„Versus“ flimmert auf der Leinwand

Ein großer Erfolg war für Sebastian Weinmann (weißes Hemd) die Aufführung seines ersten Kinofilms „Versus“ in den Erbacher Lichtspielen. Foto: Thomas Wilken

Erstlingsfilm des Hetzbachers Sebastian Weinmanns stößt auf enormes Publikumsinteresse im Erbacher Lichtspielhaus. In zwei Kinos läuft die Premiere parallel.

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ERBACH/HETZBACH. Runde 10 000 Euro hat Sebastian Weinmann in seinen ersten Film „Versus“ gesteckt. Dessen Premiere in den Erbacher Lichtspielen dürfte den gebürtigen Hetzbacher bestätigt haben: Denn der große Saal mit seinen 180 Plätzen platzte aus allen Nähten, sodass der 55-minütige Streifen parallel auch im kleineren Kino gezeigt wurde. Der 33-Jährige bekam viel Feedback für sein „Kind“, mit dem er sich in den vergangenen Jahren beschäftigte.

Gefühlt halb Oberzent war bei der Premiere dabei. Ob er die meisten Besucher kennt? Weinmann lacht: „Nein, alle.“ In sechs Tagen drehte der 33-Jährige den Film ab. Darunter war – wie berichtet – auch ein Tag in Ober-Sensbach, als die Sänger des MGV Eintracht-Liederkranz Sensbachtal hoch über dem Dorf das Lied „Heimat“ schmetterten.

Der Filmemacher freut sich über „die tolle Unterstützung von allen Seiten“. Sein Werk, so Weinmann, „wirft Fragen auf“. Er sei stolz darauf, „dass ich nicht alle beantworten kann“, sagt er schmunzelnd. Denn genau so ist der Film gedacht, in dem es um den Aufbruch in die eigene Welt und die Konfrontation mit dem Inneren geht: „Jeder soll für sich einen eigenen Eindruck mitnehmen.“ Der Oberzenter in Berlin freut sich über das gemischte Publikum jedes Alters, denn genau so sieht er auch „Versus“: für die Region gedacht.

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„Beeindruckt, baff, überwältigt vom Andrang und der Neugier der Leute“, zeigt sich der Autor, Regisseur und Produzent in Personalunion. „Ich habe alles selbst geschrieben, jede Textzeile“, erläutert er. Er hat auch den Sprinter mit dem Kamera-Equipment gefahren. „Ich war nervös, wie es ankommt“, gestand der 33-Jährige. „Gut“, wie die Frage- und Antwort-Runde zeigte.

Moderiert wurde die von Bruder Andreas Weinmann, Lehrer an der Oberzent-Schule, die Sebastian als Kind der Oberzent natürlich auch besuchte. „Angst vor dem Versagen“ habe er nicht gehabt – allerdings dann doch festgestellt, „dass ich den ganzen Tag vor Aufregung nur eine Cola getrunken habe“.

Viele ehemalige Weggefährten sind da: Grundschullehrerin Angelika Knapp-Rademacher oder die frühere Deutschlehrerin an der OZS, Johanna Käpernik-Krämer. „Das hast du gut gemacht“, raunt ihm sein Vater Ferdinand anerkennend ins Ohr. „Ganz schön harter Tobak“, meint Mutter Gisela. „Alles andere dann am Küchentisch“, entgegnet der Sohn lächelnd: „Ich arbeite derzeit am Vertrieb und kann sagen, dass der Film im Herbst in die Kinos kommt.“

Bruder Andreas ist stolz darüber, „dass Sebastian einen Film gemacht hat, der in Erbach aufgeführt wurde“. Denn jeder, der in der Oberzent aufwächst, „geht hier das erste Mal ins Kino“. Es sei ein Vertrauensbeweis für seine Arbeit, „dass so viele gekommen sind“. Gelobt wurde von mehreren Gästen auch die Musik von Fred Prest.

Marcel Schäfer, bei den Dreharbeiten als MGV-Sänger dabei, zeigt sich beeindruckt vom großen Kontrast in den einzelnen Szenen. „Sehr speziell, mit einigen Absurditäten“, kommentiert Oliver von Falkenburg. „Da braucht man zwei oder drei Tage zum Verdauen“, ergänzt Gerald Schwinn. Und: Überhaupt nicht kommerziell, „jenseits des Mainstreams“.

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Auch Christina Obenauer, die wie etliche Besucher „Sebastian von früher kennt“, betont: „Der Film regt zum Nachdenken an.“ Es ist keiner, den man gleich wieder vergisst. „Der bleibt im Gedächtnis.“ Da Weinmanns Erstling zum Teil in Oberzent gedreht wurde, „habe ich natürlich auch überlegt, wo die einzelnen Passagen entstanden sind“, so die Apothekerin.