FC Starkenburgia nimmt die Herausforderung an

Mit dem FC Ober-Abtsteinach stellt sich gleich einer der A-Liga-Topfavoriten auf dem Galgen vor. Auch für den SV Winterkasten beginnt am Sonntag die Saison.

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BERGSTRAßE. Wenn der FC Starkenburgia Heppenheim nun mit einer Woche Verspätung in die neue Runde der Fußball-A-Liga startet, ist es ein sportlicher Neuanfang, der letztlich bitter ist. Denn Mannschaften wie der ISC Fürth oder der VfR Fehlheim II waren nie Gegner in den 122 Jahren seit Vereinsgründung.

Am Sonntag ist nun der FC Ober-Abtsteinach der Heppenheimer Heimgegner, und mit den Odenwäldern kreuzten die Schwarz-Weißen aus der Kreisstadt und die Blau-Weißen aus dem Überwald öfter die Klingen. Und als im Jahre 1973 der Höhenflug des FC Starkenburgia mit dem Aufstieg in die Bezirksklasse (Gruppenliga) Darmstadt begann, da war der Erfolg am 29. April 1973 beim FCO ein Meilenstein auf dem Weg zur Meisterschaft. 200 mitgereiste Heppenheimer Anhänger erlebten am Ober-Abtsteinacher Hardberg einen Fußball-Krimi. Der damals 31 Jahre alte schnelle Torjäger Roland Täubert sorgte für die 1:0-Pausenführung der Heppenheimer. Albert Dörsam glich in der 64. Minute aus, ehe Mario Gierl (83.) mit dem 1:2 eine Schlussphase einläutete, die es in sich hatte. Nur zwei Minuten später glich Kurt Kunkel aus, doch Heiner Grünewalds 3:2 aus Heppenheimer Sicht zwei Minuten vor dem Abpfiff sorgte für strahlende Gesichter beim Tabellenführer und Enttäuschung beim ärgsten Starkenburgia-Konkurrenten Olympia Lorsch.

Aber auch als der sportliche Höhenflug für die Starkenburgia nach zwischenzeitlicher Zugehörigkeit zur Oberliga Hessen zu Ende ging, da waren wieder die Ober-Abtsteinacher Wegbegleiter. Denn beim Heppenheimer Abstieg 1988 aus der Bezirksklasse musste auch der FC Ober-Abtsteinach nach elf Jahren wieder den Gang nach unten antreten.

Nun ist den Heppenheimern bewusst, dass sie ihr erstes Pflichtspiel in der A-Klasse gleich gegen einen Topfavoriten auf die Meisterschaft bestreiten müssen, der sich mit dieser Rolle bestens identifizieren kann. Dies war beim 10:2-Heimsieg über den ISC Fürth unschwer zu erkennen.

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„Die Aufgabe Ober-Abtsteinach nehmen wir gerne an, denn sie ist gleich eine echte Standortbestimmung“, hofft Starkenburgia-Spielausschussvorsitzender Jan Harder, dass seiner Mannschaft ein „ordentlicher“ Einstand in der neuen sportlichen Umgebung gelingt.

Zwar werden den Heppenheimern aus unterschiedlichen Gründen noch einige Spieler fehlen, aber Harder ist sicher, bis Sonntag eine schlagkräftige Mannschaft aufbieten zu können.

Wie die Heppenheimer war auch der SV Winterkasten am ersten Wochenende spielfrei. Nun soll im Heimspiel gegen den SC Rodau ein Sieg her. „Ich sehe die Rodauer mit uns auf Augenhöhe. Vielleicht sind es schon die ersten Punkte für den Klassenerhalt, die wir am Sonntag hoffentlich holen werden“, sagt SVW-Spielausschussmitglied Lukas Fiege. Zwar gewann der SVW das eigene Kaiserturm-Turnier und schöpft daraus ein gewisses Selbstbewusstsein, doch schon die geringste Ausfallquote zieht eine Schwächung der Mannschaft nach sich. So können die Ausfälle von Kapitän Janis Bauer und Michael Nill (Knieverletzungen) nicht so einfach kompensiert werden. „Aber Trainer Uwe Reibold wird sich da etwas einfallen lassen“, weist Fiege dem aus Bad König kommenden Übungsleiter eine hohe Lösungskompetenz zu – und nicht nur, weil er bereits 2018/19 und 2019/20 erfolgreich in Winterkasten war.