Trübe November-Stimmung bei KSG Mitlechtern und FV Biblis

Kreisoberliga: Duell der Erfolglosen in Mitlechtern: Wer beendet die Negativserie? Am anderen Ende der Tabelle steht der FC Alemannia Groß-Rohrheim. Warum läuft es so gut?

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BERGSTRASSE. Bergstraße (hhei). Trübe wie das Novemberwetter ist die Stimmung bei Fußball-Kreisoberligist FV Biblis: sechste Niederlage in Folge gegen Tvgg Lorsch (0:2) und dann auch noch Stürmer Andre Bandiramonte durch Verletzung verloren. Der beste Angreifer des Aufsteigers zog sich ohne Fremdeinwirkung einen Leistenbruch zu und fällt nach Ansicht von Trainers Thorsten Schnitzer den Rest der Runde aus. Mitgefühl ("eine solche Verletzung wünscht man wirklich keinem") kommt auch von Ronny Sauer, dem Übungsleiter des nächsten Bibliser Gegners KSG Mitlechtern.

Nach einem halben Dutzend Niederlagen wird Schnitzer selbstkritisch: "Als Trainer fragt man sich dann schon, woran es hängen könnte." Nur: Schnitzer findet nicht die passende Antwort, denn nach wie vor gebe seine Elf alles. Mit Sicherheit fehle Spielglück und der passende Abschluss. In der Partie bei der um einen Rang schlechter platzierten KSG Mitlechtern schärft Schnitzer seinen Kickern aber auch ein: "Gerade in dieser Partie sollte jeder wissen, um was es geht."

Schnitzers Kollege Ronny Sauer will endlich mal wieder einen Erfolg bejubeln. Zerknirscht stellt der KSG-Coach fest: "Wir wissen fast schon gar nicht mehr, wie es ist, erfolgreich zu sein." Gegen Spitzenreiter SG Odin Wald-Michelbach glich Mitlechtern kurz vor Schluss aus, stand vor einem Teilerfolg, kassierte dann aber in der Nachspielzeit zwei Treffer. Für Sauer zwar ärgerlich, aber auch mit einer Erkenntnis behaftet: "Wir hielten mit. Aus solch einem Spiel sollten wir die Motivation für die nächsten Aufgaben nehmen."

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Einziger Trost für Biblis und Mitlechtern: Auch der Vorletzte Lörzenbach und Schlusslicht SG Azzurri/Olympia Lampertheim verloren erneut. Lörzenbachs Trainer Jan Schörling wurmte das 0:3 gegen den TV Lampertheim: "Noch bevor der Gegner zum ersten Mal vor unser Tor kommt, müssen wir 2:0 führen." Bei der SG Unter-Abtsteinach wünscht sich der SVL-Übungsleiter endlich mal "mehr Effektivität" vor dem Tor: "Uns muss es auch einmal gelingen, aus zwei Chancen zwei Tore zu machen."

Der Tabellenletzte SG Lampertheim erwartet Spitzenreiter Odin Wald-Michelbach und Trainer Giovanni Marino eine Überraschung in Form eines Punktgewinnes: "Unser Ziel wird nicht sein, Schadensbegrenzung zu betreiben. Wenn uns der Gegner auf dem Weg zur Meisterschaft als kleinere Hürde unterschätzt, kann das nur gut für uns sein."

Bis auf den zweiten Platz hat es der FC Alemannia Groß-Rohrheim geschafft, und Erfolgstrainer Georg Eckhardt ist zufrieden. Jetzt, da seine Mannschaft ungeahnte Höhenluft schnuppert, stellt der Ex-Landesligaspieler fest: "Wir sind oben angekommen, um zu bleiben." Warum es im zweiten Jahr seiner Amtszeit so gut läuft? "Wenn die Harmonie zwischen Trainer und Mannschaft stimmt, dann stimmt auch der Erfolg." Herausheben will Eckhardt niemand, auch nicht seinen Sohn Marcel, mit 19 Toren der beste Schütze: "Wir haben viele junge Spieler, die sich toll entwickelt haben. Das Mannschaftsgefüge ist intakt."