Eintracht Frankfurt: Kovac sieht Team nach dem 1:1 gegen US...

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Sticht aus einer blassen Frankfurter Mannschaft heraus: Mittelfeldmann Max Besuschkow (links, hier im Duell mit Alfred Duncan vom US Sassuolo). Foto: Jan Hübner  Foto: Jan Hübner

Niko Kovac schritt entspannt vom Rasen in Brixen. Obwohl seine Frankfurter Eintracht soeben nicht über ein 1:1 (1:0) gegen den italienischen Erstligisten US Sassuolo...

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BRIXEN. Niko Kovac schritt entspannt vom Rasen in Brixen. Obwohl seine Frankfurter Eintracht soeben nicht über ein 1:1 (1:0) gegen den italienischen Erstligisten US Sassuolo hinausgekommen war, im ersten von zwei Testspielen im Rahmen des Trainingslagers in Südtirol über weite Strecken eine müde Vorstellung bot. Der Trainer nahm seine Schützlinge in Schutz: „Wir haben natürlich noch nicht das Niveau, das wir anstreben. Aber das ist normal. Den Jungs fehlt die körperliche und geistige Frische.“ Kovac mache sich „keine Sorgen. Wir haben uns im Vergleich zu den USA schon in vielen Punkten gesteigert“. Seine Auswahl habe „über 90 Minuten trotz der zuletzt intensiven Einheiten eine konzentrierte Leistung gezeigt, alles gegeben“, so der Kroate nach den ersten vier Tagen in Italien.

Spielpraxis über die volle Distanz: Kovac ließ vor 650 Zuschauern, darunter 250 SGE-Fans, viele Schlüsselspieler wie Sébastien Haller, der mit Sturmpartner Branimir Hrgota glücklos agierte, Gelson Fernandes, Timothy Chandler und Makoto Hasebe durchspielen. „Sie sollen den Rhythmus über 90 Minuten bekommen, den Ernstfall proben.“ Am Sonntag (18 Uhr, auf dem Trainingsplatz in Gais), im nächsten Test gegen den italienischen Erstliga-Aufsteiger Benevento Calcio, sollen „die anderen 90 Minuten spielen“.

Kaum Torchancen für die Eintracht: Die Frankfurter agierten behäbig, kaum ein Pass in die Tiefe oder von den Flügeln kam vorne an. Die Führung gelang durch einen Standard: Ein abgefälschter Freistoß von Mijat Gacinovic (32.) aus 18 Metern segelte unhaltbar in die Maschen. Haller (15.), erneut Gacinovic (30.) und Danny da Costa (82.) vergaben die wenigen weiteren Möglichkeiten. Das Gegentor war unnötig: Die Hessen bekamen den Ball nicht aus dem Strafraum, Alessandro Matri (75.) war plötzlich völlig frei und schob ungehindert ein. „Ansonsten haben wir nichts zugelassen“, betonte Kovac, der besonders zufrieden mit seiner Dreierkette Hasebe, David Abraham und dem wieder genesenen Andersson Ordonez war.

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Sonderlob für Besuschkow: Den besten Eindruck hinterließ – wie schon in den USA – mit dem zweikampfstarken Max Besuschkow (20) einer der Youngster. Was Kovac auch hervorhob: „Er ist in der Vorbereitung ziemlich weit vorne. Max ist ein Vollprofi, der alles dem Fußballerleben unterordnet. Er weiß, was er will.“ Mittelfeldmann Besuschkow, der vor einem halben Jahr vom VfB Stuttgart kam, bisher kaum Spielanteile hatte, zeigte sich selbst bescheiden: „Es geht nicht um Gewinner oder Verlierer. Ich will wie jeder andere auch in der Vorbereitung den nächsten Schritt machen. Ich hoffe natürlich, künftig so viel wie möglich zu spielen.“

Zimmermann überzeugt beim Debüt: Die zwei ernsthaften US-Chancen entschärfte Debütant Jan Zimmermann souverän. Die etatmäßige Nummer zwei im Kasten durfte 90 Minuten ran, Lukas Hradecky, der in den USA alle drei Partien über die volle Zeit absolviert hatte, erhielt eine Pause. Auch beim Rauslaufen bewies der Ex-Darmstädter Auge, zeigte, dass auf ihn Verlass sein kann. Seine erste Viertelstunde im Adlertrikot erlebte Sechs-Millionen-Neuzugang Jetro Willems – der Linksverteidiger erhielt dabei aber kaum die Gelegenheit, Akzente zu setzen.

Fabian, Medojevic und de Guzman müssen zuschauen: Kovac sieht zwar „nicht viele Verletzte“, allerdings ist eine ganze Reihe von Frankfurter Profis vorerst außer Gefecht gesetzt. Darunter auch Leistungsträger. Marco Fabian klagt über eine Sehnenreizung im Knie. „Sobald er anfängt, merkt er das“, schildert Kovac, der davon ausgeht, „dass Marco in den nächsten Tagen wieder einsteigen kann“. Mit Jonathan de Guzman (Adduktorenzerrung) rechnet Kovac „im schlimmsten Fall“ in eineinhalb bis zwei Wochen erst wieder. „Wir wollen da aber kein Risko eingehen, lieber zwei, drei Tage länger warten“. Daichi Kamada (Pferdekuss) soll am Sonntag mitwirken können. Unklar ist, wann Slobodan Medojevic zurückkehrt. Der Serbe hatte am Donnerstagvormittag mit Knieschmerzen das Training abgebrochen.

Eintracht: Zimmermann – Abraham, Hasebe, Ordonez (60. da Costa) – Chandler, Besuschkow (85. Blum), Fernandes, Gacinovic (60. Barkok), Tawatha (75. Willems) – Haller, Hrgota. – Tore: 1:0 Gacinovic (32.), 1:1 Matri (75.). Zuschauer: 650.