Corona-Schutz: Visiere doch erlaubt – unter Bedingungen

aus Coronavirus-Pandemie

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Die Gesichtsvisiere aus Plastik sind eine beliebte Alternative zu den Mund-Nase-Bedeckungen. Foto: Lahn-Dill-Kreis
© Lahn-Dill-Kreis

Nach der Verwirrung in Rheinland-Pfalz eine Klarstellung: Zumindest in der Gastronomie und im Handel erfüllen die Visiere die Maskenpflicht, sofern der Abstand eingehalten wird.

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MAINZ. Beschäftigte im Einzelhandel und in der Gastronomie dürfen in Rheinland-Pfalz nun doch wieder ein Schutzvisier statt einer Alltagsmaske tragen. Dies ist das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) und DGB-Landeschef Dietmar Muscheid. Zuletzt hatte es in dieser Frage Verwirrung gegeben: Zunächst waren die Visiere als Alternative erlaubt, später dann nicht mehr, wie erst am vergangenen Freitag deutlich kommuniziert wurde. Dagegen hatte es massive Kritik gegeben.

„Von den Kolleginnen und Kollegen aus dem Einzelhandel und der Gastronomie sei laut Muscheid zu hören, dass sich die nahezu vollständige Mehrheit der Kundinnen und Kunden an die Maskenpflicht in Geschäften und insbesondere auch an die einzuhaltenden Abstandsregeln und Hygienestandards halte“, heißt es in einer Erklärung des Ministeriums. Damit werde das Übertragungsrisiko zwischen Kunden und für das Personal reduziert. „Auch auf Seiten des Personals werden zumeist Mund-Nasen-Bedeckungen getragen“, das werde aber von vielen Beschäftigten nach mehreren Stunden als sehr belastend empfunden.

Dauerhaftes Tragen nicht immer zumutbar

Deshalb würden Visiere insbesondere dann eingesetzt, wenn für Mitarbeiter „aufgrund der Arbeitsbedingungen das dauerhafte Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen nicht zumutbar“ sei und die Abstandsregeln gewahrt bleiben. „Vor dem Hintergrund der geschilderten Erfahrungen aus der Praxis und als Ergebnis des gemeinsamen Gesprächs“ stellt das Gesundheitsministerium nun klar, „dass das Tragen von Visieren bei Verkäuferinnen und Verkäufern und in der Gastronomie unter diesen Voraussetzungen (Abstandsregeln) möglich ist“.

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Professor Bodo Plachter, Virologe der Mainzer Universitätsmedizin, unterstützt nach Ministeriumsangaben das Ansinnen des Ministeriums, er wird folgendermaßen zitiert: „Mund-Nasen-Bedeckungen schützen andere zwar klar effektiver als Visiere. Bei bestimmten Arbeitsbedingungen, wie dem Einräumen von Regalen im Supermarkt oder dem Service in der Gastronomie, ist ein dauerhaftes Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen nicht immer zumutbar.“