Kreis Darmstadt: Appell zu mehr Disziplin in den Kreisligen

Ausgezeichnet: Der FC Ober-Ramstadt (rechts Baran Kilic, hier gegen Tobias Schmidtner von der TSG 46 Darmstadt) ist fairstes Team der A-Liga Darmstadt. Die zweite Mannschaft der TSG 46 ist dies wiederum in der B-Liga. © Peter Henrich

Unschöne Vorfälle werden bei der Vereinssitzung thematisiert. Gutscheine gibt es für die fairsten Teams, eine Änderung beim Schiedsrichter-Pflichtsoll bringt Vorteile.

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DARMSTADT. Da gab es Gesprächsbedarf: Die Rückrundenbesprechung der Fußball-Kreisligen A und B Darmstadt beim SV St. Stephan stand auch im Zeichen der Vorfälle gegen Schiedsrichter. Die Klassenleiter Michael Sobota (Ober-Ramstadt) und Dieter Behrendt (Wixhausen) zeigten sich unzufrieden darüber, dass in den Kreisligen in vier Fällen der neu geschaffene Verbandsanwalt tätig werden musste, weil Spieler, Funktionäre oder Zuschauer verbal und tätlich gegen den Schiedsrichter vorgingen. Teilweise gab es drastische Strafen mit Punktabzügen (wir haben berichtet).

Schiedsrichterobmann Yannic Römer-Lenssen bedauerte die Entwicklung, die dazu führe, dass Darmstadt in der Region und im Vergleich zu den Kreisen Groß-Gerau, Dieburg, Bergstraße und Odenwald in Sachen Fairness das Schlusslicht bildet. Dennoch wollte Kreisfußballwart Sobota nicht den Eindruck im Raum stehen lassen, als gäbe es diesbezüglich ein generelles Problem bei den Vereinen, sondern sprach von einer Momentaufnahme, die sich ändern könne - aber auch müsse. So gab es einen Aufruf zu mehr Disziplin. Alle Vereine sind aufgefordert, für ein besseres Erscheinungsbild zu sorgen. Positiv: Sobota und Behrendt belohnten den FC Ober-Ramstadt (Kreisliga A) und die TSG 46 Darmstadt II (B-Liga) als die bisher fairsten Teams mit jeweils einem Gutschein.

In beiden Ligen gab es witterungsbedingte Spielausfälle. So sind vor dem regulären Start aus der Winterpause am 5. März einige Nachholspiele terminiert. Der letzte Spieltag wird am 4. Juni ausgetragen, danach schließt sich die Relegationen an. Diese wurden mit Rücksicht auf die oberen Ligen und die A-Liga Groß-Gerau (die Tabellenzweiten aus Darmstadt und Groß-Gerau treffen in der Relegation auf den Vierzehnten der Kreisoberliga) terminiert. In A- und B-Liga steigen jeweils zwei Vereine direkt ab, der Drittletzte relegiert mit den jeweils Tabellenzweiten der Kreisligen B und C.

Terminiert wurden die Halbfinalspiele im Kreispokal. Am 23. März trifft Kreisoberligist SKG Bickenbach auf Verbandsligist RW Darmstadt, am 10. April (Ostermontag) fordert A-Ligist FC Ober-Ramstadt Titelverteidiger Viktoria Griesheim (Hessenliga) heraus. Das Finale steigt am 18. Mai bei der TSG Messel. Zuvor steht das Spiel um Platz drei zwischen den Verlierern der Halbfinalspiele an. Da im vergangenen Jahr dieses Spiel nicht ausgetragen wurde, weil sich beide Mannschaften hierzu nicht bereit erklärten, wurden die Teilnahmebedingungen für den Kreispokal verschärft und eine Verpflichtung zur Austragung geschaffen.

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Sobota wies zudem auf das geänderte Schiedsrichter-Pflichtsoll hin. Danach werden nun nach dem "Verursacherprinzip" jene Vereine verstärkt zur Abstellung von Schiedsrichtern herangezogen, die viele Mannschaften im Spielbetrieb haben. Je Team und nach Klassenzugehörigkeit muss eine bestimmte Anzahl von Spielen gepfiffen werden. Im Bereich der Kreisoberliga bis zur D-Liga sind dies je 15 Spiele pro Verein in der Saison. Für die Vereine bedeutet das teilweise eine Entlastung, wie Sobota am Beispiel von Sturm Darmstadt beschrieb. Nach der alten Regelung hätte der Verein für zwei Teams zwei Schiedsrichter stellen müssen. Die neue Vorgabe ermöglicht es dem Verein nun, mit einem Schiedsrichter auszukommen, der entsprechend oft im Einsatz ist und das Pflichtsoll im Alleingang erfüllen kann. Im Fall von Sturm Darmstadt sind dies insgesamt 30 Partien.

Ein Schiedsrichter kann für seinen Verein bis zu 50 Spielleitungen je Saison übernehmen. Allerdings müssen alle Schiedsrichter, um in die Kalkulation einfließen zu können, mindestens drei Präsenzsitzungen und zwei Online-Veranstaltungen besuchen sowie eine Prüfung ablegen.

Von Michael Sobota