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42 UNTER 18 IM HÖRSAAL Tipps, falls du bei Studienbeginn noch minderjährig bist Acht Jahre zum Abi, kein Wehr- oder Zivildienst mehr – der Weg zur Uni ist heute deutlich kürzer als früher. Deshalb steigt die Zahl der Studierenden, die noch vor dem 18. Geburtstag ihr erstes Seminar besuchen. Ganz so einfach ist das allerdings nicht. Manchmal gibt es Studierende, die mit 21 Jahren schon einen Großteil ihres Studiums hinter sich haben. Beispielsweise, wenn sie auf einem G8-Gymnasium waren und möglicherweise zusätzlich noch Klassen übersprungen haben. Das führt dann aber oft auch dazu, dass sie zum Beginn des Studiums noch minderjährig, also unter 18 Jahren alt waren. Früher war das eher die Ausnahme, aber inzwischen kommt das immer häufiger vor: Im Wintersemester 2016/2017 waren laut Statistischem Bundesamt 4279 Studierende jünger als 18 Jahre. Zwar machen die U18-Studierenden damit nur 0,15 Prozent der insgesamt über 2,8 Millionen Studierenden aus. Doch ihre Zahl steigt. Experten prognostizieren eines weiteres Ansteigen der minderjährig Studierenden, was unter anderm am G8- Abitur und der Aussetzung von Wehr- und Ersatzdienst liegt. Nicht nur für dich als minderjährig Studierenden, sondern auch für die Hochschulen ist das eine Herausforderung. Denn: Wenn du jünger als 18 Jahre bist, bist du nur beschränkt geschäftsfähig. Ohne Erlaubnis deiner Eltern kannst du dich normalerweise nicht immatrikulieren, keinen Bibliotheksausweis beantragen, keinen Mietvertrag unterschreiben und nicht mal am Hochschulsport teilnehmen. Ob zur Prüfungsanmeldung oder zur Nutzung der Bibliothekscomputer – normalerweise brauchst du die Unterschrift deiner Eltern. Und auch das kann passieren: Klausuren, zu denen du dich nicht anmelden kannst, weil dein Geburtsjahr nicht auswählbar ist oder Ersti-Fahrten, an denen du nicht teilnehmen darfst. Inzwischen haben sich die meisten Hochschulen aber auf minderjährige Studierende eingestellt: Mit Generaleinwilligungen können deine Eltern dir die Vollmacht über studentische Angelegenheiten erteilen. Baden-Württemberg und Nordrhein- Westfalen änderten sogar eigens das Hochschulgesetz und erteilten Minderjährigen in sämtlichen Studienangelegenheiten alleinige Handlungsfähigkeit. Und auch außerhalb der Uni lauern Stolperfallen. Wenn du nicht gerade deinen Vater, deine Mutter oder beide mitnimmst, musst du die Ersti-Party zum Beispiel um Mitternacht verlassen und auf hochprozentigen Alkohol verzichten. Für Mietverträge und Studentenjobs müssen deine Eltern ebenfalls ihr Einverständnis erteilen. Noch schwieriger wird die Finanzierung deines Studiums über einen Studienkredit. Hierfür brauchst du nicht nur die Einwilligung der Eltern, sondern auch eine Erlaubnis des Familiengerichts. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt jedoch an Minderjährige in der Regel keine Kredite. BAföG dagegen gibt es auch unter 18. Im Studienalltag finden sich Minderjährige aber häufig gut zurecht. Sie unterscheiden sich im Wesentlichen nicht von volljährigen Studierenden, haben keinen besonderen Betreuungsbedarf oder erkennbar stärker mit Heimweh zu kämpfen. Allein die Unsicherheit bei der Studienwahl ist Experten zufolge merklich höher unter den Jugendlichen. Viele glauben, sie müssten von Anfang an eine perfekte Entscheidung treffen. Wenn du das auch so empfindest und deine Unsicherheit zu groß sein sollte, kannst du über ein Überbrückungsjahr nachdenken, um dich zum Beispiel bei einem Auslandsaufenthalt oder einem Freiwilligen Sozialen Jahr weiter zu orientieren. dpa/red


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