Freizeit-Tipp für die Metropolregion: Galopprennbahn Haßloch

Die Haßlocher Galopprennbahn gibt es bereits seit 1885. Zum diesjährigen Saisonauftakt am 21. Mai stehen sechs Rennen mit englischen Vollblütern auf dem Programm, außerdem gibt es ein Reitpferde- und ein Pony-Rennen. Foto: Rennverein Haßloch  Foto: Rennverein Haßloch

Die großen Pferderennen finden anderswo in Deutschland statt: in Baden-Baden, Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg oder in Berlin-Hoppegarten. Die idyllisch gelegene Wald-Rennbahn...

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HASSLOCH. Die großen Pferderennen finden anderswo in Deutschland statt: in Baden-Baden, Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg oder in Berlin-Hoppegarten. Die idyllisch gelegene Wald-Rennbahn im pfälzischen Haßloch gehört dennoch seit mehr als 130 Jahren zu den bedeutendsten und größten Austragungsstätten von Pferderennen zumindest in Süddeutschland. Zweimal in diesem Jahr können Turf-Liebhaber im Südosten des Großdorfs an der 1820 Meter langen Bahn auch dem Wetten frönen.

Die Haßlocher Galopprennbahn gibt es bereits seit 1885. Zum diesjährigen Saisonauftakt am 21. Mai stehen sechs Rennen mit englischen Vollblütern auf dem Programm, außerdem gibt es ein Reitpferde- und ein Pony-Rennen. Foto: Rennverein Haßloch  Foto: Rennverein Haßloch

Die Rennsaison beginnt in Haßloch und damit in der Vorderpfalz am Sonntag, 21. Mai, um 13 Uhr. Sechs Rennen mit englischen Vollblütern stehen auf dem Programm. Hinzu kommen ein Reitpferde- und ein Pony-Rennen. Doch der Höhepunkt der Rennsaison findet einige Wochen später an Fronleichnam, 15. Juni, ab 13 Uhr statt, wenn es bei der „Haßlocher Meile“ über 1600 Meter um ein Preisgeld von 6000 Euro geht. An diesem Tag werden insgesamt sieben Rennen gestartet, dazu gibt es einen Wertungslauf zum Junior-Cup Südwest und ein Pony-Rennen.

Die Pferderennbahn in Haßloch gibt es seit 1885. Damals fand am 20. September das erste pfälzische Pferderennen statt. Nach und nach wurde die Bahn ausgebaut, erhielt ausreichend große Trainingseinrichtungen und kann heute bei Rennen insgesamt bis zu 150 Pferde in einem sogenannten Boxen-Dorf unterbringen. Was die Bahn besonders auszeichnet: Auf ihr sind Pferderennen mit neun unterschiedlichen Distanzen zwischen 1200 und 3200 Meter möglich. Und für Zuschauer ist die gut überschaubare Zielgerade von 560 Metern Länge reizvoll.

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Die Haßlocher Trainingszentrale für Rennpferde ist nicht nur wegen ihrer Lage, einer 2050 Meter langen Sandbahn, einer Grastrainierbahn und einem Netz von Waldwegen bundesweit beliebt, sie wurde 1982 obendrein berühmt wegen eines sensationellen Erfolges: Der damals 35-jährige Jockey Erwin Schindler gewann mit dem in Haßloch trainierten Pferd „Ako“ das Deutsche Derby in Hamburg. Die Fans und vor allem die Wetter standen Kopf.

Von 1957 bis 1972 war die Haßlocher Bahn auch 15 Jahre lang Austragungsort des berühmten Mannheimer Badenia-Jagdrennens. Dieses einst europaweit wertvollste Hindernisrennen musste von Mannheim-Seckenheim nach Haßloch verlegt werden, weil die Seckenheimer Bahn durch die Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg ziemlich ramponiert war. Da war Haßloch mit diesem Rennen plötzlich für einige Jahre für viele Pferderennsportler der Nabel der Welt.

Heute werden im Großdorf kleinere Brötchen gebacken. Zweimal im Jahr, manchmal allenfalls dreimal, heißt es „Boxen auf“ – und die Post geht ab. In der Pfalz gibt es übrigens drei weitere Pferderennbahnen, allerdings erheblich kleineren Umfangs: in Zweibrücken (16. Juli), Miesau (27. August) und Billigheim-Ingenheim (17. September), wo in diesem Jahr ebenfalls Pferde an den Start gehen.