Mit dem Elektroauto durch Frankfurt

In der Großstadt am Main gibt es noch einige Hürden zu überwinden: So sind Stromtankstellen oft von Benzinern oder Diesel-Fahrzeugen zugeparkt.

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FRANKFURT. Die Fahrt im Elektroauto durch Frankfurt offenbart Kurioses. Die Bethmannstraße, die Mainova-Pressesprecher Sven Birgmeier in das Navigationsgerät eingegeben hat, findet dieses nicht. Dafür aber ganz schnell die Stromtankstellen, die über das Stadtgebiet verteilt sind, und damit auch diejenige, die in der Nähe von Paulskirche und Römer platziert ist. Ein Zugang ist noch frei, doch nicht leicht zu erreichen. Ein Bauzaun schränkt den Platz ein, und nach vorne erschwert das bereits angeschlossene Mobil dem Kollegen das Einparken.

Eines der Probleme, die in der Großstadt am Main noch bestehen, will man diese per Elektrofahrzeug durchqueren, wird somit deutlich. Nur etwa 50 Ladesäulen, in der Regel mit jeweils zwei Steckern, sind bislang öffentlich zugänglich.

Das Aufladen ist einfach

Das Aufladen ist einfach: An jeder Anlage ist ein QR-Code angebracht, den Smartphone-Besitzer einscannen und damit auf eine Seite gelangen, auf der sie sich registrieren und per Kreditkarte bezahlen können. Wer öfter Bedarf hat, kann eine Art Abonnement abschließen. Die Mainova ist Mitglied im sogenannten TankE-Netzwerk, dem 15 regionale Energieversorger angehören, die an mehreren Hundert Ladepunkten in Hessen und Nordrhein-Westfalen Strom anbieten.

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Eine App zeigt alle Ladestellen an und auch, ob diese belegt sind. Der Mangel an Parkmöglichkeiten gerade in der Frankfurter City bringt den Nachteil mit sich, dass oft Benziner oder Diesel-Fahrzeuge dort abgestellt sind, wo eigentlich Elektroautos gespeist werden sollen. Ein Mittel dagegen gibt es noch nicht: Knöllchen seien laut Mainova-Manager Bodo Becker zwar möglich, Abschleppen jedoch ist vom Gesetzgeber nicht vorgesehen. In Hamburg könne so etwas derweil teuer werden. Die Norddeutschen gelten mit ihren knapp 950 öffentlichen Ladesäulen sowieso als bundesweiter Vorreiter für Elektromobilität. Frankfurt ist in einer entsprechenden Statistik nicht unter den Top Ten zu finden.

Auch sogenannte Schnellladestationen gibt es laut Becker hier nur eine Handvoll. Durch diese fließen mindestens 50 Kilowatt Strom, sie können ein Auto also innerhalb von einer Stunde wieder flott für die nächste Etappe machen – und sind daher bei langen Strecken unerlässlich, will man keine mehrstündigen Tankpausen einlegen.

Den Stadtverkehr berührt das wenig. Erste E-Busse fahren schon durch die Straßen, und sogar E-Müllfahrzeuge wurden bereits ausprobiert, um die zu hohe CO2-Konzentration in der Luft abzusenken, wegen der Dieselfahrverbote drohen. Doch um Chaos zu vermeiden, sollten mehr Menschen sich auf einen Wechsel einlassen, kommt man um ein dichteres Netz von Ladesäulen nicht herum. Die Stadt soll bereits mit weiteren Anbietern verhandeln. Neben den öffentlich zugänglichen bieten zudem auch Hotels oder Unternehmen Alternativen an. Privatpersonen lockt die Mainova mit einem Angebot für eine eigene Einrichtung, die inklusive Vorab-Service und Installation 2247 Euro kostet.

Für das Parkhaus Börse hat man sich ein Schmankerl einfallen lassen. Wer hier den grünen Strom nutzt, um mobil zu bleiben, kann sich pro Ladung und Tag per Gutschein einen Smoothie im Gastronomiebetrieb „Heidi und Paul“ nebenan schmecken lassen. Doch man sollte sich keiner Illusion hingeben: Allein dafür wird keiner auf ein E-Mobil umsatteln.