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Samstag, 22. April 2017 REFORMATION & RELIGION 7 In Bewegung – bis heute Evangelische Kirche 1870 Alt-Katholiken − 1538 Anglik. Kirchen − 1536 Mennoniten − 1536 Reformierte Kirchen − ab 1517 Lutherische Kirchen Hellenismus 1529 Russisch- Orthodoxe Kirche, Serbisch-Orthodoxe Kirche usw. Judentum − Nestorianer − Armenier − Jacobiten Thomas- Christen 1653 Altgläubige Griechisch- Orthodoxe Kirche Kopten − 1901 Pfingstkirchen − 1860 Neuapost. Kirchen − 1738 Methodisten − Mormonen − Zeugen Jehovas − Siebenten-Tags- Adventisten − 1609 Baptisten − Unitarier − 1650 Quäker Römisch Katholische Kirche − 1420 Hussiten Arianer Alte Kirche mit ihren verschiedenen Strömungen − 1180 Waldenser 1054 Römisch-Katholische Kirche Orthodoxe Kirche Reformation ist kein Geschehen, das nur durch Martin Luther stattgefunden hat. Sie ist als kirchenbildendes Phänomen bis heute nicht abgeschlossen“, sagt Dr. Jörg Bickelhaupt. Er ist Pfarrer und Referent für interkonfessionellen Dialog des Zentrums Ökumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. „In unserer Zeit gibt es eine große Pluralisierung der Kirche, auch kultureller Art“, beschreibt er seinen Eindruck. Die protestantische Bewegung sei aber von Anfang an sehr vielfältig gewesen. Dazu gehören die deutschen, sogenannten „Freikirchen“ („frei“ im Sinne von nicht kirchensteuererhebend) wie die Mennoniten, Methodisten, Baptisten, die Freien Evangelischen Gemeinden, verschiedene Pfingstgemeinden (besonders der „Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden KdÖR“) und die Herrnhuter Brüdergemeine sowie die selbstständige Evangelisch-Lutherische Kirche oder die „Kirche des Nazareners“, die Gesellschaft der Freunde (Quäker), die Heilsarmee und die Siebenten-Tags- Adventisten. Dazu zählen auch zunehmend Gemeinden und Kirchen, die ihre Ursprünge nicht in Deutschland, sondern in anderen Ländern haben. Dazu gehören neben einer Vielzahl von Pfingstgemeinden aus Afrika, Asien und Lateinamerika auch koreanische, indonesische und ghanaische Presbyterianer, schwedische, amerikanische und finnische Lutheraner, koreanische und vietnamesische Methodisten, Anglikaner aus Großbritannien und den USA, Lutheraner aus Eritrea und Reformierte aus dem Kongo. Hinzu kommt eine steigende Zahl sogenannter „internationaler Gemeinden“, die versuchen, Gemeinde zu sein – unabhängig von ethnischer und konfessioneller Zuschreibung. Alles in allem gibt es eine große Vielfalt von Kirchen und Gemeinden, die im weitesten Sinne auf die Reformation zurückgehen. Spannend ist zurzeit die Entwicklung zum Beispiel in der Evangelischen Auferstehungsgemeinde in Wiesbaden: Dort gibt es zusätzlich zum deutschsprachigen Gottesdienst einen persischsprachigen Gottesdienst. Viele der Menschen, die diesen Gottesdienst besuchen, sind erst vor Kurzem getauft worden und haben in dieser Gemeinde eine neue Heimat gefunden. Auch dank der muttersprachlichen Gottesdienste, die hier meist von einem ursprünglich aus dem Iran stammenden Kirchenvorsteher der deutschsprachigen Gemeinde geleitet werden. In Kelsterbach trifft sich jeden Sonntag die koreanische Uri-Gemeinde zu Gottesdiensten. Diese sind geprägt von Lobpreisliedern, kunstvollem Gesang und einer Liedbegleitung durch eine Band. Auf Orgelklänge wartet man hier vergeblich. Ganz anders geprägt sind die Gottesdienste der eritreisch-evangelisch-lutherischen Gemeinde, die