Eintracht Frankfurt: Hellmann kündigt „weitere neue...

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Der Hunger der US-Amerikaner sei groß. Größer als er erwartet hatte, meint Axel Hellmann. „Nach deutschem Fußball und der Eintracht“, so der Vorstand der Frankfurter....

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SAN JOSé. Der Hunger der US-Amerikaner sei groß. Größer als er erwartet hatte, meint Axel Hellmann. „Nach deutschem Fußball und der Eintracht“, so der Vorstand der Frankfurter. Die Bundesliga-Profis der Hessen sind derzeit in den USA unterwegs, Hellmann auch. Aber auf seiner ganz eigenen Route. Der 45-Jährige besucht in sieben Tagen sechs Städte und zehn Firmen. Und verkündet in San José, dem einzigen Halt, an dem er auf die Mannschaft trifft, weil nebenan das berühmte Silicon Valley liegt: „Wir werden nach Indeed in den nächsten Wochen noch weitere neue Partner präsentieren.“ Hat sich der US-Trip der Eintracht also tatsächlich gelohnt? Fließen frische Millionen? Das, sagt Hellmann, sei die völlig falsche Frage. Erst mal sei entscheidend gewesen, mit dem Produkt „Eintracht Frankfurt“ vor Ort zu sein. „Damit die Leute es anfassen können. Und, unsere Profis sind eben der beste Werbeträger.“ Aber was bringt das Ganze nun finanziell? Hellmann ist sich sicher: „Wer den längsten Atem hat, der wird hier auch das meiste Geld verdienen.“ Nach Abu Dhabi reist die Eintracht seit fünf Jahren – der wirtschaftliche Erfolg hielt sich bislang in Grenzen.

In puncto Digitalisierung „Schüler in zweiter Klasse“

In den USA, findet Hellmann, wird die Eintracht von Anfang an wahrgenommen. Frankfurt, das kenne jeder. „Und viele wissen auch, dass wir im Cup-Final standen.“ Im DFB-Pokalfinale. Beim Besuch des neuen Hauptsponsors Indeed in Texas sei er gar gerührt gewesen. Platt. Tief beeindruckt. Fasziniert. „Wie sie dort auf das Thema Eintracht Frankfurt abfahren“, schildert Hellmann. In Silicon Valley schaute Hellmann mit seiner dreiköpfigen Delegation auch bei Unternehmen vorbei, „um zu lernen“. Bei Oracle zum Beispiel. Lernen, dass müsse die Eintracht nämlich in puncto Digitalisierung. „Da müssen wir sogar aufpassen, dass wir nicht abgehängt werden. Da sitzen wir wie Schüler in der zweiten Klasse. Digitalisierung ist nicht nur Kommunikation. Es ist auch die Digitalisierung der Geschäftsprozesse.“ Und wo, fügt Hellmann hinzu, könne man das besser lernen als in den USA. Wo führende Unternehmen wie Apple, Google und Facebook sitzen.

Höchste Nachfrage kommt derzeit aus China

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Die Reise in die Staaten, sie ist aus Sicht von Hellmann, der auch zum Testspiel gegen die San José Earthquakes vier potenzielle Partner eingeladen hatte, also ein Erfolg. Schon jetzt. Die angestrebte Internationalisierung, sie nimmt Fahrt auf? Wenn man Hellmann zuhört, gewinnt man den Eindruck. Der Vorstand verkündet: „Die größte Nachfrage nach Eintracht Frankfurt existiert derzeit in China.“ Wo die Hessen erst dieser Tage wieder eine neue Kooperation geschlossen haben. Ein Trainingslager ins Reich der Mitte komme aber aus Termingründen in absehbarer Zeit noch nicht in Frage. In Bezug auf die USA hebt Hellmann übrigens hervor, dass es „Wunsch der sportlichen Leitung gewesen ist, hierher zu fahren“. Und nicht nur eine Vorgabe der Marketingabteilung. Sportvorstand Fredi Bobic, bekennender USA-Fan, sei der Treiber gewesen. Und bei Chefcoach Niko Kovac sei es „egal, ob er in den USA oder auf dem Mond trainieren lässt. Unter ihm ist ein Trainingslager immer hart“. Kovac war anfangs skeptisch, er hat umgeschwenkt. Bezeichnet die Reise als „Volltreffer“. Finanziell mag das durchaus sein. Und sportlich? Das lässt sich wohl erst in ein paar Monaten sagen. Zumindest sollte sich die Eintracht beim letzten Testspiel in der Nacht zum Dienstag bei Columbus Crew besser präsentieren als beim 1:4 in San José. Schließlich gehört das auch zur Vermarktung dazu.

Tobias Goldbrunner (35) ist Sportchef dieser Zeitung und berichtet täglich aus dem Trainingslager der Eintracht in den USA (bis 19. Juli).