Mit Kanu und Fahrrad durch die Masuren

Mit dem Kajak paddeln, Radfahren oder Wandern: In den Masuren ist das alles in herrlicher Natur möglich. Foto: Darek Wylezol / Wikinger Reisen

In der polnischen Region der 3000 Seen kann man wunderbar Rad fahren, mit dem Kanu paddeln und wandern. Hier wird die Sehnsucht nach Ruhe, Erholung und Natur gestillt.

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. Da muss selbst Darek Wylezol lachen: „Jeder fünfte Storch in Europa ist Pole!“ Der 48-jährige Guide, Produktentwickler von Wikinger-Reisen und ehemalige Reiseleiter muss es wissen: Er ist seit Jahren als Experte für Wandern, Radfahren oder Kanu- und Kajak-Paddeln im Land der 3000 Seen mit Besuchern unterwegs – in den polnischen Masuren. Diesmal paddelt er mit einer Reisegruppe auf dem Fluss Sapina von Kruklin zum See Goldopiwo. Er schwärmt: „So ein Aktivurlaub in den Masuren stillt bei mir die Sehnsucht nach Ruhe, Erholung und sportlicher Betätigung. Das bringt mich einfach runter!“

Mit dem Kajak paddeln, Radfahren oder Wandern: In den Masuren ist das alles in herrlicher Natur möglich. Foto: Darek Wylezol / Wikinger Reisen
Pferde im Wald? Auf solche tierischen Begegnungen müssen sich Urlauber einstellen. Foto: Wikinger Reisen

Masuren – schon allein der Name lässt Bilder, Gefühle und die Sehnsucht nach Erholung in unverfälschter Natur im Kopf entstehen. Nach Schäfchenwolken über Seen mit blitzsauberem Wasser, nach sanften Hügeln, Alleen und Dorfidylle. Natürlich haben sich auch die Masuren verändert, sind moderner geworden. Aber noch immer bieten sie unverwechselbare Landschaften, die wie gemacht sind für Naturliebhaber und Aktivurlauber. Deren Sehnsucht nach Bewegung – gepaart mit Kulturgenuss – stillt Darek Wylezol nur zu gerne: Mit Wanderungen, Studienreisen, auf Fahrrädern sowie in Kanus. Entweder in kleinen aktiven Gruppen oder ganz individuell.

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Zu zweit im Kajak. Auch für Anfänger ist das überhaupt kein Problem. „Ihr müsst nur den gemeinsamen Paddel-Takt finden. Der hinten Sitzende lenkt“, erklärt Darek. Und los geht es. Ganz ehrlich – dieses entschleunigte Gleiten über den Fluss ist einfach traumhaft. Uralte Bäume säumen den Uferrand, ab und zu äugt ein Reiher herüber. Große, bunt schillernde Libellen brummen im Tiefflug über das Wasser – dort, wo sich sich die Sapina weitet und das Kajak in den Goldopiwo-See gleitet. „Unter uns tummeln sich sehr viele Fische. Vor allem Zander.“ Dareks Erklärung wird durch einige polnische Angler belegt, die in ihren Booten im Schilf sitzen und entspannt darauf warten, dass die Fische beißen. Dass sie durch die Boote vielleicht gestört werden, nehmen sie nicht übel. Auch sie wissen, die Masuren sind zwar ein herrliches Fleckchen Erde, aber ohne die Einkommensquelle durch den Tourismus sähe es in dem ländlichen Gebiet schlecht aus.

Die Urlaubszeit in den Masuren ist kurz: Juli und August sind die besten Monate. Wer im Juni oder September nach Danzig fliegt und dann per Mietwagen oder Bus zur Seenplatte fährt, sollte wissen: Da kann es auch mal regnen und kühler sein. „Es kommen viele Deutsche in die Region. Gar nicht mehr die alte Generation, die gerne noch einmal ihre ehemalige Heimat sehen will, sondern deren Nachkommen, die hier auf den Spuren ihrer Ahnen wandeln. Und: Junge Menschen, die die Region sportlich entdecken wollen. Aus dem 200 Kilometer entfernten Warschau machen ebenfalls viele Polen ihren Familienurlaub bei uns.“ Für Darek ist das die logische Folge des Arbeitsstresses, den diese Menschen haben müssen. „Hier füllen alle wieder ihre Akkus auf.“ Viele Besucher übernachten entlang der Flüsse oder an den Seen auf den dort eingerichteten Biwak-Plätzen in Zelten oder Wohnmobilen.

Die Masuren können auch beim Wandern oder entspannten Radfahren erkundet werden. Absolut stressfrei, versteht sich. Die Urlauber entdecken die Zärtlichkeit der Masuren nicht in Suleyken – wie in der berühmten Erzählung von Siegfried Lenz –, sondern rund um die Städte Gizycko und Pisz in der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Essen und Trinken gehören dabei natürlich auch zur Erholung: In vielen Restaurants verwöhnt die Wirtin ihre hungrigen Gäste mit polnischen Spezialitäten und leckerem Gemüse aus dem eigenen Garten – so wie in der masurischen „Sommer-Hauptstadt“ Gizycko. Auf die umfassende polnische Gastfreundschaft schwört Dr. Robert Kempa. „Wir haben circa 24 000 Touristen im Jahr rund um Gizycko. Wir wollen aber viel mehr aktive Urlauber zu uns holen. Genau dieses Klientel müssen wir für die Masuren interessieren. Denn Tourismus ist ein sehr wichtiges Standbein für uns“, erklärt der Leiter der Tourist-Info Gizycko.

Natur, Kultur und Sport: In den Masuren können die drei Komponenten locker zusammengefügt werden. Aktivurlauber erkunden die Halbinsel Szeroki Ostrow. Sie sind auf den Flüssen Pisa, Struga und Krutynia unterwegs, besuchen den Marion-Dönhoff-Salon in Galkowo und das Philipponenkloster. Oder sie radeln durch die Johannisburger Heide nach Nikolaiken. Aber Vorsicht: Im Wald laufen den Radfahrern nicht nur Pilzsucher mit randvoll gefüllten Körben über den Weg, sondern auch Wildpferde. Streicheln der Tiere ist zwar erlaubt, aber bitte nur mit dem nötigen Respekt vor den monatelang frei lebenden Pferden.

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Übrigens gibt es sogenannte Staken-Booten nicht nur im brandenburgischen Spreewald: Auch auf dem Fluss Krutynia schippern die langen schmalen Boote mit Touristen – Geschichte und Geschichten des Bootsführers von damals und heute inklusive.

„Ich bin mir sicher, dass die Menschen wiederkommen, die bei uns einmal ihren Urlaub verbracht haben. Sie erleben nämlich eine unvergessliche Reise“, ist sich Guide Darek Wylezol ganz sicher: „Masuren wird in der Seele der Touristen einen festen Platz bekommen – und ich finde, dass hat die Region auch verdient, denn hier kann man ganzheitlichen Urlaub machen, der Körper, Geist und Seele bewegt.“