100er-Grenze für Veranstaltungen in Hessen soll kommen

aus Coronavirus-Pandemie

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Volksfeste mit mehr als 100 Besuchern, wie hier bei der Kerb in Wiesbaden-Kloppenheim, darf es bis zum 31. August nicht geben.  Archivfoto: Barbara Yurtöven

Großveranstaltungen bis 31. August fallen aus. Ob das auch für kleinere Volksfeste wie Kerben gilt, war bislang unklar. Nun scheint eine Entscheidung gefallen zu sein.

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WIESBADEN. Der Hessische Städtetag fordert die Landesregierung mit Nachdruck auf, Großveranstaltungen ab 100 Teilnehmern bis zum 31. August verbindlich zu verbieten.

Das geht aus einem Schreiben des Präsidiums des Städtetags an Ministerpräsident Volker Bouffier hervor. Darin heißt es: „Unser Präsidium sieht es sehr positiv, dass Sie die Beteiligtenzahl einer Großveranstaltung mit 100 ansetzen.“

Seit der Verkündung, dass bis zum 31. August deutschlandweit Großveranstaltungen verboten sind, ist eine Diskussion über die Definition und Größenordnung einer solchen Veranstaltung entbrannt. Unklar war bislang, ob auch kleinere Volksfeste wie Kerben oder Straßenfeste darunter fallen. Hierüber scheint nun eine Entscheidung gefallen zu sein, wie aus dem Schreiben des Städtetages an die Landesregierung hervor geht.

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Nun drängen die Kommunen auf eine rasche Umsetzung in Form einer rechtsgültigen Verordnung: „Wir bitten sehr darum, dass Ihre Position möglichst zeitnah umzusetzen. Entscheidungen für den Zeitraum bis zum 31. August 2020 fallen ja nicht irgendwann, sondern müssen jetzt getroffen werden“, heißt es in dem Schreiben das Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle als Präsident des Hessischen Städtetags unterzeichnet hat.

Wiesbadens Bürgermeister Oliver Franz unterstützt diese Forderung und sagt auf Anfrage: „Ich gehe davon aus, dass auch so kommen wird.“ Am Donnerstag hatte Franz im Gespräch mit dieser Zeitung gesagt: Wenn man nur mit zehn Mann in ein Geschäft gehen darf, wie sollte man dann ein Treffen von 500 bei einer Kerb rechtfertigen. Und eine Kirmes gehört zu den Infektionsherden.“