Stimmen aus Limburg zum Lkw-Vorfall

Heute erinnert nur noch etwas rot-weißes Absperrband an den LKW-Vorfall vom Montagabend. Die Bürger Limburgs aber haben Angst und warten auf das Ergebnis der Ermittlungen. Foto: Nele Leubner

Nachdem in Limburg ein Mann am Montagabend mit einem gestohlenen Lastwagen auf mehrere Autos aufgefahren ist, beschäftigt der Vorfall viele Bürger der Stadt.

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LIMBURG. "Die Limburger machen sich Sorgen", sagt ein 82-Jähriger, der in der Nähe der Straße "Schiede" unterwegs ist. An der viel befahrenen Straße erinnern nur noch Reste eines Absperrbandes und zerstörte Blumenbeete an das Geschehen am Montagabend. "Der Vorfall ist Thema in jedem Geschäft, in dem ich heute war", berichtet der Rentner, "vor allem die älteren Limburger haben Angst. Das, was man nur aus dem Fernsehen kennt, ist jetzt ganz nah".

Viele Bürger haben Angst

Beykan Hyuseinov betreibt ein Lebensmittelgeschäft direkt an der Unfallstelle und hat alles mitbekommen: "Es hat gekracht, meine Kunden und ich dachten erst, es wäre ein normaler Unfall mit einem Lkw, dann haben wir gesehen, wie viele Fahrzeuge beschädigt sind." Der 36-Jährige erzählt, er habe jetzt schon Angst um seine kleine Tochter: "Ich lasse sie ab sofort nicht mehr alleine in die Schule laufen."

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Ramona Theis ist Verkäuferin in einem Spielwarengeschäft in der Nähe. "Eine halbe Stunde später hätte es mich getroffen, dann wäre ich auf meinem Heimweg genau da entlang gefahren", berichtet sie. "Da geht man schon mit einem komischen Gefühl heim. Nachdem ich von dem Geschehen gestern Abend gehört habe, bin ich heute auf dem Arbeitsweg im Auto vorsichtig gewesen und habe im Rückspiegel die Lkws beobachtet", berichtet die 42-Jährige.

Warten auf das Ergebnis der Ermittlungen

Auch eine Lehrerin aus Limburg erzählt: "Ich stand noch fünf Minuten vorher genau dort, auf dem Weg zu meinen Eltern." Die 30-Jährige erhält jetzt aus aller Welt Nachfragen, ob bei ihr alles in Ordnung ist. "Ich bin froh, dass es keine Toten oder Schwerverletzten gegeben hat. Jetzt bin ich gespannt, auf die Ergebnisse der Ermittlungen."

"Ich dachte erst, da prügeln sich einfach zwei Autofahrer", berichtet ein 60-Jähriger, der den Vorfall aus nächster Nähe miterlebt hat. "zwischen meinem Auto und dem Lkw waren nur vier andere Fahrzeuge,ich bin direkt hinterhergefahren." Er habe gesehen, dass sich zwei Männer prügeln, "ich habe noch gedacht, wie kann denn ein Streit im Straßenverkehr so eskalieren?", berichtet der Hünfelder. Dann habe er gesehen, wie der eigentliche Lkw-Fahrer noch in ein anderes Fahrzeug eingestiegen sei, um dem Lkw zu folgen, vermutet er. "Als es dann krachte, kam mir nicht als erstes der Gedanke dass das Absicht gewesen sein könnte. Vielmehr bin ich davon ausgegangen, dass dem Fahrer nach der Prügelei vielleicht schlecht geworden ist, er eventuell ohnmächtig geworden ist." Beim Blick auf die enormen Beschädigungen sei ihm aber direkt klar geworden" das war kein gewöhnlicher Auffahrunfall". Er war zuvor wegen neuer Winterreifen unterwegs: "Hätte ich das Geschäft eine Minute früher verlassen, wäre ich mitten drin gewesen."