Eintracht Frankfurt: Sechs-Millionen-Neuzugang Willems über...

aus Eintracht Frankfurt

Thema folgen
Arbeitet im Trainingslager in Südtirol intensiv an seiner Fitness: Jetro Willems. Der vom PSV Eindhoven geholte Linksverteidiger sieht in puncto Ausdauer „noch viel Nachholbedarf“.Foto: Jan Hübner  Foto: Jan Hübner

Das erste deutsche Wort, das Eintracht Frankfurts Sechs-Millionen-Neuzugang Jetro Willems gelernt hat, war "laufen". Kein Wunder, schließlich verlangt im Coach Niko Kovac in...

Anzeige

GAIS. Jetro Willems sitzt lässig in der Lobby des Mannschaftshotels der Frankfurter Eintracht in Gais. Am linken Handgelenk trägt der neue Linksverteidiger eine goldene Uhr, an der rechten Hand goldene Ringe. Der neue Niederländer erzählt, dass Trainer Niko Kovac ihn „Maschine“ nennt. Dass es ihn kalt lässt, dass der hessische Fußball-Bundesligist für ihn tief in die Tasche gegriffen hat, rund sechs Millionen Euro investiert hat. Und, er spricht über seine Mama. „Sie hat mich direkt am ersten Tag angerufen und gefragt, ob ich schon was in Deutsch gelernt habe“, schildert der 23-Jährige, der am Samstag zur Eintracht stieß, direkt am Montag mit ins Trainingslager nach Südtirol fuhr. Ja, hat er. „Laufen“, sagt Willems. Und lacht herzhaft. „Das war das Erste, was ich bei der Eintracht verinnerlichen musste.“ Und daran schließt sich direkt sein zweites Wort an: „Kaputt“. Wie oft er schon laufen musste und kaputt war, will er nicht verraten. „Aber so oft, dass ich es nicht mehr zählen konnte.“

1,69-Meter-Kraftpaket will „Kreatives“ einbringen

Der 22-malige Nationalspieler ist ehrlich. Gibt zu, dass er in puncto Ausdauer noch „viel Nachholbedarf“ hat. Willems hebt die eine Hand hoch in die Luft. „Da sind die anderen.“ Die zweite senkt er tief. „Da bin ich. Aber ich will hart arbeiten, um körperlich topfit zu sein.“ Schließlich profitiert sein Spiel von seiner Physis. Der auf Curaçao geborene Abwehrspezialist ist ein 1,69 Meter großes Kraftpaket.

Anzeige

Willems soll am Main in große Fußstapfen treten, den zum FC Schalke 04 abgewanderten Bastian Oczipka ersetzen. Von diesem gehört, habe er noch nie. Von sich überzeugt ist der 23-Jährige, der nach Sébastien Haller der zweitteuerste Einkauf der SGE-Historie ist, sehr wohl. „Es wird mittlerweile viel, viel mehr für Spieler ausgegeben. 180 Millionen Euro. Dennoch: Ich möchte auf jeden Fall das zurückzahlen, was die Eintracht für mich bezahlt hat.“ Willems will auf dem linken Flügel offensiv agieren, die Stürmer bedienen. „Und Kreatives ins Spiel bringen.“ Er sei dennoch keiner, der einfach drauf losrenne. Schon gar nicht in seiner Karriere. Willems war bislang einzig in Holland aktiv. Mit gerade mal 17 Jahren gab er sein Profidebüt für den PSV Eindhoven in der Ersten Liga. Bis zu diesem Sommer blieb er dem Traditionsclub treu, spielte auch sieben Mal in der Champions League. Nun der Wechsel in die Bundesliga. „Angebote gab es vorher schon, aber nun war ich erst bereit für diesen riesigen Schritt. Die Bundesliga ist die Nummer eins in Europa.“

Strikte Regeln in Deutschland: „In Holland geht‘s locker zu“

Vor einem Monat kontaktierte Eintracht-Trainer Niko Kovac ihn. „Ich hatte dann zwei Wochen Zeit zum Überlegen“, so Willems. Sein Berater sowie sein Vater überzeugten ihn schließlich, den Hessen zuzusagen. „Ich bin mir sicher, dass ich hier viel spielen kann.“ Und er ist sich sicher, dass er mit den „strengen Regeln in Deutschland umgehen kann. Das Team hat mir schnell erläutert, dass man hier auf Vieles achten muss. In Holland geht es deutlich lockerer zu“. Nur locker trainieren konnte er am Dienstag. „Ich bin in ein Loch getreten, habe mir leicht das Knie verdreht.“ Doch davon merkte er am Mittwoch nichts mehr. Genauso wie von seinem Kreuzbandanriss, den er sich vor zwei Jahren zugezogen hat. „Es war zu 90 Prozent durch“, berichtet Willems. Nun will er in Frankfurt Vollgas geben. Bis 2021. „Ich weiß, dass ich der Mannschaft weiterhelfen kann.“