Der FSV Mainz 05 entdeckt seine Kopfballstärke als Plan B

aus Mainz 05

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Stefan Bell (Zweiter von rechts) brachte die 05er zuletzt gegen Leverkusen mit einem Kopfball in Führung. Foto: dpa  Foto: dpa

Eigentlich sieht der Plan von Trainer Martin Schmidt vor, Treffer vor allem nach Umschaltsituationen zu erzielen. Doch in diesem Kalenderjahr war der Fußball-Bundesligist mit...

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MAINZ. Der Plan A ist klar: Schnell umschalten, kontern, Tore schießen. Ganz einfach eigentlich. So ist Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 unter Trainer Martin Schmidt bereits zu vielen Treffern gekommen. Doch still und heimlich haben die Rheinhessen eine neue Stärke entwickelt, die eigentlich gar keine sein dürfte. Elf von bisher 31 Toren haben die Mainzer mit dem Kopf erzielt. Das ist Höchstwert in der Fußball-Bundesliga.

Ungewöhnlich ist das vor allem, weil die 05er körperlich nicht gerade hoch gewachsen sind. Von den Feldspielern sind lediglich Leon Balogun, Stefan Bell, Alexander Hack und Aaron Seydel 1,90 Meter oder größer. „Wir werden bei Standards unterschätzt“, sagt auch Martin Schmidt. Sechsmal nickten die Mainzer nach einem Eckball ein. Die Statistik nach ruhenden Bällen wird außerdem durch vier verwandelte Elfmeter und den direkten Freistoßtreffer von Levin Öztunali gegen Leverkusen verschönert.

Für Martin Schmidt sind Standardsituationen die Dosenöffner im Mainzer Spiel. Doch Plan A sind sie nicht. Deshalb war Schmidt nach dem 2:0-Sieg in der BayArena über die nicht genutzten Konterchancen leicht verärgert. Die fordert der 05-Trainer von seiner Mannschaft ein, das schnell Umschalten lässt er trainieren, für solche Situationen wird der Kader zusammengestellt. „Aber der Gegner weiß mittlerweile ja auch, dass wir kontern“, ist dem Schweizer der fehlende Überraschungseffekt bewusst.

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Konter unumgänglich

Allerdings wäre es auch zu einfach, wenn alle Konter finalisiert werden könnten, gibt Schmidt zu. Auch deshalb sagt er: „Standards sind unser Plan B.“ Doch die Konter müssten auch weiterhin eine Mainzer Waffe bleiben.

Auch wenn am Ende eines vorgetragenen Umschaltüberfalls kein Tor herausspringe, sind Konter für das Mainzer Spiel unumgänglich. Denn die schnellen Spielzüge haben auch einen psychologischen Effekt. Das hat Schmidt auch in Leverkusen bemerkt.

Schmidt: „Ich will hier keinen Ballbesitzfußball“

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Durch die rasante Anfangsphase der Mainzer, in denen sowohl Jhon Cordoba (2. Minute) als auch Levin Öztunali (6.) nach einem Konter nur knapp einen weiteren Treffer verpassten, sei die Werkself verunsichert gewesen. „Die haben unseren Hunger gemerkt“, sagt Schmidt.

Sein Bekenntnis zum Kontern ist gleichzeitig auch eine Absage an den Ballbesitzfußball. „Das will ich hier nicht“, sagt der Schweizer. Ballbesitz sei bei seiner Elf nicht zielführend. Auch wenn es natürlich immer wieder Partien vor allem gegen schlechter platzierte Teams gebe, in denen die 05er mehr Spielanteile haben. „Dass wir diese Spiele gewinnen, ist wichtig für uns“, sagt Schmidt. Doch Plan A ist der Ballbesitz nicht. Und auch nicht B, C, D oder E...