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MENSCH & GLAUBE(N) Wandern auf Luthers Spuren Pilgern ist „in“. Längst sind es nicht mehr nur die Katholiken, die das Beten mit den Füßen für sich entdeckt haben. Spätestens seit Erscheinen des Bestsellers „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling erlebt das Pilgern ein Comeback. Im Mittelalter gab es drei Fernziele, zu denen Christen in ihrem Leben pilgern konnten: Jerusalem, Rom und Santiago de Compostela. Weitere Ziele waren als heilig betrachtete Wallfahrtsorte wie Kirchen oder Gräber von Heiligen. Ironischerweise lautete Luthers Kommentar zu den Reliquien des Heiligen Jakobus in Santiago de Compostela: „Darum lass man sie Worms (die Reliquien) dort liegen und lauf nicht dahin, denn man weiß nicht ob (dort) St. Jakob oder ein toter Hund oder ein totes Ross liegt...“ Er ergänzte: „Das sage ich nicht darum, dass Wallfahrten böse seien, sondern dass sie zu dieser Zeit übel geraten.“ Nachdem Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel am 31. Oktober 1517 ans Portal der Wittenberger Schlosskirche genagelt hatte, so ist es überliefert, dauerte es noch vier Jahre, bis der rebellische Mönch gewissermaßen „zum Pilgern gezwungen“ wurde: Im Jahr 1521 wurde er von Kaiser Karl V. zum Reichstag nach Worms zitiert, auf dem er seine Schriften widerrufen sollte. Da Luther standhaft blieb, wurde über ihn die Reichsacht verhängt. Mit dem Bann des Kaisers belegt, machte er sich auf eine gefährliche Rückreise. Auf der Wartburg fand Luther Zuflucht und Zeit für die Übersetzung des Neuen Testaments. Wenn man den Thesenanschlag als Startschuss für die Reformation betrachtet, dann befand sich Luther mit seiner Wormsreise auf der Zielgeraden. Heute ist der Weg ein Symbol für den Wandel vom Mittelalter zur Neuzeit. Der Lutherweg 1521 hat eine Gesamtlänge von etwa 360 Kilometern und verläuft in einem engen Korridor zum überlieferten Weg zwischen Eisenach und Worms. Er ist ein Angebot für alle, die an der Reformation und ihren Auswirkungen interessiert sind oder schlicht Entspannung und die Nähe zur Natur suchen. In beiden Richtungen ausgeschildert, folgt die Route den Spuren des Reformators. Hinweistafeln klären an zentralen Orten über historische Hintergründe auf. Entlang des Weges warten abwechslungsreiche Landschaften und interessante Menschen. Es lohnt sich! Von Laura Jung VERSILBERT . Luthers Reise durchs heutige Hessen und Rheinland-Pfalz gibt es jetzt auch in Silber: Sechs exklusive Jubiläumsprägungen aus 999/1000er Feinsilber zeigen sechs Stationen des Reformators – Alsfeld, Worms, Oppenheim, Lich, Frankfurt und Trebur – und, jeweils auf der Rückseite, Luther selbst. . Die sechs Silber-Prägungen (Durchmesser je 40 mm, Prägequalität polierte Platte) kosten 399 Euro einschließlich hochwertiger Holzkassette und können als Set bestellt werden unter 06131/485160, www.rhein-mainpresse. de/lutherset, in Kundencentern dieser Zeitung in Mainz, Wiesbaden, Bad Kreuznach und Worms sowie per Coupon (bspw. auf Seite 2 dieser Beilage). . Bestellungen werden ab sofort entgegengenommen. Der Versand der Sets startet am 8. Mai. Im Jahre 1521 reiste Martin Luther quer durchs heutige Hessen und Rheinland- Pfalz, um in Worms vor dem Reichstag seine Lehre zu vertreten. Danach versteckte er sich auf der Wartburg bei Eisenach. Redakteurin Laura Jung folgte seinen Spuren von Alsfeld bis nach Worms und führte Pilgertagebuch. Fotos: Laura Jung, André Hirtz (2), Grafik:VRM/kl Frankfurt 5 Unsere Redakteurin Laura Jung (im großen Foto mit ihrem Hund Asterix in Oppenheim) ging einen Teil des Lutherwegs. Mehr Infos zur Strecke: www.lutherweg1521.de. Auch den Pilgerführer zum Weg gibt es dort. w Oppenheim Trebur Lich Berka/Werra Wartburg Bad Hersfeld Alsfeld 6 4 3 2 1


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