TSV krönt sein „kleines Märchen“

„So sehen Sieger aus“ – in entsprechenden Shirts präsentiertes sich Aufsteiger TSV Pfungstadt. Stehend von links: Abteilungsleiter Thomas Krömmelbein, Conny Jegler, Jill Bohling, Cathy Schmucker, Kim Schäfer, Anna Lena Simson, Clara Berg, Nele Reisert, Julia Dörr, Jennifer Wittor, Nicole Schüttler, Amelie Bassenauer, Andrea Springer, Co-Trainerin Alina Geier, -Trainer Stephan Poth. Vorne von links: Doris Piotter, Nadine Müller, Kimberly Kirchner, Pauline Wegert, Alena Heckwolf, Laura Geselle, Tamina Weichel. Foto: Peter Henrich  Foto: Peter Henrich

Jagdszenen mit Sekt- und Wasserduschen für das Trainergespann. Nach dem Abpfiff lagen sich die Spielerinnen des TSV Pfungstadt unter Applaus der eigenen Fans in den Armen. Sie...

Anzeige

OBER-BEERBACH. Jagdszenen mit Sekt- und Wasserduschen für das Trainergespann. Nach dem Abpfiff lagen sich die Spielerinnen des TSV Pfungstadt unter Applaus der eigenen Fans in den Armen. Sie hatten gerade mit dem 3:1-Sieg bei der SKG Ober-Beerbach den Aufstieg in die Fußball-Hessenliga perfekt gemacht. „Schöner kannst du nicht aufsteigen. Es ist ein kleines Märchen“, war TSV-Trainer Stephan Poth begeistert.

Der TSV war bereits in der siebten Minute in Führung gegangen. Nicole Schuettler hatte nach einem langen Pass Ober-Beerbachs Torfrau umkurvt und zum 1:0 eingschoben. Nur sechs Minuten später erhöhte Tamina Weichel auf 2:0. Die junge Stürmerin hatte sich nach Ballgewinn in Tornähe an der Strafraumgrenze gut gelöst und flach eingeschossen. Pfungstadt war zu Beginn klar überlegen, Ober-Beerbach kam kaum zu Entlastungsangriffen. Bezeichnenderweise fiel der Anschlusstreffer für die SKG durch ein Eigentor. Cornelia Jegler, die sonst eine starke Leistung zeigte, köpfte eine Flanke derart stramm in Richtung eigenes Tor, dass ihre Torfrau Kimberly Kirchner den Ball nur noch knapp hinter der Torlinie stoppen konnte.

Mitte der ersten Halbzeit verordnete der Schiedsrichter wegen der Hitze auf dem Kunstrasenplatz am Kohlwald in Ober-Beerbach die erste Trinkpause. Anschließend verflachte das Spiel bis zur Pause, war nun insgesamt ausgeglichener und arm an Torraumszenen.

Wieder legte der TSV Pfungstadt nach Wiederanpfiff einen guten Start hin. Tamina Weichel, die junge Auswahlspielerin, die neben sieben anderen Talenten erst diese Saison aus der starken U16 des Vereins zur Mannschaft aufgestiegen, verpasste zunächst ihr zweites Tor nur knapp, legte danach aber umso sehenswerter auf. Ihren tollen Pass verwertete Laura Geselle zum vorentscheidenden 3:1 in der 55. Minute. In der Folge war der TSV erneut klar spielbestimmend, wurde dann aber mit zunehmender Spielzeit etwas ungefährlicher.

Anzeige

Beide Trainer wechselten in der zweiten Halbzeit durch, die Anstrengungen waren bei den hohen Temperaturen immens. Kurz vor Schluss hatte die SKG mit einem tollen Fernschuss ihre erste gefährliche Aktion nach dem Eigentor. Insgesamt war jedoch nach dem bereits besiegelten Abstieg die Luft raus, betonte Trainer Michael Meyer nach dem Spiel. Der Abstieg in die Gruppenliga nach vier Jahren Verbandsliga war auch den vielen Verletzungen und Ausfällen von Leistungsträgerinnen geschuldet. Das Ziel für nächste Saison sei der direkte Wiederaufstieg, was wegen des bevorstehenden weiteren Spielerschwunds aber kein leichtes Unterfangen sein wird.

Beim TSV Pfungstadt verteilte Abteilungsleiter Thomas Krömmelbein bereits in der Schlussphase die Aufstiegsshirts mit dem Schriftzug „So sehen Sieger aus“. Nach Abpfiff und dem feuchtfröhlichen Jubel mit Sekt und lauter Musik in der Kabine feierte das Team mit ihren Familien bei Pizza und Bier im Vereinsheim weiter.

Pfungstädter Trainerteam um Poth und Geier hört auf

Das Trainerteam um Stephan Poth und Alina Geier hört aus beruflichen Gründen auf, „wenn es am Schönsten ist“. Das erfolgreiche Gespann betont, dass der Erfolg auch durch die Ergänzungsspielerinnen möglich wurde. Alina Geier bezeichnete zudem die große Willensstärke und den Ehrgeiz des mit durchschnittlich 19,5 Jahren sehr jungen Teams als ausschlaggebend. Nach Punktabzug wegen nicht erfülltem Schiedsrichtersoll und einigen Verletzungen ist der Aufstieg für Abteilungsleiter Krömmelbein überraschend. In Zukunft will er seinen Verein mit noch besserer Jugendarbeit zu einem Stützpunkt in Südhessen machen. „Wir gehören in die Hessenliga.“