Eintracht verliert 1:2 gegen effektive Augsburger

aus Eintracht Frankfurt

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Eintrachts Makoto Hasebe (rechts) verteidigt den Ball gegen den Augsburger Marco Richter. Foto: dpa

Eintracht Frankfurt kassiert die zweite Auswärtsniederlage der Saison. In Augsburg hätte die Hütter-Elf deutlich mehr erreichen können.

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AUGSBURG. Zweites Auswärtsspiel, zweite Niederlage: Dem 1:2 bei RB Leipzig ließ die Frankfurter Eintracht nun ein 1:2 (0:2) beim FC Augsburg folgen. Die Pleite war verdient, aber sie wäre bei ein wenig mehr Konzentration und spielerischer Linie vermeidbar gewesen. Die erste Halbzeit hatte die Eintracht neben sich gestanden, Marco Richter und Florian Niederlechner legten für Augsburg vor, Goncalo Paciencia schaffte vor 28.513 Zuschauer nur noch den Anschluss.

Einen schmerzlichen Verlust hatten die Frankfurter schon vor der Partie zu beklagen: Filip Kostic war am Mittwoch krank von der serbischen Nationalmannschaft zurückgekehrt, hatte sich nicht erholt und war gar nicht erst nach Augsburg mitgefahren. Die Eintracht hofft, dass ihr Linksaußen bis zum Europacup-Spiel am Donnerstag gegen Arsenal wieder fit wird. Ihn ersetzte auf der linken Außenbahn Timothy Chandler. Im Team standen zwei Debütanten: Nach einem Kurzeinsatz gegen Düsseldorf stand der Schweizer Djibril Sow zum ersten Mal in der Anfangself und seinen ersten Bundesligaeinsatz überhaupt feierte der Portugiese André Silva.

Nach 39 Sekunden war im Grunde schon klar, wohin diese Partie laufen würde. Die Eintracht schlief schon beim ersten Angriff der Augsburger, Vargas und Niederlechner waren völlig frei vorm Tor, konnten sich aber nicht dazu entschließen, das schnelle Führungstor zu schießen. Torwart Trapp konnte noch einmal retten. Das fiel ihm in der Folge immer schwerer. Die Eintracht wackelte bedenklich und sie fiel vor der Halbzeit. Die Schuld für die ausgeprägte Defensivschwäche alleine der Abwehr in die Schuhe zu schieben, wäre allerdings falsch. Es krankte schon weiter vorher. Vor allem Sow war bei seinem Einstand völlig überfordert, wirkte wie ein Fremdkörper, kam mit dem Tempo und dem Spielrhythmus nicht zurecht. Und Chandler konnte, wie nicht anders zu erwarten, Kostic auch nicht im Ansatz ersetzen. So hing die beiden Stürmer völlig in der Luft.

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Die Eintracht tat sich schwer zu verteidigen, obwohl Makoto Hasebe sich alle Mühe gab, die Eintracht tat sich aber auch schwer anzugreifen. Bis zur Pause gab es nur eine nennenswerte Aktion in der Offensive, die hatte es aber in sich. Nach einem schönen Solo, traf Paciencia nur den Pfosten. Die Augsburger brauchten nur auf die Fehler der Frankfurter zu warten.

Irgendwann war dann auch der permanent ausgepfiffene Martin Hinteregger von der allgemeinen Unsicherheit angesteckt. Hatte er nach einem Missverständnis mit Trapp in der 34.Minute nach einem Schuss von Finnbogason noch auf der Linie retten können, war er am ersten Tor der Gastgeber direkt beteiligt. „Hinti“ verlor ein Kopfballduell gegen Finnbogason, dahinter stand Marco Richter völlig frei und ließ Trapp diesmal keine Chance. Das war in der 36.Minute. Richter, schon beim 3:1-Sieg der Augsburger in Frankfurt in der Rückrunde der letzten Saison zweimal erfolgreich, wird langsam zum Schrecken der Eintracht. Zudem sah Hinteregger in der 38.Minute nach einem Foul an Framberger zu Recht die gelbe Karte.

Die waren vom Rückstand so erschrocken, dass noch weniger zusammenlief. Das 2:0 lag quasi bei jedem Angriff des FCA in der Luft. Niederlechner schaffte es dann zwei Minuten vor der Halbzeit, als er aus über 20 Metern mit einem Schrägschuss unhaltbar für Trapp traf. In der Pause zog der Frankfurter Trainer erste Konsequenzen. Er brachte den ehemaligen Augsburger Dominik Kohr für den Totalausfall Sow. Nach einer guten Stunde dann Bas Dost für Rode, nun waren plötzlich alle drei Stürmer auf dem Feld. Die Eintracht war nun längst feldüberlegen, aber sie hatte es gegen ganz tief verteidigende Augsburger schwer, zu Chancen zu kommen. Doch dann fand in der 73.Minute Paciencia die Lücke. Aus 14 Metern traf er flach ins Eck.

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Der FCA verlegte sich nur noch aufs Abwehren. Im Grunde bolzten sie nur noch die Bälle nach vorne. Das machte deutlich, was gegen diesen spielerisch doch sehr limitierten Gegner bei einer besseren Leistung in der ersten Halbzeit möglich gewesen wäre. Trotz nun drückender Überlegenheit kamen die Gäste nicht mehr wirklich zu einer großen Ausgleichschance.

Von Peppi Schmitt