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44 ALS AZUBI ZU HAUSE WOHNEN So funktioniert eine WG mit deinen Eltern Das Bündel packen und den elterlichen Hof verlassen: Früher war klar, dass du als junger Erwachsener mit Beginn deiner beruflichen Ausbildung oder deines Studiums eigene Wege gehst. Heute wechselst du oft nur die Busstrecke. Statt zur Schule gehst du nun in den Betrieb oder zur Uni. Zu Hause bleibt alles beim Alten. Oder nicht? Das Ende der Schulzeit ist ein guter Zeitpunkt, um über die gemeinsame Lebenssituation mit deinen Eltern zu Hause nachzudenken. Welche Regeln gibt es? Und: Machen die überhaupt noch Sinn? Die Kunst ist es, dass ihr die richtige Mischung zwischen gegenseitiger Freiheit und Verantwortung findet. Es gibt bestimmt viele Gründe für dich, nach der Schule noch zu Hause wohnen zu bleiben. Zum Beispiel ökonomische Aspekte, denn während der Ausbildung oder im Studium erhältst du oft nur wenig oder gar kein Geld. Im Normalfall solltest du als junger Studierender oder Azubi bereits mit 16 oder 17 Jahren einige Aufgaben im gemeinsamen Haushalt übernehmen, sagen Experten. Ist das bislang noch nicht der Fall, ist am besten ein Gespräch wichtig. Dabei kannst du zusammen mit deinen Eltern klären, wie der Familienalltag organisiert werden soll. Auf einer Liste oder einem Plan könnten die verschiedenen Punkte notiert werden. Wer putzt das Bad? Wer übernimmt Hotel Mama gorralit - AdobeStock die Wäsche? Wer mäht den Rasen? Und wann ist abends die Musik aus? Aufgabenplan So gehört es für dich dann zum Berufs- und Studienalltag, selbstständig dafür zu sorgen, pünktlich zur Arbeit oder in den Hörsaal zu kommen. Sollten deine Eltern bis dahin immer den Weckdienst übernommen haben, könnten sie diese Verantwortung spätestens jetzt abgeben. Gleiches gilt für die gemachten Frühstücksbrote oder die gebügelte Kleidung. Das sind alles Dinge, die du auch selbst erledigen kannst. Und wenn du dann ohne Frühstück das Haus verlässt, dazu noch im Knitterhemd und mit ungeputzten Schuhen? Dann müssen deine Eltern das aushalten, denn es liegt nicht mehr in ihrer Verantwortung. Im Idealfall regelt ihr das familiäre Leben wie in einer Wohngemeinschaft: Jeder hat Aufgaben und ihr fühlt euch gemeinsam verantwortlich. Für dich entsteht so auch das wertvolle Gefühl, von deinen Eltern auf Augenhöhe wahrgenommen zu werden. Bequemlichkeiten, die sich vielleicht immer wieder einschleichen, müssten dann – so wie es auch in jeder guten WG dazugehört – erneut angesprochen werden. Sonst müssen deine Eltern sich nicht wundern, wenn du dich auch noch mit 25 bedienen lässt. Aber: So gleichberechtigt die Verantwortlichkeiten auch geregelt sind – wie das Leben in Wohnung oder Haus abläuft, liegt in der Entscheidung deiner Eltern. Laute Musik oder Partys, Kochtreffen mit Freunden, Kinoabende im Wohnzimmer – solche Sachen musst du auf alle Fälle mit ihnen direkt und gut absprechen. Denn es ist der Haushalt deiner Eltern und sie haben das Sagen. Kostenbeteiligung? Und wie steht es um das Thema Geld? Immerhin: Mit deinem eigenen Ausbildungsgehalt könntest du dich an den familiären Kosten beteiligen. Wenn eure Familienkasse knapp ist, könnten deine Eltern eine Beteiligung für Miete oder Essen verlangen. Alternativ könnten sie auch sagen, dass mit dem Ausbildungsgehalt alle Kosten für Urlaub oder Klamotten abgedeckt werden oder kein Taschengeld mehr bezahlt wird. dpa/red


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