sich in Neu- Isenburg trifft: Hier wird eher der klassischen lutherischen Liturgie gefolgt, auch wenn die musikalische Begleitung durch Trommeln und Keyboard schnell deutlich macht, dass auch hier im Hintergrund eine andere Kultur steht als bei der deutschsprachigen Gemeinde, bei der die Eritreer zu Gast sind. In Mainz gibt es gerade für junge Menschen neue Angebote: INFORMATIONEN Die Basis wurde 2007 aus einem Hauskreis heraus gegründet, will eine „Kirche für diese Generation“ sein und den Glauben in moderner Form in die heutige Zeit transportieren. Als evangelische Freikirche gehört sie zum Bund freikirchlicher Pfingstgemeinden und ist somit Teil der weltweiten Pfingstbewegung. Ein weiteres Angebot für Jüngere ist Living Room, eine Adventgemeinde in Mainz, die 2010 gegründet wurde und von sich sagt: „Wir träumen von einer Kirche, die Freiraum und Zuhause ist.“ Sie bietet wöchentliche Gottesdienste an Samstagen, Pfadfinder Treffen, Ski- und Wanderwochenenden und Zeltlager für Gruppen an. In der Praxis arbeiten die Gemeinden auch zusammen an Projekten. Das ist nicht immer leicht. Der evangelische Stadtdekan aus Frankfurt, Dr. Achim Knecht, weiß aus Erfahrung: „Wo verschiedene Sprachen und Kulturen, aber auch unterschiedliche Auffassungen über den Glauben und über die Situation in den Herkunftsländern aufeinandertreffen, bleiben Missverständnisse und Konflikte nicht aus. Es braucht von allen Beteiligten ein gehöriges Maß an Geduld und Verhandlungsgeschick. Ökumenische Partnerschaft ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen.“ Die protestantische Vielfalt in der Region, sie ist Chance, Bereicherung und Herausforderung zugleich. Evangelisch sein: Die meisten denken dabei an die große Evangelische Kirche in Deutschland. Doch Protestant zu sein kann viel mehr bedeuten: Neben und mit der Evangelischen Kirche in Deutschland gibt es eine große Vielfalt an Kirchen, deren Wurzeln zum Beispiel in reformatorischen Kirchen liegen. Ein Streifzug durch die Historie – und durch die Region, in der die Vielfalt vielerorts ganz konkret gelebt wird. Von Laura Jung Quelle: Jörg Bickelhaupt, Joachim Bundschuh/EKHN Grafik: VRM/kl . Einzelne Kirchengemeinden aus der Region finden sich auf folgenden Seiten: Evangelische Kirche in Deutschland: www.ekd.de Evangelische Allianz: www.ead.de Vereinigung evangelischer Freikirchen: www.vef.de Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland: www.oekumene-ack.de Internationaler Konvent Christlicher Gemeinden Rhein-Main: www.internationaler-konventfrankfurt. de Hessentag in Rüsselsheim | 9. – 18. Juni 2017 ZeitKirche (StadtKirche), Marktplatz Samstag | 10.06.2017 | 20:00 Uhr Lisa Martinek & Blech Pur: „Höchste Zeit!“ Musikalische Lesung VVK 15,40 € inkl. Gebühren / Abendkasse 17 € Sonntag | 11.06.2017 | 20:00 Uhr LaLeLu: „Muss das sein?“ A-Capella Comedy Musikkabarett VVK 29,70 € incl. Gebühren / Abendkasse 31 € Montag | 12.06.2017 | 20:00 Uhr Duo Camillo: „Luther bei die Fische“ Musikkabarett VVK 15,40 € incl. Gebühren / Abendkasse 17 € Mittwoch | 14.06.2017 | 20:00 Uhr Fools Garden – unplugged VVK 37,40 € incl. Gebühren / Abendkasse 39 € Freitag | 16.06.2017 | 20:00 Uhr Stefan Gwildis: „Alles dreht sich“ VVK 41,80 € incl. Gebühren / Abendkasse 43 € © Niraz Saied © Mathias Knoppe © Boris Lajos TICKETVORVERKAUF www.hessentag2017.de | Tickethotline 0180 60 90 600 Anzeige


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