase die Mainzer Bank in Wallung.

Verlängerung. Und bald Gleichstand auf dem Feld, als Dudenhofens Eric Häußler die Ampelkarte sah (98.). Erstaunlicherweise waren die Platzherren nun wieder mutiger. Doch die Riesenchance zum Sieg hatte der TSV. 120. Minute, Kern kommt nach einem Einwurf zu Fall, Mairose schießt den fälligen Elfmeter in die Arme des Keepers.

Im Elfmeterschießen ging das Drama weiter. Tim Müller zielte weit drüber, dann verwandelten Marvin Sprengling und Jost Mairose, Pascal Thiedes Schuss wurde gehalten, Birkan Celik, Philipp Schilling, Alexander Rimoldi, Steffen Straub, Christian Hahn und Kevin Hoffmann trafen. Erneut Verlängerung. Hüseyin Bakirsu, Justin Neuner, Jonas Raltschitsch und Sven Hoffmann verwandelten, Nils Lihsek und Tom Handrich verballerten, Leon Kern traf mithilfe des Innenpfostens in Millimeterarbeit – und Weyand hielt gegen Julian Scharfenberger. Der TSV fährt zum Finaltag der Amateure. Gegner ist der FK Pirmasens, der in Ludwigshafen 1:0 gewann.

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TSV Schott Mainz: Weyand – Kern, Schwarz, Raltschitsch, Rimoldi, Schlosser (115. Celik) – Mairose, Müller, Portmann – Sannomiya (64. Bakirsu), Hahn.