Kein Festtag am Ehrentag: FCK verliert gegen Würzburg

aus 1. FCK

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Viel Kampf im Sondertrikot: Boris Tomiak (links) und der FCK haben mit den Würzburger Kickers alle Mühe.  Foto: imago

Fritz Walters 101. Geburtstag und Gerry Ehrmanns Rückkehr sind zwar ein perfekter Rahmen, aber der 1. FC Kaiserslautern lässt auf dem Rasen diesmal vieles vermissen.

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KAISERSLAUTERN. Ausgerechnet an diesem Tag endet die gute Heimspiel-Serie des 1. FC Kaiserslautern. Ausgerechnet an Fritz Walters Geburtstag und ausgerechnet an dem Nachmittag, an dem Vereinslegende Gerry Ehrmann nun doch noch seinen verdienten Abschied inklusive Ehrennadel erhalten hat. Nur sportlich lief beim FCK am Sonntag zu wenig zusammen. Gegen die Würzburger Kickers brachten sich die Roten Teufel durch Defensivfehler früh selbst in Not, wachten dann zu spät auf und hatten letztlich auch Pech mit zwei nicht gegebenen Elfmetern. Die 0:2 (0:2)-Niederlage darf als gebrauchter Tag verbucht werden und bringt die erste Niederlage nach sechs ungeschlagenen Spielen – und die erste Heimpleite seit Januar.

Emotional wurde es bereits weit vor dem Anpfiff. Einerseits, weil der 1. FC Kaiserslautern zum 101. Geburtstag von Vereinslegende Fritz Walter einige Impressionen auf den Anzeigetafeln präsentierte und somit einen Teil der geplanten Feierlichkeiten zum 100. Ehrentag, der aufgrund von Corona nicht wie gedacht gefeiert werden konnte, nachholte. Damit aber nicht genug: Auch Gerry Ehrmann bekam die große Bühne, wurde für seine langjährige Tätigkeit als Schlussmann und Torwart-Trainer des FCK geehrt. Fast anderthalb Jahre nach dem Streit mit Ex-Trainer Boris Schommers und der damit verbundenen Suspendierung sind also die Wogen zwischen FCK und Ehrmann geglättet. Die Zuschauer feierten Ehrmann lautstark auf seiner Ehrenrunde.

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Winkler und Kraus patzen, Würzburg bestraft den FCK eiskalt

Trainer Marco Antwerpen musste zwangsläufig seine Startelf verändern, brachte Kapitän Jean Zimmer und Nicolas Sessa für den gesperrten Daniel Hanslik und den verletzten Felix Götze von Anfang an. Damit verzichtete Antwerpen auch auf eine gelernte Sturmspitze, vergab diese Rolle zunächst an René Klingenburg. Die Partie begann dann mit einem ungewöhnlichen Warnschuss. Marlon Ritter feuerte die Kugel praktisch vom Anstoßpunkt auf den Würzburger Kasten, wo Keeper Hendrik Bonmann ein wenig weit vorne stand. Für das Sensationstor fehlten aber doch ein paar Meter. Knapper war dann Ritters zweiter Versuch nach vier Minuten. Nach einem schönen Spielzug zwang der Techniker Bonmann zur ersten Parade (4.). Bis auf eine weitere Chance von René Klingenburg (13.) war es das jedoch zunächst an Offensivaktionen der Gastgeber. Stattdessen kamen die Würzburger besser ins Spiel, hatten durch Marvin Pouriés Kopfball die erste Chance, doch FCK-Keeper Matheo Raab reagierte stark (17.). Im Anschluss rückte dann die FCK-Abwehr in den Mittelpunkt. Zunächst verschätzte sich Alexander Winkler nach einer Ecke und ermöglichte Tobias Kraulich so den Kopfball zum 1:0 der Gäste (23.). Wenig später war es dann Kevin Kraus, der Pourié entkommen ließ – 2:0 (26.). Nackenschläge, die dem FCK zunächst zusetzten.

Die Pfälzer fingen sich aber wieder – und hatten Pech. Kraus ging im Strafraum der Gäste nach einem leichten Kontakt zu Boden. Das hätte Elfmeter geben können, doch Schiedsrichter Lars Erbst ließ weiterlaufen (37.). Würzburg hatte dann jedoch Pech und setzte einen Konter durch David Kopacz an den Pfosten (40.). Vor der Pause mussten die Pfälzer dann noch wechseln, da Kraus verletzt passen musste. Dominik Schad kam rein, Trainer Marco Antwerpen stellt auf Viererkette um. Mit Wiederbeginn brachte der Coach mit Muhammed Kiprit (für Sessa) dann auch einen echten, gelernten Stürmer. Es brachte frischen Wind, Kaiserslautern war nun wieder deutlich zielstrebiger. Klingenburg (59.) und Hercher (63.) ließen gute Gelegenheiten jedoch liegen. Außerdem blieb den Pfälzer erneut ein Elfmeter verwehrt. Klingenburg fiel nach einem Trikotzupfer seines Gegenspielers – mindestens den Strafraum hätte Schiedsrichter Erbst geben müssen (61.).

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Starkes Aufbäumen nach der Pause bleibt ohne Lohn

Stattdessen fand Würzburg wieder besser in die Ordnung, schaffte Entlastung. Dem FCK, bei dem mit Redondo (für Zimmer/63.) noch ein weiterer, frischer Offensivspieler kam, fehlten in der Folge die Ideen. Erst zu Beginn der Schlussphase wurde es mal wieder laut im Fritz-Walter-Stadion, das mit 20.150 Zuschauer sehr gut gefüllt war. Zunächst machten Schad und Hercher über rechts Druck, in der Mitte verpassten Klingenburg und Kiprit (75.). Nach der folgenden Ecke muss Bonmann dann den Ball von der Linie kratzen. Hercher verpasste wenig später mit einem Flugkopfball (78.). Der Anschlusstreffer wäre mehr als verdient gewesen, doch dem zuletzt so effektiv auftretenden FCK fehlte im Angriff einfach der nötige Punch. So erlebten die Roten Teufel ein Nackenschlag, der den Aufwärtstrend nun zunächst stoppt. Statt dem möglichen Sprung auf den vierten Tabellenplatz fällt Kaiserslautern vorerst auf Platz elf in einer engen Dritten Liga zurück. Vier Punkte sind es auf den dritten Rang, drei Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Wohin die Reise geht? Vielleicht dient das anstehenden Saar-Pfalz-Derby (Samstag, 14 Uhr) als nächster Wegweiser.

Von Tommy Rhein