Landleben als große Liebe

Familie Gräber (Claus, Lara, Max und Melanie) tanzt auch schon mal in Odenwälder Trachten im eigenen Garten. Foto: Kirsten Sundermann

Die Familie Gräber aus Beerfurth schätzt die Idylle des Gersprenztals und kann sich nicht vorstellen, in der Stadt zu wohnen.

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REICHELSHEIM/BEERFURTH. Melanie (37) und Claus Gräber (34) sind mitsamt ihren Kindern Lara (8) und Max (6) fest im Gersprenztal verwurzelt und fühlen sich hier sehr wohl. Die Vorstellung, in einer Großstadt wohnen zu müssen, wäre für die vier ein Graus. „Wir haben hier im Ort alles, was wir brauchen“, meinen sie: Grundschule, Kindergarten und sogar ein kleines Schwimmbad, alles bequem zu Fuß, ohne Stress und ohne nennenswerten Verkehr zu erreichen. Einkaufen können sie in der Reichelsheimer Kerngemeinde. Dort – oder nach Brensbach – gehen sie auch ab und zu ins Theater. Die beiden Omas und Opas und sogar die Ur-Großeltern der Kinder wohnen in der Nähe und werden häufig besucht.

Nur Kaffeetrinken ist dann allerdings nicht angesagt, denn in beiden Familien gibt es immer etwas zu tun. Melanie stammt aus einem landwirtschaftlichen Betrieb im Fränkisch-Crumbacher Weiler Michelbach. Dort werden Milchkühe und Hühner gehalten, und beim Heumachen sind zusätzliche Arme willkommen. Melanie, die schon als Kind das Bulldogg-Fahren gelernt hat, lässt sich den Platz darauf auch heute nicht streitig machen, höchstens von ihrer Mama. Auch in der Beerfurther Schokoladen- und Backwaren Fabrik Eberhardt helfen die beiden während der Hauptsaison aus, denn Claus Gräber ist der Sohn des Geschäftsführers. Dann sind sie im Verkauf, bei der Produktion oder der Auslieferung zu finden. Und natürlich übernehmen sie bei den Reichelsheimer Märchen- und Sagentagen oder beim Weihnachtsmarkt auch oft den Dienst am Verkaufsstand. Hauptberuflich ist die junge Frau in Teilzeitarbeit bei der Arbeits-Agentur in Erbach beschäftigt, und ihr Ehemann arbeitet in Darmstadt in der IT-Branche.

Die Gräbers sind fest im Reichelsheimer Vereinsleben integriert. In Beerfurth gibt es sogar einen Vereinsring, und wenn eine der Gruppierungen feiert, so ist es Ehrensache, das die anderen mitmachen. Melanie als gute Kuchenbäckerin ist dabei sehr gefragt. Und da beide gern singen, sind sie auch beim Beerfurther Vereinssingen zu finden. Daverstärken sie das Team der Freiwilligen Feuerwehr, bei der Claus passives Mitglied ist. Die große Liebe der Familie gehört jedoch der Reichelsheimer Trachtengruppe, die beim örtlichen Odenwaldklub angesiedelt ist. Melanies Papa und die Eltern von Claus tanzten dort schon lange mit, als unser junges Paar 1991 dazu kam. Damals waren sie noch Kinder, und so richtig gefunkt zwischen ihnen hat es erst knapp zehn Jahre später. Auch Melanies Bruder und Schwester, sowie mehrere Kinder aus der Nachbarschaft traten damals bei. Bereut haben sie es nie. Denn für die Gruppe wurden nicht nur tolle Sommerzeltlager organisiert, sondern sie waren auch viel unterwegs, traten sogar in den USA, in Kanada, Griechenland oder in den ungarischen und französischen Partnerstädten von Reichelsheim auf. Früher waren die Teilnehmer an diesen Reisen in der Regel bei Gastfamilien untergebracht, erinnert sich das Ehepaar Gräber, aber heute wollen die meisten lieber im Hotel schlafen. „Es lässt halt alles ein bisschen nach“.

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Ihre eigenen Kinder Lara und Max indes sind noch mit viel Eeifer dabei. Wobei auch sie andere Vergnügungen kennen. So verbringen sie die Nachmittage gern im gegenüber liegenden Freibad, oder sie gehen reiten oder turnen. Langeweile ist für alle ein Fremdwort.