Kamp-Bornhofen: Burg Liebenstein

Burg Liebenstein liegt am Fernwanderweg Rheinsteig bei Kamp-Bornhofen.

Auf Burg Liebenstein, einem der feindlichen Brüder bei Kamp-Bornhofen im Mittelrheintal, herrscht heute nur noch friedliche Stimmung: Hier kann man gemütlich im Restaurant...

Anzeige

Kamp-Bornhofen. Die Sage, die sich um die Burgen Sterrenberg und Liebenstein bei Kamp-Bornhofen im Mittelrheintal rankt, ist filmreif. Titel: Die Feindlichen Brüder, Regisseur: Heinrich Heine. Es geht um Liebe, Eifersucht, Betrug und Krieg. Der Stoff, aus dem Bestseller sind. Hier die Story: Die Brüder Heinrich und Konrad aus dem Geschlecht der Beyer verlieben sich beide in ihre Stiefschwester Hildegard. Sie gibt Konrad den Vorzug, die beiden heiraten und ziehen auf Burg Sterrenberg ein. Der liebeskranke Heinrich bewohnt die Nachbarburg, hält es in der Nachbarschaft des glücklichen Paares aber nicht lange aus und schließt sich den Kreuzzügen an. Obwohl Konrad glücklich ist mit seiner Hildegard, packt auch ihn bald das Heldenfieber und er folgt Heinrich. Als dieser heimkehrt gründen er und Hildegard eine rein platonische Mittelalter-WG auf Burg Liebenstein. Als Konrad, der untreue Schwerenöter, zurückkehrt in die Heimat, hat er eine schöne Griechin im Gepäck. Hildegard vergeht vor Liebeskummer, Heinrich ist stinksauer, baut eine Mauer zwischen den beiden Burgen und fordert Konrad zum Duell. Der Kampf findet jedoch nie statt, denn Hildegard lenkt ein und geht des lieben Frieden willens ins Kloster. Am Ende ist Blut doch dicker als Wasser, denn nachdem die schöne Griechin mit einem anderen Ritter durchgebrannt ist, schließen die beiden Brüder wieder Frieden. Und dann wird es noch einmal romantisch: Nach wenigen Jahren stirbt Konrad, und Heinrich tritt ins Kloster Bornhofen ein. Heinrich und Hildegard sterben am gleichen Tag, und die Marienberger Totenglocke und die Bornhofener Grabesglocke läuten zur gleichen Zeit.

Über den Rheinsteig zur Burg

Zurück ins Hier und Jetzt: Burg Liebenstein, im 13. Jahrhundert als Vorburg zur Burg Sterrenberg gebaut, ist Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal und ein geschütztes Kulturgut nach der Haager Konvention. Im 14. Jahrhundert wurde auf Burg Sterrenberg von Kurtrier die zweite Schildmauer als so genannte „Streitmauer“ erbaut um sich vor Burg Liebenstein zu schützen – dies ist der historische Kern der Sage von den „Feindlichen Brüdern“. Nach vielen – auch realen – Familienstreitigkeiten, Besitzänderungen, Verfall, Erweiterungen und Wiederaufbau wurde die Burg 1977 aufwendig saniert. Wer nach der Auffahrt oder einer Wanderung über den dort vorbeiführenden Fernwanderweg Rheinsteig vor dem Eingang der Burg steht, sieht die Reste des Wehrturms und die Ruine des kleineren Wohnturms, der heute in Privatbesitz ist. Das dominierende Bauwerk ist der im 15. Jahrhundert gebaute 17 Meter hohe Wohnturm an der Nordseite der Anlage. In diesem siebenstöckigen Turm befinden sich heute das Restaurant mit Burggarten und Aussichtsterrasse sowie das Hotel mit Zimmern zur Rheinseite.