Und wieder Derbysieger: FCK schlägt Saarbrücken

aus 1. FCK

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Lange sehen die knapp 16.000 Zuschauer in Saarbrücken ein umkämpftes Derby zwischen Kaiserslautern (links, Alexander Winkler) und Saarbrücken (Antonio Grimaldi). Foto: imago

Vor vollen Rängen findet der 1. FC Kaiserslautern ausgerechnet gegen den Rivalen zu seiner Form zurück. Wenige Chancen reichen zum 2:0-Sieg.

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SAARBRÜCKEN. Die Derby-Serie hält. Mit dem 2:0 (1:0)-Auswärtssieg beim 1. FC Saarbrücken bleibt der 1. FC Kaiserslautern weiterhin in der Dritten Liga ohne Niederlage gegen einen seiner Erz-Rivalen. Und findet außerdem eine Woche noch der unnötigen Heimniederlage gegen Würzburg wieder in die Spur und an die Aufstiegsplätze heran. In einem phasenweise sehr niveauarmen Spiel trafen Boris Tomiak (33.) und Kenny Prince Redondo (67.) für die Roten Teufel. Saarbrücken wachte zu spät auf und hatte erst in der Schlussphase echte Chancen, noch etwas am Ergebnis zu korrigieren.

Aufregung herrschte bereits lange vor dem Anpfiff. Begleitet von zahlreichen Polizisten machten die zahlreichen Gästefans bereits auf dem Weg vom Hauptbahnhof zum Stadion Stimmung, die sich im Stadion nahtlos fortsetzte. Beide Fanlager heizten sich gegenseitig und den Mannschaften mit Choreographien, Sprechchören, aber auch reichlich Pyrotechnik ein. Eine Atmosphäre, mit der das Spiel aber lange Zeit nicht mithalten konnte.

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Saarbrücken kamen die gegen die diesmal wieder sehr stabile Abwehrreihe des FCK in der ersten Halbzeit zu gar keiner gefährlichen Torraumszene. Die Gäste mühten sich, hatten in der Anfangsphase aber lediglich ein Schüsschen von Boris Tomiak (8.) und eine strittige Elfmeterentscheidung zu verzeichnen. Schiedsrichter Florian Badstübner entschied bei der Aktion, als Philipp Hercher zu Fall kam, jedoch nicht auf Strafstoß (13.). Eine zumindest diskutable Entscheidung.

Mit der zweiten Chance trifft der FCK

Im Anschluss gelang auch dem FCK im Offensivspiel zunächst wenig, auch wenn die Roten Teufel optisch überlegen waren. Nach einer halben Stunde wurden die Aktionen der Gäste dann zwingender. Zunächst verpasste Hendrick Zuck nach einer Hercher-Flanke nur knapp das 1:0 (30.). Zwei Minuten später war es dann wieder Zuck, dessen Freistoß am Torpfosten landete – den Abpraller lenkte Tomiak per Kopf zur Führung (32.).

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Wenig später stand dann wieder Schiedsrichter Badstübner im Mittelpunkt: Daniel Hanslik war auf der linken Seite auf dem Weg zum Konter, da stoppte ihn Dominik Ernst mit einer Grätsche von hinten. Der Unparteiische entschied auf Gelb – Rot wäre durchaus angemessen gewesen. Wieder Glück für den FCS und reichlich Aufregung auf dem Rasen. Bis zur Pause beruhigte sich die Partie etwas, auch wenn der FCK nun deutlich gelöster wirkte und vor allem über die rechte Seite immer wieder Druck aufbaute.

Redondo kommt, läuft und wird zum Derbyhelden

Nach dem Seitenwechsel war den Gastgebern anzumerken, dass sie nun aktiver werden wollten. Weiter fehlten aber die echten Torchancen. Stattdessen verpassten die Gäste das 2:0 – Hanslik war frei vor FCS-Keeper Daniel Batz, hatte viel Zeit, scheiterte dann aber am Keeper (55.). Auf der Gegenseite herrschte dann wieder Aufregung, weil der Badstübner ein deutliches Handspiel von Tomiak übersehen und Saarbrücken somit eine gefährliche Freistoß-Situation gekostet hatte (60.).

Die Gastgeber waren nun aber besser im Spiel, zwangen den FCK vermehrt in die eigene Hälfte zurück. Beide Trainer reagierten. Saarbrücken wechselte doppelt, FCK-Trainer Marco Antwerpen brachte mit Kenny Prince Redondo (für den angeschlagenen Hanslik) einen frischen Offensivmann und machte alles richtig. Redondo brachte mit seinem Tempo einen Angriff über die rechte Seite nach vorne, scheiterte zunächst mit einem Passversuch, bekam dann aber den zweiten Ball und besorgte das 2:0 einfach selbst (67.).

Der Treffer zeigte nun Wirkung. Die Saarbrücker brauchten ein paar Minuten, um sich wieder zu sammeln. Aus dem Nichts hatten die Gastgeber dann aber die wohl größte Torchance im ganzen Spiel. Zunächst feuerte der eingewechselte Julian Günther-Schmidt auf den Kasten und scheiterte ebenso am stark reagierenden Matheo Raab, wie Antonio Grimaldi im Nachschuss (77.). Saarbrücken war nun aber wieder stärker, drückte auf den Anschlusstreffer. Antwerpen reagierte erneut, wechselte gleich dreifach. Jean Zimmer, Muhammed Kiprit und Marlon Ritter gingen runter und wurden durch Maximilian Hippe, Nicolas Sessa und Dominik Schad ersetzt (82.). Insgesamt wurden die Pfälzer also etwas defensiver, sicherten das 2:0 ab. Die Gastgeber blieben aber dran, igelten sich weiter um den Strafraum des FCK ein, der die Bälle seinerseits nicht mehr immer so konsequent klären konnte. Dennoch gelang den Saarländern nichts Zwingendes mehr und nach 95 Minuten durfte der FCK dann zur Party vor die Gästekurve starten. Mit dem Sieg sind die Roten Teufel schließlich auch der Tabelle am FCS vorbeigezogen.

Von Tommy Rhein