Schmeichelhafter Sieg für Walldorf

Hessenligist SV Rot-Weiß Walldorf macht gegen Erlensee keine gute Figur. Schon am Montag geht es weiter in Baunatal.

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WALLDORF. "Glück gehabt", entfuhr es einem Anhänger des SV Rot-Weiß. Gerade hatte der Schlusspfiff einen hart erkämpften vielleicht sogar schmeichelhaften 1:0-(0:0)-Sieg des Walldorfer Fußball-Hessenligisten gegen den 1. FC Erlensee besiegelt. "Wir hatten einen sehr starken Gegner", sagte RWW-Trainer Artur Lemm. Ein sogenannter "dreckiger Sieg" sei dieses 1:0 aber nicht gewesen, sondern ein hart umkämpfter. FCE-Trainer Jochen Breideband sagte indes: "Es fühlt sich extrem ungerecht an, extrem unglücklich und wie ein Schlag ins Gesicht."

Denn die Heimelf hätte zur Halbzeit auch schon 0:2 zurückliegen können. Nach nur eineinhalb Minuten führte ein Ballverlust von Maximilian Huß zu einem Konter. FCE-Mittelfeldmann Moritz Kreinbihl bediente den im Strafraum frei stehenden Sebastian Wagner, der nur noch RWW-Torhüter Marcel Czirbus vor sich hatte - und am Ziel vorbeischoss. Eine ebenso dicke Chance vergab Tim Nikolas Zimpel, als er nach einer flachen Hereingabe von Wagner in ähnlicher Position so frei war, das Tor zu verfehlen (33.).

Die Walldorfer kamen allmählich besser ins Spiel. Aber diese Steigerung ist relativ zu sehen. Wie überhaupt das spielerische Niveau zu wünschen übrig ließ. Der Spielfluss auf dem Platz floss jedenfalls eher zähflüssig. Die Lemm-Elf sorgte zwar für die eine oder andere Turbulenz im Gästestrafraum. Einen verheißungsvollen Abschluss brachten die Rot-Weißen jedoch nicht zustande. Die Vakanz an Walldorfer Großchancen füllte sich nach dem Seitenwechsel. In der 52. Minute passte Philipp Velosa diagonal in den Freiraum, in den Luki Matondo vorstieß. Doch der Stürmer schoss Torhüter Alem Omeragic an. So sehr sich der SV Rot-Weiß auch mühte, die Erlenseer dauerhaft in ihrer Hälfte festzupressen - es gelang nicht. Die Gäste vermochten sich immer wieder aus einer drohenden Umklammerung zu befreien. Dies auch deshalb, weil die Walldorfer Aktionen in und um den Strafraum umständlich oder ungenau waren. Es musste ein Weitschuss her. Also zog Nikola Mladenovic einfach mal aus 25 Metern ab. Und wie an der Schnur gezogen sauste der Ball ins rechte obere Eck - 1:0 (85.). Mit einer Glanztat hielt Keeper Czirbus den Rot-Weißen den Sieg fest, als er einen Kopfball von Luca Bergmann aus sieben Metern parierte (90.).

Schon für Montag, Tag der deutschen Einheit (3.), 15 Uhr, steht für den SV Rot-Weiß der nächste Spieltag an. Dann geht es zum KSV Baunatal. Diese Terminballung, zweimal binnen drei Tagen spielen zu müssen, sieht Lemm kritisch. Eine "normale Englische Woche", also mit einem Spieltag an einem Mittwoch, hätte er sinnvoller gefunden. Mit Blick auf diese Belastung habe er den Trainingsplan angepasst.

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SV Rot-Weiß Walldorf: Czirbus - Ludwig, Konaté Lueken (46. Vogler), Matondo (67. Herdt), Vogt (90+2. Kosch), Thomasberger, Matheisen, Borger (74. Neway), Velosa, Mladenovic, Huß. - Tor: 1:0 Mladenovic (85.). - Schiedsrichter: Schleicher (Limburg-Weilburg). - Zuschauer: 250.