Perspektive für die Gastronomie in Hessen

Mit leeren Stühlen demonstrierten Frankfurter Gastronomen am 24. April auf dem Römerberg. Mit dieser Aktion haben die Gastwirte auf die kritische Lage von Gaststätten und Hotels in der Corona-Krise aufmerksam gemacht. Foto: Arne Dedert/dpa

Nach der Schaltkonferenz der Länderregierungschefs stellt Ministerpräsident Volker Bouffier der Gastronomie in Aussicht, Ende Mai wieder öffnen zu dürfen. Auch Kitas waren...

Anzeige

WIESBADEN. Hessen hat in Aussicht gestellt, dass Restaurants und Hotels von Pfingsten an, also Ende Mai, möglicherweise schrittweise wieder öffnen können. Das sagte Ministerpräsident Volker Bouffier am Donnerstag nach einer Schaltkonferenz der Länderregierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Eine Entscheidung kündigte der CDU-Politiker für den 6. Mai an, wenn Bund und Länder erneut über weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen beraten. Restaurants und Hotels brauchten eine Perspektive, sagte Bouffier. Womöglich könne man mit der Öffnung von Außenbereichen beginnen. Er wollte nicht ausschließen, dass der Konsum von Alkohol zunächst verboten werden könnte, um die Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln nicht zu gefährden.

Die Runde der Regierungschefs habe sich vorgenommen, am kommenden Mittwoch auch über die Öffnung von Kitas zu beraten, sagte der Ministerpräsident weiter. Die betroffenen Eltern bräuchten klare Botschaften, wie es weitergehen solle. Es wäre absurd, die Kitas noch für Monate, etwa bis zum 31. August, geschlossen zu halten, sagte Bouffier.

In Hessen können aktuell etwa 255.000 Kinder nicht die Kita besuchen, knapp 24.000 Kinder nehmen nach Auskunft des Sozialministeriums die Notbetreuung in Anspruch. Bestimmte, systemrelevante Berufsgruppen haben Anspruch auf Notbetreuung, wenn ein Elternteil zu einer solchen Berufsgruppe gehört. Das gilt auch für Alleinerziehende aller Berufsgruppen.

Anzeige

Bedauern über zögerliche Haltung zu Sportaktivitäten

Über die Öffnung von Sportstätten für Amateure und Profis wird lauf Bouffier voraussichtlich ebenfalls am 6. Mai entschieden. Er hätte sich vorstellen können, kontaktlosen Sport sofort wieder zu gestatten. „Wenn Läufer, Hochspringer oder Kugelstoßer alleine trainieren, besteht ja keine Infektionsgefahr“, sagte Bouffier. Er halte aber nichts von Alleingängen und warte daher eine einheitliche Regelung für alle Bundesländer ab. „Auf ein paar Tage kommt es nicht an“, meinte der Regierungschef. Zu den geplanten Themen am kommenden Mittwoch zähle auch, welche weiteren Lockerungen an den Schulen und im Handel möglich seien.

Ab Montag können in Hessen unter anderem Friseure, Museen und Tierparks unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln öffnen. Auch Spielplätze dürfen wieder genutzt werden. Das legte das hessische Corona-Kabinett nach einer Sitzung am Freitag fest. Mit der entsprechenden Verordnung werden Details der Bund-Länder-Absprache vom Vortag geregelt.

Für Spielplätze, Museen, Ausstellungen, Schlösser und Gedenkstätten gilt die Vorgabe, dass eine individuelle Nutzung erfolgt. Gruppenaktivitäten oder -führungen können nicht angeboten werden. Als Richtwert gilt, dass sich eine Person auf einer Fläche von 20 Quadratmetern aufhalten darf.

Mund-Nasen-Bedeckung in vielen Bereichen Pflicht

Öffnen dürfen auch Hundesalons und Hundeschulen, dazu Copyshops, Fahrschulen (nur für Berufskraftfahrer), Musikschulen und Privatunterricht (als Einzelunterricht und in Kleingruppen von bis zu fünf Personen). Friseure sowie Dienstleister im Bereich der Körperpflege (Kosmetik-, Nagel- und Tattoostudios sowie Massagepraxen) müssen von Montag an für die gesamte Dauer des Kundenkontaktes eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Auch für Kunden ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung zwingend vorgeschrieben.

Anzeige

Medizinische Eingriffe und Operationen in Kliniken und ambulanten Praxen, die bislang untersagt waren, wenn sie nicht zwingend notwendig waren, dürfen wieder vorgenommen werden. In allen Gesundheitseinrichtungen wie zum Beispiel Krankenhäusern und Arztpraxen muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Diese Pflicht gilt auch in Ladenstraßen und überdachten Einkaufszentren.

Der Präsenzunterricht wird bei der Ausbildung von Tarifbeschäftigten und Beamten im Öffentlichen Dienst wieder aufgenommen, wenn der Abschluss in diesem Jahr vorgesehen ist. Dazu gehören auch die Sportausbildung und Prüfungen.