Wilde Fahrt am Betzenberg: FCK erkämpft sich Unentschieden

aus 1. FCK

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Torjäger unter sich: Magdeburgs Doppeltorschütze Moritz-Broni Kwarteng (l.) und Kaiserslauterns Terrence Boyd, der den 1:0-Führungstreffer besorgt hatte, kämpfen um den Ball.  Foto: Uwe Anspach/dpa
© Uwe Anspach/dpa

Kaiserslautern und Magdeburg haben den Zuschauern der Zweitligapartie am Sonntag ein wahres Torfestival geboten. Reichlich Diskussionsstoff gab es obenauf.

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KAISERSLAUTERN. Es gibt Fußballspiele, denen man früh anmerkt, dass sie besonders werden. Eine solche Partie erlebten am Sonntag die 35.643 Zuschauer im Fritz-Walter-Stadion. 4:4 (2:3) endete das Zweitligaspiel zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Mit-Aufsteiger Magdeburg letztlich. Doch es waren nicht nur die acht Tore, die für reichlich Redebedarf sorgten.

Rückschlag nach dem Traumstart

Von einem "verrückten Spiel" sprach anschließend Gäste-Trainer Christian Titz, sein Gegenüber Dirk Schuster nannte es einen "wilden Ritt". Recht hatten beide. Den Trainern merkte man aber auch an, dass sie mit dem Ergebnis und dem Spielverlauf nicht wirklich einverstanden waren. Schuster ärgerte sich vor allem über die erste Halbzeit. Die ging zwar mit der frühen Führung durch Terrence Boyd (7.) gut los. Aber Sicherheit gab das Tor den Hausherren eher nicht. Es waren die Gäste, die sich nun fast in einen Rausch spielten. Moritz Kwarteng war nach elf Minuten bereits per Kopf zur Stelle und markierte den Ausgleich - nachdem der Videoschiedsrichter eine vermeintliche Abseitsstellung revidiert hatte. Doch damit nicht genug. Wenig später düpierte Magdeburg die FCK-Abwehr, Mo El Hankouri grätschte den Ball an FCK-Torwart Andreas Luthe vorbei ins Netz - 2:1 für die Gäste (17.). Die Roten Teufel verloren nun völlig den Faden, Magdeburg legte nochmals nach. Diesmal wurde Kwarteng nicht richtig angegangen, feuerte aus der Distanz und stellte auf 3:1 (22.). "Wir waren damit noch gut bedient", sagte Schuster. Seine Mannschaft fand vor der Pause wieder besser ins Spiel, verkürzte durch Boris Tomiak (40.) auf 2:3. Um ein Haar hätte es aber auch die postwendende Antwort gegeben. Jean Zimmer lenkte eine Flanke von Amara Condé auf das eigene Tor, eilte dann aber selbst noch gerade rechtzeitig hinterher und kratzte den Ball von der Linie (43.). In der Nachspielzeit zielte Julian Rieckmann dann knapp über das Tor. Zur Halbzeit war beim FCK dann eine klare Trainer-Ansprache nötig. "Manche muss man ein bisschen aufrütteln, manchen eher mal über den Kopf streichen. Wichtig ist es aber, die richtigen Worte zu finden", gewährte Schuster einen Einblick in die Kabine.

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Auch seine Formation änderte der Trainer, brachte mit Neuzugang Robin Bormuth einen dritten Innenverteidiger, stellte auf Dreierkette um. Es funktionierte. Schnell besorgte Philipp Hercher das 3:3 (47.), die Partie war nun wieder offen und absolut ausgeglichen. In der Folge profitierten die Pfälzer dann vom VAR, der nachträglich ein Foulspiel an Philipp Klement, der wenige Tage nach seinem Wechsel in die Pfalz direkt in der Startelf stand, als strafbar. Mike Wunderlich verwandelte den Elfmeter zum 4:3 (66.). "Eine strittige Entscheidung", fand Magdeburgs Trainer Titz, der sich jedoch mehr über eine andere Szene ärgerte, als ein Handspiel von Jean Zimmer im FCK-Strafraum eben nicht vom VAR geahndet wurde. Glück für den FCK. Das letzte Wort hatte aber dennoch der Gegner. Nach einem abgewehrten Schuss von Jason Ceka prallte der Ball an Tomiaks Rücken und von dort ins eigene Tor. Ein kurioses Eigentor, das letztlich den Sieg kostete. "Der wäre aber auch nicht verdient gewesen", fand Dirk Schuster, der mit dem 4:4 letztlich gut leben kann. Bei aller Kritik an dem taktischen Fehlverhalten, besonders im ersten Durchgang, lobte der Coach aber den Charakter der Mannschaft. Wieder hat sein Team auf einen Rückstand gut reagiert, sich in ein Spiel zurückgekämpft.

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Zufrieden war er auch mit dem ersten Auftritt von Philipp Klement, der sich beim Treffer zum 2:3 auch seinen ersten Assist im FCK-Dress sicherte. "Man sieht schon, dass er eine Verstärkung sein kann mit seiner Ballsicherheit", sagte Schuster. Außerdem hat sich der Neue auch über die volle Spielzeit durchgebissen, was im Vorfeld noch anders klang. "Er hat uns dann aber signalisiert, dass er auch über 90 Minuten Vollgas geben kann", freute sich der Trainer. In den nächsten Tagen wird sich dann zeigen, ob die Pfälzer noch weitere Neuzugänge präsentieren können, ehe es am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) dann beim SV Sandhausen wieder um Punkte geht.

Von Tommy Rhein