Haaland und der BVB zu stark für Eintracht Frankfurt

aus Eintracht Frankfurt

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BVB-Stürmer Erling Haaland jubelt über seinen Treffer zum 5:1 gegen Eintracht Frankfurt. Foto: dpa

Zum Auftakt in die Bundesligasaison hat Eintracht Frankfurt eine deutliche Niederlage kassiert. Gegen Dortmund und den überragenden Norweger Erling Haaland verlor die SGE mit 5:2.

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FRANKFURT. Was für eine Pleite für die Eintracht. Die Frankfurter unterlagen Borussia Dortmund, genauer gesagt Erling Haaland mit 5:2 (3:1). Der famose Norweger bereitete drei Treffer von Marco Reuss, Thorgan Hazard und Giovanni Reina vor und erzielte zwei selbst. Die Eintracht, allen voran Stefan Ilsanker und Martin Hinteregger, verteidigten gegen den Stürmerstar wie Anfänger. Und hat jetzt ein ganz dickes Problem. In dieser Zusammensetzung, vor allem in dieser Verfassung, kann es nach den Blamagen von Waldhof, dem Aus im DFB-Pokal, und nun in Dortmund nicht weitergehen. Bei allen finanziellen Engpässen ist Sportvorstand Markus Krösche aufgefordert, bis zum Ende der sommerlichen Transferperiode dringende Veränderungen vorzunehmen. Das erste Frankfurter Tor zum zwischenzeitlichen 1:1 erzielte übrigens auch ein Dortmunder, Felix Passlack. Das zweite Frankfurter Tor zum 5:2 schoss Jens Petter Hauge.

Vier Änderungen gegenüber der Pokalpleite von Waldhof hatte der Frankfurter Trainer vorgenommen. Ilsanker verteidigte für Tuta, Barkok kam für Lindström, Hasebe für den verletzten Rode und Kostic spielte für Lenz. „Wir brauchen eine große Wachheit im Kopf“, sagte Glasner vorher. Doch davon war über weite Strecken nichts zu sehen. Gegen im Gegenteil zu den Dortmundern wirkte die Eintracht geradezu schläfrig, langsam, irgendwie unentschlossen. Das hätte schon zur Pause zur absoluten Ergebnis-Katastrophe führen können. Doch ein paar glückliche Umstände sorgten, dass der Rückstand nur 3:1 war.

Frankfurter Defensive zu sorglos

In der 8.Minute konnte Ilsanker noch vor Hazard retten, doch danach begannen die Haaland-Festspiele. Die Abwehr spielte als ob die Eintracht von dem Norweger noch nie etwas gehört hatte. Sorglos, nicht nah genug am Mann, naiv, im Grunde wie eine Schülermannschaft. Ja, Haaland ist eine Naturgewalt, aber wehren darf man sich durchaus.

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In der 23.Minute verlor Ndicka an der Mittellinie den Ball gegen Hazard. Ruck-Zuck spielte die Borussia nach vorne, Hasebe konnte Haaland nicht folgen, das war aber auch nicht zu erwarten. Haaland spitzelte Ilsanker den Ball durch die Beine, Reus war frei und war so frei den Ball ins lange Eck zu schieben. Dann hatte die Eintracht den ersten Glücksmoment. Beim besten Angriff spielte Barkok Borré frei, der schien schon abgedrängt, aber der Dortmunder Passlack spitzelte den Ball ins eigene Tor zum 1:1 in der 27.Minute.

Aus Fehlern nicht gelernt

Aber nicht einmal dieses Geschenk baute die Frankfurter auf. Das zweite Gegentor war eine Kopie des ersten. Im Mittelfeld war der Ball schnell weg, Haaland zog davon, spielte diesmal Hazard an, dessen Schuss lenkte Trapp mit dem Fuß unter die eigene Latte. Nach einer guten halben Stunde stand es 2:1. Vier Minuten darauf schon der nächste Rückschlag. Diesmal machte es Haaland selbst nach einem peinlichen Fehler des bis dahin halbwegs soliden Ilsanker. Und dann nochmal Glück. Trapp wollte fünf Minuten vor der Halbzeit einen Eckball verhindern, weil der extrem schwache Ndicka nicht aufgepasst hatte. Doch Trapp patschte den Ball genau vor die Füße von Reus, der schob ins leere Tor. Doch der Video-Referee hatte aufgepasst. Der Ball hatte die Toraußenlinie vorher überschritten.

Der Trainer reagierte zur Pause mit einem Dreifachwechsel. Lenz, Lindström und Hauge kamen für Ilsanker, Kamada und Barkok. Zudem stellte er auf Viererkette um. Das sah für ein paar Minuten ganz ordentlich aus. Borré hatte zwei Chancen nach Flanken von Lindström, einmal rettete Torwart Kobel, einmal zog er drüber. Doch dann kam wieder Haaland, setzte sich zum wiederholten Mal gegen den völlig indisponierten Hinteregger durch, der Ball flipperte durch den Strafraum. Reina war der lachende Fünfte und hatte keine Mühe in der 58.Minute gegen Trapp den vierten Treffer zu erzielen. Damit war das kurze Aufbäumen auch schon wieder beendet. Und es wurde alles noch schlimmer. Nach einem haarsträubenden Fehlpass von Da Costa zog Haaland nach Vorarbeit von Reuss alleine davon und erzielte in der 71.Minute den fünften Treffer. Es wurde Abseits überprüft, aber kein Abseits gepfiffen.

Vier Minuten vor dem Ende wurden die Frankfurter für eine besseres Offensivspiel belohnt. Dreimal hatte zuvor Borré einen Treffer verpasst, jetzt war es der Haaland-Kumpel Hauge, der nach Kopfballvorlage von Ache aus kurzer Distanz traf.

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Von Peppi Schmidt