Hygieneartikel auch bei Pflegediensten in Darmstadt knapp

aus Coronavirus-Pandemie

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Mit Mundschutz und anderen Hygieneartikeln müssen die Pflegedienste haushalten, denn die Produkte sind knapp und derzeit auch teuer.  Foto: Behindertenhilfe

Mundschutz und Desinfektionsmittel sind für die Unternehmen nur schwer zu beschaffen. Die Stadt sorgt für Nachschub.

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DARMSTADT. Die Corona-Krise stellt ambulante Pflegedienste beim Einkauf von Hygieneartikeln vor große Herausforderungen. Diese sind nicht nur im Einzelhandel oft restlos ausverkauft, auch Pflegedienste berichten von Engpässen bei Lieferanten. Die Betriebe sehen sich in der Krise teilweise mit explodierenden Preisen dringend benötigter Materialien konfrontiert. Die Stadt hilft und hat Schutzmasken verteilt.

"Die haben wir weggeschlossen"

So lautet die Antwort vieler Pflegedienste in Darmstadt auf die Frage, wo sie Schutzmasken, Desinfektionsmittel und Handschuhe aufbewahren. Die Mitarbeiter benötigen diese Materialien für ihre tägliche Arbeit, um sich und ihre pflegebedürftigen Klienten vor Ansteckung zu schützen.

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Zwar klagt keiner der Betriebe über akuten Mangel, "aber die Beschaffung ist schwierig", sagt die Inhaberin des Pflegedienstes Anima, Regina Blitz. Nicht nur für Schutzkleidung würden teils völlig überzogene Preise verlangt. Die Ausgabe von Hygienemitteln wie Schutzmasken und Desinfektionsmittel habe sie daher rationieren müssen, sagt Blitz.

Von ähnlichen Maßnahmen berichtet auch Tatjana Suppes vom Darmstädter Pflege- und Sozialdienst. Die Ausgabe von Schutzmasken und Desinfektionsmittel werde "strenger überwacht", deren Beschaffung gestalte sich schwierig. "Es ist erschreckend", sagt sie. Der Vorrat an Desinfektionsmitteln für die rund 40 Mitarbeiter reiche noch für zwei bis drei Wochen, schätzt Suppes. Danach muss Nachschub her. "Manchmal ist das wie Weihnachten und Ostern zusammen, wenn man was bekommt", sagt sie.

Ärger über Mangel an Schutzmaterial

Die Stadt habe Masken gespendet, unter anderem deshalb hat Jürgen Birkenstock-Gholami vom Pflegedienst Medicare "keine Bedenken", dass es bei der Versorgung von Patienten zu Engpässen kommen könnte. Tatjana Suppes sagt, sie habe "Freudensprünge gemacht", als die Spende der Stadt ankam. An anderen Stellen sorgt die schwierige Versorgungssituation für Unmut. Der Caritasverband Darmstadt teilt mit, Mitarbeiter, Klienten und deren Angehörige seien "durchweg verärgert, dass Schutzmaterial in diesen schwierigen Zeiten eine Mangelware ist".

Auch Kerstin Helbig vom Pflegeteam Eule berichtet von hohen Kosten für Hygieneartikel im Internet. Schon zu Beginn der Corona-Krise hätten Angehörige von Patienten und Mitarbeiter damit angefangen, Schutzmasken selbst zu nähen. Erfahrungsgemäß benötigten sie 100 Masken pro Woche, sagt Helbig und hat schon Nachschub bestellt: "Wir hoffen demnächst auf eine größere Lieferung", sagt sie. Mit dieser Hoffnung ist sie jedoch nicht allein.