Eintracht Frankfurt verliert in Hoffenheim - Hübner trifft...

aus Eintracht Frankfurt

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Hoffenheims Sandro Wagner und Marc Stendera von der Eintracht im Zweikampf. Foto: dpa

Durch einen Treffer von - ausgerechnet - Benjamin Hübner in der 90. Minute besiegte die TSG Hoffenheim am Sonntag Eintracht Frankfurt mit 1:0.

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FRANKFURT. Es war zu befürchten: Zwölf Tore hatte die TSG 1899 Hoffenheim in dieser Saison schon in den finalen zehn Bundesliga-Minuten erzielt. Und auch gegen Eintracht Frankfurt schlugen die Kraichgauer am Ende zu: Der gebürtige Wiesbadener Benjamin Hübner, Sohn von Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner, traf in der 90. Minute. Die hessischen Gästen, die arg dezimierten Pokalhelden, gingen trotz einer kämpferisch guten Leistung letztlich mit einer 0:1 (0:0)-Niederlage vom Platz. Zum Schluss fehlten dann doch die Kräfte. "Ich möchte meiner Mannschaft trotzdem ein großes Kompliment machen. Wir haben uns körperlich und mental in toller Verfassung präsentiert", erklärte Eintracht-Trainer Niko Kovac. "Wir gehen erhobenen Hauptes nach Hause. Die Woche war für uns sehr erfolgreich. Jetzt müssen die Jungs erstmal durchpusten." Frankfurts Abwehrspieler Michael Hector ärgerte sich: "Wir haben es heute nicht verdient zu verlieren. Wir hatten sogar die beste Chance."

Die Ausfallliste der Hessen, die die sechste Auswärtspleite in Serie kassierten, wird derweil immer länger: Am kommenden Samstag im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg fehlt auch David Abraham, der seine fünfte Gelbe Karte sah. Kovac muss hoffen, dass der angeschlagene Andersson Ordonez rechtzeitig wieder fit wird. "Eine Prognose ist allerdings nicht möglich", so der Chefcoach. Der Kroate muss mutmaßlich in der Innenverteidigung wieder mal improvisieren.

Kovac musste kräftig umstellen

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Kovac musste fünf Tage nach dem Elfmeterkrimi im DFB-Pokal-Halbfinale in Mönchengladbach schon gegen Hoffenheim kräftig umstellen, brachte gleich fünf neue Spieler. Darunter: Marc Stendera, der erstmals seit seinem Kreuzbandriss vor elf Monaten im Relegationsrückspiel in Nürnberg wieder zum Einsatz kam. Stendera bildete mit Timothy Chandler die Doppelsechs. Auch Guillermo Varela, der als Rechtsverteidiger in der Fünferkette agierte, Aymen Barkok, Marco Russ und Haris Seferovic rotierten in die Startelf. Omar Mascarell (Achillesferse) und Mijat Gacinovic (Oberschenkel) erhielten die geplante Pause, Taleb Tawatha, den nach Aussagen der Eintracht ein Bänderanriss im Sprunggelenk plagen soll, stand ebenfalls nicht im Kader, zudem saßen Branimir Hrgota und Ante Rebic auf der Bank. Die Gäste wirkten vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Arena trotz der Pokalstrapazen frisch und munter. Hoffenheim hatte zwar deutlich mehr Ballbesitz, die Frankfurter gingen aber beherzt in die Zweikämpfe und ließen den sonst so offensivstarken Hausherren kaum Raum. Wenn Hoffenheim gefährlich wurde, dann über die linke Frankfurter Seite. So auch bei der einzigen nennenswerten Möglichkeit der gesamten ersten Hälfte: Pavel Kaderabek brachte die Kugel scharf in die Mitte, Nadiem Amiri stocherte diese an den Pfosten (26.).

Kaum Akzente nach vorne durch die Eintracht

Die Eintracht setzte nach vorne so gut wie keine Akzente. Seferovic hatte gefühlte zwei Ballkontakte, Barkok verlor fast jedes Mal das Spielgerät. Stendera kämpfte aufopferungsvoll, eroberte viele Bälle. Stendera erhielt später ein Sonderlob: "Er hat das sehr, sehr gut gemacht. Das habe ich auch noch nicht erlebt, dass einer kämpferisch sofort wieder so drin ist", meinte Kovac. Stendera selbst erläuterte: "Es war toll, wieder dabei zu sein. Es gibt nichts Schöneres. Ich war positiv überrascht, dass es direkt in Ordnung war. Um ehrlich zu sein, war das Gefühl, auf dem Platz zu stehen, schon weg. Trotzdem ärgert mich die Niederlage natürlich. Das 0:1 kurz vor Schluss darf uns nicht passieren."

Mit 0:0 war das Spiel in die Pause gegangen. Neun Minuten nach dem Seitenwechsel jubelten die mitgereisten 4.000 Eintracht-Fans, als Abraham nach einem Schuss von Marco Fabian einnetzte. Doch Schiedsrichter Günter Perl entschied auf Abseits - und hatte absolut Recht. Hoffenheim drängte in der Folge auf den Siegtreffer, die Gäste zogen sich weit zurück. Lauerten auf Konter. In der 79. Minute war für Stendera Schluss - der Mittelfeldmann wurde mit Sprechchören der SGE-Anhänger verabschiedet. Für ihn kam Danny Blum. In der 81. Minute war dann plötzlich Seferovic durch - der Schweizer geriet aber im Laufduell ins Stolpern, brachte nicht genug Druck hinter den Ball. Die dickste Gelegenheit für die Hessen. Kovac brachte Rebic für Seferovic (83.). Dann die 90. Minute: Ecke Hoffenheim, Hübner steigt hoch - und köpft den Ball wuchtig in die Maschen. "Die Mannschaft war am Ende leider müde - schade", schloss Kovac ab. Während sein Gegenüber Julian Nagelsmann glücklich über den "emotionalen Sieg" war.

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