Staatsanwaltschaft Darmstadt digitalisiert ihre Akten

Analoge Aktenberge werden bei der Darmstädter Staatsanwaltschaft nach und nach digitalisiert. Archivfoto: dpa

Das Projekt in Darmstadt ist ein Pilot für ganz Hessen. Ziel: Die Justiz soll bürgernäher und effizienter werden. Ministerin Kühne-Hörmann sieht auch Vorteile für die...

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DARMSTADT/WIESBADEN. (red). Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat Anfang März begonnen, ihre Aktenführung vollständig zu digitalisieren, teilt das hessische Justizministerium mit. Sie sei damit die erste hessische Staatsanwaltschaft, die mit der Umstellung anfängt. In der ersten Phase nutzt eine Abteilung für allgemeines Strafrecht die E-Akten-Software e²A, die in Phase zwei sukzessive in weiteren Abteilungen der Behörde verwendet wird.

Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) sagte laut der Mitteilung des Ministeriums: „Die Pilotierung der E-Akte bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt ist der Startschuss für die elektronische Aktenführung bei den hessischen Staatsanwaltschaften. Die gesamte hessische Justiz wird von den Rückmeldungen der Nutzerinnen und Nutzer in Darmstadt profitieren.“

Das Vorantreiben der Digitalisierung sei eine der Kernaufgaben der Justiz und eine „Mammutaufgabe“, wird Kühne-Hörmann weiter zitiert. Justizleistungen müssten bürgerfreundlich und serviceorientiert angeboten werden, „damit der Rechtsstaat für alle Bürgerinnen und Bürger gut zu erreichen ist“. Die Umstellung auf die elektronische Akte sei ein tiefgreifender Eingriff in jahrzehntelang geübte Arbeitsweisen der Justiz, die Entwicklung berge aber auch „immense Chancen“.

Als Beispiele nennt die Ministerin „Effizienz, Verfügbarkeit sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Denken Sie nur an die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bei geschlossener Schule oder Kita mit der elektronischen Akte von zu Hause aus arbeiten können, ohne täglich Aktenberge versetzen zu müssen.“

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Die Software e²A ermöglicht von der Bearbeitung des Posteingangs bis zur Erstellung und Versand von Schriftstücken eine vollständig digitale Bearbeitung von Verfahren. Die elektronische Akte wird bereits beim Landgericht Limburg und dem Sozialgericht in Kassel pilotiert.

Bereits seit Anfang 2021 hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Pilotierung die Gelegenheit, in Workshops verschiedene Funktionen der Software kennenzulernen und zu erproben. Die IT-Stelle der hessischen Justiz betreute diese Phase engmaschig und werde das auch zukünftig tun, heißt es abschließend in der Mitteilung des Ministeriums.