Stimmungsdämpfer: Eintracht verliert bei Union Berlin

aus Eintracht Frankfurt

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Berlins Taiwo Awoniyi (re.) kämpft gegen Evan Ndicka (M) von Eintracht Frankfurt um den Ball.  Foto: dpa/ Andreas Gora

Barça-Besieger Eintracht Frankfurt hat nach der Gala im Camp Nou nun eine Niederlage beim 1. FC Union Berlin kassiert.

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FRANKFURT. Union Berlin war genau der falsche Gegner zum falschen Zeitpunkt. Drei Tage nach dem Triumph von Barcelona hatte die Frankfurter Eintracht in der „Alten Försterei“ in der Hauptstadt im Grunde keine Chance. Am Ende von spielerisch eher schwachen 90 Minuten stand eine verdiente 0:2 (0:2)-Niederlage. Awoyini und Prömel trafen schon in der ersten Halbzeit für die in dieser Phase überlegenen Berliner, die da spritziger, wacher, kampfstärker auftraten Die Eintracht konnte erst nach der Pause die Partie ausgeglichener gestalten, für einen Torerfolg aber kamen sie kaum in Frage. Damit ist für die Frankfurter auch die letzte Hoffnung geplatzt, sich noch über die Liga für den nächsten Europapokal zu qualifizieren. Die Eintracht wird nun sicher alles auf den laufenden Wettbewerb setzen.

Der Frankfurter Trainer ist normalerweise kein Freund der Rotation. In Berlin aber wich er von diesem Weg ab. Freiwillig und unfreiwillig. Torwart Kevin Trapp fehlte wegen einer Handverletzung, die er sich beim Elfmeter in der letzten Minute in Barcelona zugezogen hat. Spätestens am nächsten Wochenende gegen Hoffenheim soll der Nationalspieler wieder einsatzfähig sein. Für ihn stand zum ersten Mal Jens Grahl im Frankfurter Tor. Djibril Sow fehlte weiter wegen seiner Knieverletzung. Und gegenüber Barcelona erhielten Sebastian Rode, Ansgar Knauff, Daichi Kamada und Rafael Borré Verschnaufpausen. Man habe die Blutwerte aller Spieler getestet und darauf reagiert. „Wir wollen einfach keine Verletzungsrisiken eingehen“, sagte er.

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Hrustic und Hauge schwach

Dafür riskierte er eine komplette Unordnung im Spiel, die dann auch schnell eintrat. Union ließ der Eintracht keine Luft zum Atmen, setzte immer wieder nach. Und den Frankfurtern gelang es nicht, sich zu befreien. Das lag in erster Linie am Mittelfeld, wo Ajdin Hrustic so spielte, als habe er in Barcelona 100 Minuten auf dem Platz gestanden und nicht nur zwanzig. Auch Jens-Peter Hauge konnte kaum einen Ball behaupten. Und so wurde die Berliner Überlegenheit von Minute zu Minute drückender. In der 12. Minute hatten die Frankfurter Glück. Genki Haraguchi traf mit einem Kopfball nach Flanke von Timo Baumgartl den Pfosten.

Fünf Minuten später hatte die Eintracht Pech. Nach einem langen Pass von Rani Khedira zog Awoniyi im Duell mit Martin Hinteregger davon. Der Berliner zog den Frankfurter Abwehrchef ganz kurz an der Schulter. Das hätte Schiedsrichter Frank Willenborg durchaus pfeifen können, tat es aber nicht. Awoniyi setzte sich dann auch gegen Evan Ndicka durch und traf ins lange Eck. Auch der VAR sah keinen Anlass einzugreifen.

Drei Minuten darauf war die Partie im Grunde schon entschieden. Kristijan Jakic verschlief am eigenen Strafraum einen Ball, Grischa Prömel ging dazwischen und traf aus 18 Metern ins lange Eck. Wieder hatte Torwart Grahl keine Chance. Das einzig Gute für die völlig verunsicherten Frankfurter: Die Berliner verpassten in der Folge das dritte Tor. Erst in den letzten zehn Minuten vor der Pause kamen die Frankfurter etwas besser ins Spiel. Hauge hatte in der 31. Minute die erste Gelegenheit, der ehemalige Frankfurter Frederik Rönnow konnte ein Gegentor verhindern.

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Nach dem Wechsel brachte der Frankfurter Trainer zunächst mit Ragnar Ache für Jesper Lindström und bald mit Daichi Kamada und Ansgar Knauff schon bald zwei „Barca-Besieger“. Später durfte Christopher Lenz an alter Wirkungsstätte nach langer Verletzung sein Comeback feiern und Makoto Hasebe auch mal wieder eine Viertelstunde spielen. Das alles führte dazu, dass die Eintracht sich nun auf Augenhöhe bewegte. Allerdings nur im Mittelfeld, je näher es dem gegnerischen Tor ging, desto harmloser wurden die Frankfurter. Und so hatte Rönnow bis zum Ende so gut wie nichts zu tun. Immerhin, Eintracht-Debütant Grahl musste auch nicht mehr wirklich eingreifen.

Die Fangruppen beider Seiten feierten ihre Farben. Die „Eisernen“ ihre Mannschaft, die auf dem Weg in die Europa-League zum dritten Mal in Folge gewann. Die Frankfurter ihre Helden vom Donnerstag, die läuferisch viel herausholten, aber spielerisch doch sehr limitiert blieben.

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Von Peppi Schmitt