Kennengelernt beim Tanz: Sophie und Ernst Hieronymus feiern...

Sophie und Ernst Hieronymus feiern ihre Eiserne Hochzeit. Foto: Dieter Berlieb  Foto: Dieter Berlieb

Zufrieden schauen Sophie und Ernst Hieronymus in der Beerfurther Pfalzstraße 45 am heutigen Donnerstag, 13. April, auf 65 gemeinsame Ehejahre zurück. Über die Grenzen seines...

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BEERFURTH. Zufrieden schauen Sophie und Ernst Hieronymus in der Beerfurther Pfalzstraße 45 am heutigen Donnerstag, 13. April, auf 65 gemeinsame Ehejahre zurück. Über die Grenzen seines Heimatortes bekannt ist das Paar vor allem durch den Ehemann geworden.

Kennengelernt hatten sich die beiden beim Tanzen in Weiten-Gesäß. Dort erblicke Ernst Hieronymus auch als Jüngster von drei Geschwistern das Licht der Welt. Durch den frühen Tod des Vaters – Hieronymus war erst sieben Jahre alt – musste er als Kind in der Landwirtschaft mit anpacken. Nach der Volksschule wurde er in die Lehrerbildungsanstalt Darmstadt aufgenommen; als diese nach Bensheim verlegt wurde, wechselte er ebenfalls dorthin.

Im Krieg überlebte Ernst Hieronymus als einziger von vier Soldaten verschüttet einen Bombenangriff auf das Bruchsaler Schloss; während er sich davon erholte, marschierten die Amerikaner ein. Um seinem Berufswunsch Lehrer wieder näher zu kommen, besuchte er die Realgymnasiale Aufbauschule Darmstadt in Traisa und absolvierte im Juni 1946 die Reifeprüfung. 1952 wurde ihm eine Lehrerstelle in Pfaffen-Beerfurth zugeteilt, die er 38 Jahre innehatte – zwölf Jahre als Schulleiter.

Er engagierte sich unter anderem als Kirchenvorsteher, Ortsgerichtsvorsteher, Schiedsmann und Ortsvorsteher, Beigeordneter, Gemeindevertreter und außerdem von 1965 bis 2000 als Phänologischer Beobachter für das Wetteramt in Offenbach. Seit 1972 ist er zudem ehrenamtlicher Mitarbeiter des Heimatmuseum Reichelsheim und seit 1991 Gemeindearchivar.

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Unter anderem wurde er mit zwei Verdienstplaketten seiner Heimatgemeinde und dem Ehrenbrief des Landes ausgezeichnet. Als kompetenter Heimatkundler schrieb er über das Schicksal der Juden in Pfaffen-Beerfurth, veröffentlichte das „Reichelsheimer Sagen- und Geschichtsbuch“ und übersetzte Feldpostbriefe in Druckschrift.

Sophie Hieronymus kam als drittes Kind der Momarter Familie Hoffarth zur Welt. Auf den Besuch der Volksschule folgte ein Landpflichtjahr bei einer kinderreichen Familie in ihrem Höhendorf. Nach Tätigkeiten bei einer Bauerfamilie, in der Bad Königer Elfenbeinschnitzerei und im Nährmittelwerk Zell gehörte auch ein Lehrkurs in einer Textilwerkstätte in Erbach zu ihrem beruflichen Wirken.

Intensiv beim Bau des Eigenheims geholfen

Nachdem 1953 Sohn Ernst-Otto und 1958 Tochter Heidrun geboren waren, kümmerte sie sich um die Familie. Auch hat sie kräftig beim Bau des Eigenheims geholfen, in das die Familie 1968 umgezogen ist. Neben der täglichen Lektüre des Echos haben die beiden viel Freude an ihrem Gemüsegarten. Feiern wird das Jubelpaar im Kreis der Familie, zu der mittlerweile Sohn, Tochter, fünf Enkel und fünf Urenkel gehören. Aber auch viele Freunde, Nachbaren und Wegefährten werden kommen.