Kinder gehen durch die Schulgärten von Reichelsheim

Kinder gehen durch die Schulgärten von Reichelsheim.  Foto: Dirk Zengel

Wie könnten Biologie, Ernährungskunde und viele andere naturnahe Fächer anschaulicher gelehrt werden als mit einem Schulgarten? Kinder und Jugendliche in Reichelsheim haben...

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BEERFURTH/REICHELSHEIM. Wie könnten Biologie, Ernährungskunde und viele andere naturnahe Fächer anschaulicher gelehrt werden als mit einem Schulgarten? Kinder und Jugendliche in Reichelsheim haben besonders gute Chancen, mit dieser praxisnahen Form des Unterrichts in Berührung zu kommen. Denn in der Gersprenztalgemeinde halten sich gleich drei Bildungsstätten eine solche Anlage. Die Nutznießer des Anbaues sind die Kinder selbst, da Gemüse und Obst jeweils von Koch-Arbeitsgemeinschaften verarbeitet werden.

Mit einem gegenseitigen Besuchsprogramm haben nun Schulleitungen, Kollegien und Schüler die Vorzüge dieser Ausstattung ausgelotet und für die Öffentlichkeit begreifbar gemacht. Über eine Schulprojektwoche zu entsprechendem Freiraum gekommen, machten zwölf Jungen und Mädchen der Reichenberg-Grundschule in der Kerngemeinde mit ihrer Schulleiterin Christine Hartmann am zeitigen Morgen den Anfang für den Garten-Begegnungstag. Mit einem Bollerwagen, auf dem als Gastgeschenke zwei weiße Johannisbeerenstauden transportiert wurden, zogen sie zu den Nachbarschulen. Als erstes Ziel steuerten sie den Schulgarten der Georg-August-Zinn-Schule an, wo in Reichelsheim die jungen Leute im fortgeschrittenen Schüleralter bis einschließlich der gymnasialen Oberstufe unterrichtet werden.

Der Garten der kooperativen Gesamtschule liegt rund 200 Meter von der Schule entfernt, etwas oberhalb von Gebäuden und Höfen. Neben einigen Beeten für Gemüse gibt es auch ein kleines Gewächshaus für Tomaten. Nach einer kleinen Führung und einer Vorführung, wie man aus vertrocknetem Boden wieder Muttererde herstellt, ging es mit drei Schülern der GAZ und Lehrer Holger Emig über den Hügel nach Beerfurth. Angekommen an der Grundschule im Ortsteil, erwarteten die Schüler und Lehrer kühle Getränke und ein kleines Buffet, das seinen besonderen Charme in Produkten aus eigenem Anbau hat.

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Der Schulgarten schlängelt sich in Beerfurth an der Seite der Schule entlang und endet an einer Wildwiese auf der anderen Seite der Gebäudegruppe. Wie Lehrerin Petra Köhler erklärt, ist der Schulgarten in mehrere Zonen unterteilt. So gibt es neben den angelegten Beeten auch einen Wildbereich und eine Wildwiese. Diese soll nicht betreten werden, dient aber umso mehr der Betrachtung von außen: Tummeln sich doch gerade dort die verschiedenen Insekten. Die weiteren Zonen sind das Kräuterbeet, die Streuobstwiese und der Gemüse-Acker. Aber auch die Schönheit hat ihren Platz, wie eine Zone für Rosen und andere Blumen beweist. In diesem Jahr feiern die Beerfurther das zehnjährige Bestehen ihres Schulgartens.

Mit weiteren zehn Kindern und der Lehrerin Petra Köhler wanderte die Gruppe nun zurück zur Reichenbergschule, die sie bei hochsommerlichen Temperaturen erreichte. Dort angekommen, erlebten die Kinder eine Führung von Christine Hartmann durch den hinter der Schule gelegenen kleinen Schulgarten. Lehmofen und Grillstelle machen ihn zudem zu einer Stätte der Geselligkeit. Ein Hochbeet mit Kürbissen, Paprika und Salat bezieht den Pausenhof ein. Stolz präsentiert die Schulleiterin auch die neue Tropfbewässerung, welche zumindest den Pflanzen in den erdnahen Beeten über die Sommerferien hilft.

Nach einem kleinen Erfrischungsgetränk für alle machten sich nun die Gruppen von GAZ und Grundschule Beerfurth auf den Weg zur weiterführenden Schule, sodass auch die Kinder aus dem Ortsteil die dort gepflegte Anlage kennenlernten. Insgesamt acht Kilometer bewältigten die Kinder, um Natur zu bestaunen und zu vergleichen. "Uns ist es wichtig, dass Schulen in einem Ort nicht nur jede für sich hochwertige Projekte verwirklichen, sondern sich auch gegenseitig austauschen und unterstützen", resümierte Christine Hartmann.